Die Mehrheit der Familienunternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien rechnet mit einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung. Das geht aus einer Umfrage der Stiftung Familienunternehmen unter 2.000 Familienunternehmen hervor, die von Edelman Data & Intelligence in Zusammenarbeit mit dem Ifo Institut durchgeführt wurde. In den vier wirtschaftlich stärksten Ländern Europas erwartet mehr als jedes zweite (55 Prozent) der befragten Familienunternehmen eine Verbesserung seiner Geschäftslage im ersten Halbjahr 2026, während weniger als ein Drittel (28 Prozent) eine gleichbleibende Entwicklung erwartet. Nur 13 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.
2026 und die nächsten fünf Jahre im Überblick
„Noch optimistischer sind die Unternehmen mit Blick auf die kommenden fünf Jahre. Hier erwarten etwa zwei Drittel der Familienunternehmen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien eine bessere Wirtschaftsentwicklung“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Befragungen. Der Anteil der Firmen, die mit einer besseren langfristigen Geschäftsentwicklung rechnen, liegt in Deutschland bei 66 Prozent, in Spanien bei 72 Prozent, in Italien bei 67 Prozent und in Frankreich bei 63 Prozent.
Die wichtigsten EU-Reformen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, sind für zwei Drittel der befragten Familienunternehmen Bürokratieabbau sowie schnellere und einfachere Genehmigungsverfahren. „Auch wenn die Familienunternehmen in Europa die vielen bürokratischen Vorhaben der EU kritisch für die eigene Wettbewerbsfähigkeit sehen, bewertet eine Mehrheit die Arbeit der EU in den letzten fünf Jahren als positiv“, sagt Wohlrabe.
Die Umfrage untersuchte auch, welche Risiken die Familienunternehmen für ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre sehen. Am häufigsten wurden steigende Energiepreise genannt, dicht gefolgt vom Mangel an Fachkräften und IT-Sicherheitsrisiken. Anschließend folgen geopolitische Risiken, Zölle und Handelshemmnisse sowie verschiedene Facetten von Regulierung und Bürokratie. In Deutschland werden die Kosten der Bürokratie besonders häufig genannt.
Die Umfrage wurde zwischen dem 28. Mai und dem 7. Juli 2025 durchgeführt. Die Auswertung umfasst insgesamt knapp 2.000 Familienunternehmen. Jedes der vier Länder ist mit etwa 500 Unternehmen vertreten.