Warum 2026 kompromisslose Entscheidungen braucht

Krise im Mittelstand: Wie falsche Hoffnung Veränderung blockiert

Das False-Hope-Syndrom stellt eine Gefahr für den Mittelstand dar und erfordert bis 2026 klare Entscheidungen statt wirkungslosen Optimismus.

Bild: iStock, de-nue-pic
04.02.2026

Das Jahr 2026 verlangt nach klaren Entscheidungen und Fokus. Führungskräfte verdrängen die Realität mit Parolen, anstatt Entscheidungen zu treffen. Dieses Jahr verlangt nach klaren Schnitten, Fokus und sichtbaren Ergebnissen – denn Hoffnung wirkt nur, wenn sie an Taten gebunden ist.

Der Spruch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ mag tapfer klingen, dient in der Praxis jedoch oft als bequemer Deckmantel für Führungskräfte, die Aufschub, Inkonsequenz und Selbstbetrug rechtfertigen wollen. Ben Schulz, Gründer von Ben Schulz & Partner und Unternehmensberater, fordert: „Es braucht einen kompromisslosen Realitätscheck gegen das False-Hope-Syndrom als unterschätzte Gefahr für Unternehmen im Mittelstand.“ Besonders im Jahr 2026, das als gnadenloser Stresstest durch Digitalisierung, Fachkräftemangel und KI-Herausforderungen gilt, sind klare Entscheidungen statt blinder Zuversicht Pflicht.

Führung braucht Mut zum Schnitt und klare Prioritäten

Seit Langem lässt sich bei vielen Geschäftsführern ein bedrohliches Muster beobachten: Sie wirken nach außen mit großen Reden, motivierenden Botschaften und Neujahrsversprechen optimistisch, während sie innerlich ausgebrannt durch Krisen stolpern. Dieses False-Hope-Syndrom beschreibt den Kreislauf präzise: ein kurzer Rausch aus überhöhten Erwartungen und Motivation, gefolgt vom harten Absturz, wenn die Realität zuschlägt. „Hoffnung verpufft nicht zuletzt, sondern sie stirbt zuerst und zieht dabei die gesamte Veränderungsenergie in den Abgrund, was in Zynismus und der klassischen Ausrede ‚Wir hatten doch gute Ansätze‘ endet“, so der Experte. In Wahrheit waren es selten mehr als leere Ankündigungen ohne echte Umsetzung.

Im Mittelstand tritt diese Erkrankung besonders häufig auf: Führungskräfte greifen zu Wandplakaten, Leitbild-Dekoration und Führungstheater, anstatt schmerzhafte Entscheidungen zu treffen. „Seit Jahren sehe ich das Muster: Geschäftsleiter hoffen sich durch Krisen, anstatt Entscheidungen zu treffen“, erklärt Schulz aus jahrelanger Berufserfahrung. Zum Jahreswechsel kulminieren die Symptome in Phrasen wie „2026 wird unser Jahr“, die ohne klare Ziele, Ressourcen und Verzichtsbereitschaft nichts als Feigheit sind, die sich nur mit einem neuen Datum kaschieren lässt. Der Experte weiß: „2026 wird Stresstest pur. Ohne Mut zum Schnitt – Budget kürzen, Blocker entfernen, Projekte streichen – wartet nur der Kollaps.“

Echte Führung entfaltet sich genau dort, wo Bequemlichkeit endet, nämlich bei Entscheidungen, die energiezehrende Projekte stoppen, blockierende Personen entfernen oder Budgets radikal kürzen – Fokus entsteht durch Verzicht. Statt Parolen braucht es Führungskräfte, die falsche Hoffnung mutig beenden und echte Hoffnung durch Taten stärken.

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