Aufwendiges Nachbearbeiten

Warum Zeitersparnisse durch KI oft verloren gehen

Workday GmbH

Die Zeitersparnis durch KI-Unterstützung kann beträchtlich sein – sofern sie strategisch genutzt wird.

Bild: iStock, Eoneren
07.02.2026

Künstliche Intelligenz ermöglicht in vielen Unternehmen Produktivitätssteigerungen. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass diese Zeitersparnisse zu gut 40 Prozent wieder verloren gehen. Der Grund: händisches Überarbeiten KI-generierter Ergebnisse.

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Workday hat den Bericht „Beyond Productivity: Measuring the Real Value of AI“ veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass viele Unternehmen nicht das volle Potenzial von KI ausschöpfen. Mitarbeiter sparen mit KI-Tools zwar viel Zeit, doch oft werden diese Gewinne durch Nacharbeiten – wie das Beheben von Fehlern, Überarbeiten von Inhalten oder der doppelten Überprüfung der Ergebnisse – wieder zunichtegemacht.

Die Studie zeigt dabei, was Vorreiter von Nachzüglern unterscheidet: Die erfolgreichsten Unternehmen setzen KI nicht nur ein, sondern investieren die dadurch eingesparte Zeit in ihre Mitarbeiter. Durch den Aufbau von Kompetenzen, die Neugestaltung von Rollen und die Modernisierung von Arbeitsabläufen verwandeln diese Unternehmen Geschwindigkeit in nachhaltige geschäftliche Erfolge.

Das KI-Produktivitätsparadox

85 Prozent der Befragten gaben an, durch den Einsatz von KI ein bis sieben Stunden pro Woche einzusparen. Aber: Ein Großteil dieser Zeit wird durch Nacharbeiten an minderwertigen KI-generierten Inhalten wieder aufgebraucht, was ein falsches Gefühl von Produktivität und ROI vermittelt. KI erhöht somit die Kapazitäten, aber allzu oft sind die Rollen, Fähigkeiten und Prozesse noch nicht so weit entwickelt, dass diese Kapazitäten zu durchweg besseren Ergebnissen führen.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Fast 40 Prozent der durch KI erzielten Zeitersparnis geht durch Nacharbeiten verloren, darunter die Korrektur von Fehlern, das Umschreiben von Inhalten und die Überprüfung der Ergebnisse von Einheits-KI-Tools. Nur 14 Prozent der Mitarbeiter erzielen durch KI durchweg klare, positive Nettoergebnisse.

  • Mitarbeiter, die KI täglich nutzen, sind überwiegend optimistisch: Mehr als 90 Prozent glauben, dass sie ihnen zum Erfolg verhelfen wird. Aber sie tragen auch die größte Last: 77 Prozent überprüfen KI-generierte Arbeit genauso sorgfältig wie von Menschen geleistete Arbeit, wenn nicht sogar noch sorgfältiger.

  • Mitarbeiter im Alter von 25 bis 34 Jahren machen fast die Hälfte (46 Prozent) derjenigen aus, die sich mit den meisten KI-Nacharbeiten befassen. Obwohl sie als die technisch versiertesten gelten, verbringen sie die meiste Zeit damit, KI-Ergebnisse zu überprüfen und zu korrigieren.

  • Während 66 Prozent der Führungskräfte die Vermittlung von Fähigkeiten als oberste Priorität nennen, geben nur 37 Prozent der Mitarbeiter mit dem höchsten Nachbearbeitungsaufwand an, dass sie Zugang dazu haben. Das deutet auf eine Diskrepanz zwischen den Absichten der Führungskräfte und den Erfahrungen der Mitarbeiter hin.

  • In den meisten Unternehmen (89 Prozent) wurden weniger als die Hälfte der Stellen aktualisiert, um KI-Fähigkeiten Rechnung zu tragen. Mitarbeiter verwenden beispielsweise Tools aus dem Jahr 2025 in Arbeitsstrukturen aus dem Jahr 2015 und müssen schnellere Ergebnisse mit unveränderten Prozessen oder Systemen in Einklang bringen.

Reinvestition in Belegschaft

Die meisten Unternehmen sind sich einig, dass KI-Gewinne den Mitarbeitern zugutekommen sollten. Derzeit werden KI-Einsparungen aber eher in Technologie (39 Prozent) als in die Mitarbeiterentwicklung (30 Prozent) investiert. Statt die eingesparte Zeit zudem für den Aufbau von Kompetenzen zu nutzen, erhöhen viele Firmen die Arbeitsbelastung (32 Prozent) und überlassen es den Mitarbeitern, sich selbst mit KI auseinanderzusetzen.

In Unternehmen, die echte Renditen erzielen, nutzen Mitarbeiter mit positiven KI-Ergebnissen die eingesparte Zeit häufiger dazu, den Wert ihrer Arbeit zu steigern – beispielsweise durch tiefgreifendere Analysen, fundiertere Entscheidungen und strategisches Denken (57 Prozent). Außerdem haben sie mit höherer Wahrscheinlichkeit an Weiterbildungen teilgenommen (79 Prozent).

Fazit

Unternehmen, die den größten Nutzen aus KI ziehen, betrachten die eingesparte Zeit als strategische Ressource. Sie investieren in die Weiterbildung ihrer Teams, verbessern die Zusammenarbeit und stärken die urteilsorientierte Arbeit. Die größte Chance besteht laut der Studie darin, Mitarbeitern zu helfen, den effektiven Einsatz von KI zu erlernen – insbesondere in Bereichen, die Urteilsvermögen, Kreativität und Entscheidungsfindung erfordern.

Über den Bericht
Die Daten für den Bericht stammen aus der globalen Studie „Beyond Productivity: Measuring the Real Value of AI”, die von Workday durchgeführt und von Hanover Research im November 2025 erhoben wurde. Die Umfrage umfasste 3.200 Teilnehmer in Nordamerika, im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Alle Befragten waren Vollzeitbeschäftigte in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen US-Dollar und aktive Nutzer von KI-Technologie.

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