Regulierung treibt Bedarf nach klaren Prozessen für DPP-Datenbereitstellung

Robustes Datenmanagement als Schlüssel für die Einführung digitaler Produktpässe

Eine moderne Industrieumgebung mit vernetzten Maschinen und visualisierten Datenströmen zeigt die Einführung digitaler Produktpässe. Grafische Elemente symbolisieren Datenpunkte, Wertschöpfungsketten und regulatorische Anforderungen.

Bild: publish-industry, ChatGPT
29.01.2026

Drei Fraunhofer-Cluster starten 2026 das Projekt EmpowerDPP, um Unternehmen bei der Einführung digitaler Produktpässe zu unterstützen. Es entwickelt technische und organisatorische Konzepte für das Datenmanagement und neue Services in der Produktionstechnik.

Mit der Einführung des digitalen Produktpasses (DPP) ergeben sich neue Herausforderungen und Chancen für die Industrie. Zunächst stehen Unternehmen vor der Aufgabe, über 100 Datenpunkte entlang der Wertschöpfungskette konsistent zu erfassen und bereitzustellen, um die Regulierung einzuhalten. Dies erfordert unternehmensintern den Aufbau von technischem Know-how und organisatorischen Strukturen, aber auch eine Intensivierung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit. Einerseits ermöglicht der DPP Prozessverbesserungen, erweiterte Services und neue nachhaltige Geschäftsmodelle. Demgegenüber stehen oft fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten zur Umsetzung im Unternehmen.

Die neue Verordnung „Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR)“ führt den DPP schrittweise für verschiedene Produktgruppen ein. Unternehmen sind gefordert, Leistung, Sicherheit, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit sicherzustellen. Hierfür ist ein robustes Datenmanagement erforderlich, das die Grundlagen für die Erstellung digitaler Produktpässe schafft.

Ziele und Nutzen des Projekts EmpowerDPP

Im Projekt EmpowerDPP arbeiten erstmals drei Fraunhofer Cluster of Excellence zusammen, um zwei zentrale Ziele zu verfolgen: die Entwicklung technischer und organisatorischer Konzepte zur Umsetzung des DPP sowie die Entwicklung von Serviceangeboten in der Produktionstechnik. Ein strukturiertes Datenmanagement mit klar definierten technischen Prozessen für die Datenbereitstellung, -orchestrierung und -validierung ermöglicht eine transparentere Wertschöpfungskette. Dies führt zu zielgerichteteren Prozessen, reduzierten Fehlerquoten und geringerem Ressourcenverbrauch.

Auf Grundlage des DPPs entstehen neue datenbasierte Services, die Mehrwerte für die gesamte Wertschöpfungskette vom Zulieferer bis hin zum Recycler bieten. Insbesondere schafft der DPP die Brücke, um Materialien und Produkte im Kreislauf zu halten und weitere Lebenszyklen zu ermöglichen.

„Mit dem Projekt EmpowerDPP erarbeiten wir einen klaren Fahrplan zur DPP-Umsetzung, der die Transparenz über Datenflüsse und Verantwortlichkeiten erschließt und neue Erlöspotenziale für Unternehmen bereitstellt. Ich freue mich, dass wir hier das Know-how aus drei Fraunhofer Clustern of Excellence bündeln können“, so der Projektleiter Sebastian Emons, Fraunhofer CCIT/Fraunhofer ISST.

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