Fragmentierte Tools und KPIs erschweren effiziente BESS‑Prozesse

Engpässe im Betrieb: BESS‑Portfolios wachsen zu schnell

Engpässe im BESS-Betrieb, wie vor Ort Probleme, eine geringe Verfügbarkeit und zersplitterte Daten, bremsen wachsende Speicherportfolios.

Bild: iStock, da-kuk
07.02.2026

Während Batteriegroßspeicher rasant wachsen, kommt der Betrieb oft nicht hinterher. Die 2026 BESS Pros Survey von Twaice zeigt, wo Effizienz im Portfoliobetrieb verloren geht.

Batteriegroßspeicher-Projekte wachsen schneller als ihre Betriebskonzepte, das zeigt die zweite Auflage der jährlichen Umfrage von Twaice unter Batteriespeicher (BESS)-Experten. Der Bericht basiert auf einer Umfrage unter mehr als 100 Fachleuten, die BESS direkt betreiben, und baut auf der erstmals 2025 durchgeführten Erhebung auf. Damals wurde deutlich, wie sich die betrieblichen Prioritäten durch den zunehmenden Einsatz von BESS verändern. In diesem Jahr konzentrieren sich die Ergebnisse darauf, welche Auswirkungen diese Prioritäten auf die betriebliche Effizienz haben, insbesondere bei wachsenden Portfolios.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

  • 41 Prozent geben an, dass Vorortprobleme ganz oder größtenteils zu Umsatzeinbußen führen

  • 50 Prozent nennen Systemleistung und -verfügbarkeit als größte Herausforderung

  • 40 Prozent geben an, nur begrenzten Zugang zu den für den BESS-Betrieb erforderlichen Daten zu haben

BESS‑Betrieb unter Druck

Die Umfragedaten deuten darauf hin, dass viele betriebliche Abläufe mit den wachsenden und immer komplexeren Portfolios noch immer nicht Schritt halten können. Viele Teams sind nach wie vor auf reaktive Prozesse angewiesen. Dadurch wird die Problemlösung zu einer zeitaufwendigen Angelegenheit, was sich direkt auf die wirtschaftliche Leistung der Speicher auswirkt.

Die Lage wird durch die vielen verschiedenen Lieferanten und Anbieter zusätzlich verkompliziert. Heterogene Flotten, wachsende Compliance-Vorgaben sowie zusätzliche Tool-Landschaften aus Übernahmen und schnellem Portfoliowachstum erschweren skalierbare Prozesse.

Batteriegroßspeicher treten in eine neue Phase ein“, sagt Stephan Rohr, CEO von Twaice. „Die Branche hat bewiesen, dass sie große Mengen an Batteriespeichern bereitstellen kann. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Betrieb mithalten kann. Wenn Portfolios wachsen, müssen die Betriebsverfahren mit diesem Wachstum Schritt halten. Nur so können Teams Probleme schneller lösen, die Speicherleistung sicherstellen und die Komplexität besser handhaben.“

Verantwortungsbereitschaft bleibt das heiße Eisen

In Bezug auf Problemlösungen in der Beziehung zu Lieferanten zeichnet die Umfrage ein gemischtes Bild. BESS-Betreiber berichten häufig von zeitaufwändigen Analysen und Problemen, die sich negativ auf ihre Einnahmen auswirken. Gleichzeitig bewerten jedoch fast die Hälfte (48 Prozent) der Anlagenbesitzer die Verantwortungsbereitschaft ihrer Lieferanten bei der Problemlösung als positiv.

Die Umfrageergebnisse deuten somit darauf hin, dass formale Verantwortungsmechanismen allein nicht immer zu einer schnelleren Problemlösung oder geringeren Ausfallzeiten führen. Obwohl langfristige Servicevereinbarungen (LTSAs) das O&M-Modell dominieren und von 73 Prozent der Befragten genutzt werden, bleibt die Verantwortungsübernahme für Problemlösungen einer der am schlechtesten bewerteten Bereiche.

Darüber hinaus scheinen unklare Leistungsdefinitionen, Eskalationspfade und Zuständigkeiten zu langsameren Reaktionszeiten beizutragen. 47 Prozent der Befragten geben an, dass es schwierig ist, Lieferanten für Leistungsversprechen zur Verantwortung zu ziehen.

Daten sind überall

Die Umfrage zeigt, dass der Zugang zu Daten selbst nicht das Hauptproblem ist. Die Hälfte der Befragten nennt das Fehlen einer zentralen, einheitlichen Datenbasis für alle relevanten Betriebsdaten als größte Herausforderung. Betreiber müssen sich derzeit mit mehreren Portalen, Tools und Dashboards sowie uneinheitlichen KPI-Definitionen auseinandersetzen.

„Was auffällt, ist nicht der Mangel an Daten im BESS-Betrieb, sondern die Schwierigkeit, diese Daten in etwas umzuwandeln, mit dem die Teams sicher umgehen können“, sagt Rohr und fügt hinzu: „Mit zunehmender Verbreitung von BESS werden Vertrauen und Benutzerfreundlichkeit ebenso wichtig wie der Zugang.“ Der Bericht basiert auf der 2026 BESS Pros Survey. An der Umfrage nahmen 117 Fachleute teil, die direkt für das Management, die Überwachung oder den Betrieb von BESS-Projekten weltweit verantwortlich sind.

Bildergalerie

  • Balkendiagramm der Twaice-„BESS Pros Survey 2026“ zu Herausforderungen im BESS‑Betrieb

    Balkendiagramm der Twaice-„BESS Pros Survey 2026“ zu Herausforderungen im BESS‑Betrieb

    Bild: TWAICE Technologies

  • Balkendiagramm der Twaice-„BESS Pros Survey 2026“ zu zeitintensiven Aufgaben im BESS‑Alltag

    Balkendiagramm der Twaice-„BESS Pros Survey 2026“ zu zeitintensiven Aufgaben im BESS‑Alltag

    Bild: TWAICE Technologies

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