Für den erfolgreichen Umbau des Energiesystems ist mehr erforderlich als der Ausbau erneuerbarer Energien. Ohne eine ausreichende Flexibilisierung steigen die Systemkosten, die Netze geraten an ihre Grenzen und die Marktmechanismen verlieren an Effizienz. Trianel macht deutlich, dass Batteriespeicher eine zentrale systemrelevante Flexibilitätsoption sind und beleuchtet ihre Rolle aus politischer, technischer und marktwirtschaftlicher Perspektive. Im Fokus stehen aktuelle regulatorische Entwicklungen, konkrete Speicherprojekte sowie die Vermarktung von Flexibilität im Verbund Virtueller Kraftwerke.
Politische Weichenstellungen entscheiden über den Ausbau
Batteriespeicher leisten einen wichtigen systemischen Beitrag, werden regulatorisch jedoch weiterhin benachteiligt. So sollen beispielsweise Netzentgelte für Speicher erhoben werden, die nach derzeitigem Gesetzeswortlaut eine 20-jährige Netzentgeltbefreiung erhalten würden. Unklare Marktrollen, Baukostenzuschüsse oder Eingriffe in die Vermarktung erschweren Investitionen zusätzlich. Trianel plädiert daher für einen investitionssicheren Rahmen, der Batteriespeicher als eigenständige systemische Flexibilität anerkennt und Planungssicherheit schafft.
Das Projekt Trianel Batteriepark Waltrop zeigt, wie große Batteriespeicher in der Praxis umgesetzt werden können. Direkt neben dem Trianel-Kraftwerksstandort Lünen entsteht auf Waltroper Gemeindegebiet ein Speicher mit einer Leistung von 900 MW und einer Kapazität von 1.800 MWh. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant. Netzanschluss, Flächensicherung und Investorenstruktur sind bereits geklärt. Die Baugenehmigung wird im Februar 2026 erwartet, der finale Baubeschluss steht bevor.
Im bisherigen Projektverlauf konnten diverse Verbesserungspotenziale identifiziert werden, die die Projektkosten weiter senken können. Die Wirtschaftlichkeit des Speicherprojekts basiert vollständig auf Markterlösen, da Batteriespeicher ohne EEG-Förderung auskommen müssen.
Virtuelle Kraftwerke verbessern Speicherbetrieb im Verbund
Den größten systemischen und wirtschaftlichen Nutzen entfalten Batteriespeicher im Verbund. Über das Virtuelle Kraftwerk von Trianel werden Speicher automatisiert gesteuert und an verschiedenen Märkten eingesetzt. Dazu zählen insbesondere der Intraday-Handel sowie die Regelenergie. Entscheidend ist ein Multi-Market-Ansatz, der Flexibilität dynamisch dort einsetzt, wo sie den höchsten Wert erzielt.
Trianel kritisiert die regulatorische Unsicherheit bei Batteriespeichern, die beispielsweise durch rückwirkende Speichernetzentgelte entsteht. Der Batteriepark Waltrop (900 MW/1.800 MWh) soll Mitte 2028 in Betrieb gehen. Die Vermarktung erfolgt über das Virtuelle Kraftwerk in den Bereichen Intraday und Regelenergie.