Obwohl Unternehmen zunehmend in KI investieren, sind viele zentrale Geschäftsprozesse noch nicht automatisiert und Organisationen verlassen sich bei kritischen globalen Abläufen weiterhin auf manuelle Workflows. Das geht aus dem Sprach-KI-Report 2026 von DeepL hervor. Für die Studie wurden mehr als 5.000 Führungskräfte in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan befragt. Der Report untersucht, wie Unternehmen heute mehrsprachige Arbeitsabläufe organisieren, und kommt zu dem Ergebnis, dass Übersetzungen zu den am häufigsten unterschätzten, zugleich aber geschäftskritischen Prozessen gehören.
Mehrsprachige Workflows im Check
Zentrale Ergebnisse im Überblick:
32 Prozent der befragten Führungskräfte aus Deutschland setzen nach wie vor auf vollständig manuelle Übersetzungsprozesse (weltweit: 35 Prozent).
37 Prozent nutzen klassische automatisierte Übersetzungssysteme, etwa Translation-Management-Systeme in Kombination mit menschlicher Qualitätsprüfung (weltweit: 33 Prozent).
Nur 14 Prozent setzen bereits auf KI-Tools der nächsten Generation, etwa LLMs oder agentische KI, für Übersetzungen (weltweit: 17 Prozent) – 86 Prozent haben diesen Schritt bislang nicht vollzogen (weltweit: 83 Prozent).
31 Prozent nennen internationale Expansion als wichtigsten Treiber für Investitionen in KI-Sprachlösungen (weltweit: 33 Prozent).
„KI ist überall, Effizienz allerdings nicht“, sagt Jarek Kutylowski, CEO und Gründer von DeepL. „Viele Unternehmen nutzen KI bereits in einzelnen Anwendungen, erreichen aber noch keine flächendeckende Produktivität, weil zentrale Workflows weiterhin manuell organisiert sind. Entscheidend ist deshalb nicht nur, die Modelle zu verbessern, sondern die zugrunde liegenden Prozesse neu zu gestalten.“ Der Report zeigt, dass die Übersetzung ein zentraler Bestandteil zahlreicher Unternehmensbereiche ist. Den größten Einfluss sehen die Befragten in:
Vertrieb und Marketing (26 Prozent)
Kundensupport (23 Prozent)
Recht und Finanzen (22 Prozent)
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für strukturelle Veränderungen: 79 Prozent der deutschen Führungskräfte geben an, dass die Transformation ihrer Prozesse mithilfe von KI bis zum Jahr 2026 eine klare Priorität ist (weltweit sind es 71 Prozent). Die größten Vorteile durch KI-gestützte Übersetzung erwarten Unternehmen in den Bereichen Customer Experience, Mitarbeiterproduktivität, Vertriebsleistung und schnellere Markteinführung. Dies ist ein Zeichen für den wachsenden Druck, messbare Ergebnisse aus KI-Investitionen zu erzielen.
„Es geht nicht nur um Sprache – es geht um Prozesse und Strukturen“, sagt Harry Witzthum, Leiter Digitale Transformation bei Caritas. „Organisationen müssen grundlegend hinterfragen, ob ihre bestehenden Strukturen darauf ausgelegt sind, das Potenzial von KI vollständig auszuschöpfen.“
Der „Sprach-KI-Report 2026“ von DeepL untersucht, wie Unternehmen in der KI-Ära mit Übersetzungen und mehrsprachigen Prozessen umgehen, und kombiniert dafür quantitative Umfragedaten mit Einblicken aus der Praxis. Der vollständige Report ist hier verfügbar.