Umfrage: Energiemanagement holt Potenziale ans Licht

Ende des Strom-Roulette

Janitza electronics GmbH

Wo sehen Sie aktuell den größten ungenutzten Energieeffizienzhebel in Unternehmen und wie kann ein intelligentes Energiemanagement dabei helfen?

Bild: teilnehmende Unternehmen; iStock, andresr
08.11.2026

In vielen Unternehmen gilt Energieeffizienz noch als reine Investitionsfrage: neue Anlagen, bessere Dämmung, effizientere Technik – doch ist das wirklich so? Wir haben Experten gefragt, wo sie aktuell den größten ungenutzten Energieeffizienzhebel in Unternehmen sehen und wie ein intelligentes Energiemanagement dabei helfen kann.

Das sagen die Experten:

Bildergalerie

  • Leo Pototzky, Leiter Nachhaltigkeit bei Bosch Rexroth: Den größten Hebel sehen wir aktuell im Bereich Dekarbonisierung. Beispielsweise eliminieren wir mittels aktueller Wärmepumpentechnologie die CO2-Emissionen in Gebäudeheizungen und verringern den Energieverbrauch um bis zu 75 Prozent. Die größte Unterstützung eines intelligenten Energiemanagements sehen wir bei Bosch Rexroth jedoch im Bereich der Produktion und Versorgung. Durchgängige Datentransparenz ermöglicht den Ausbau eines konsequenten automatisierten Abschaltmanagements von Maschinen und Komponenten. Der Bedarf an Energie und Medien wird besser planbar und mittels KI-Unterstützung schon heute effizient bereitgestellt. Zudem ist Datentransparenz die Grundlage für das Erkennen von Anomalien, ein Alarmierungsmanagement und eine vorbeugende Instandhaltung. Langfristig sehen wir Potenzial für eine erhöhte energetische Flexibilität unserer Standorte. Mithilfe von KI und modernen Energiespeichern können wir den Eigenverbrauch effizient steuern und nutzen Preisvorteile auf dem Strommarkt durch gezielten Handel.

    Leo Pototzky, Leiter Nachhaltigkeit bei Bosch Rexroth: Den größten Hebel sehen wir aktuell im Bereich Dekarbonisierung. Beispielsweise eliminieren wir mittels aktueller Wärmepumpentechnologie die CO2-Emissionen in Gebäudeheizungen und verringern den Energieverbrauch um bis zu 75 Prozent. Die größte Unterstützung eines intelligenten Energiemanagements sehen wir bei Bosch Rexroth jedoch im Bereich der Produktion und Versorgung. Durchgängige Datentransparenz ermöglicht den Ausbau eines konsequenten automatisierten Abschaltmanagements von Maschinen und Komponenten. Der Bedarf an Energie und Medien wird besser planbar und mittels KI-Unterstützung schon heute effizient bereitgestellt. Zudem ist Datentransparenz die Grundlage für das Erkennen von Anomalien, ein Alarmierungsmanagement und eine vorbeugende Instandhaltung. Langfristig sehen wir Potenzial für eine erhöhte energetische Flexibilität unserer Standorte. Mithilfe von KI und modernen Energiespeichern können wir den Eigenverbrauch effizient steuern und nutzen Preisvorteile auf dem Strommarkt durch gezielten Handel.

    Bild: Bosch Rexroth AG

  • Tobias Grabmeier, Head of Growth bei Coneva: Den größten ungenutzten Hebel sehen wir nicht darin, wie viel Strom ein Unternehmen verbraucht, sondern wann. Ein Teil des Verbrauchs ist flexibel, etwa das Laden von E-Fahrzeugen: Ein intelligentes Energiemanagement verknüpft PV-, Last- und Preisprognosen und verlagert solche Vorgänge automatisch in Stunden mit Solarüberschuss oder günstigen Börsenpreisen. Maschinen, Kühlung oder Bürobetrieb laufen dagegen nach festem Takt. Hier schafft ein Batteriespeicher Flexibilität, die das Energiemanagement gezielt einsetzt: Es lädt ihn, wenn Strom günstig ist, kappt Lastspitzen und erhöht den Eigenverbrauch. Zusammen senken Unternehmen so ihre Stromkosten um bis zu 35 Prozent – ohne Eingriff in den laufenden Betrieb.

    Tobias Grabmeier, Head of Growth bei Coneva: Den größten ungenutzten Hebel sehen wir nicht darin, wie viel Strom ein Unternehmen verbraucht, sondern wann. Ein Teil des Verbrauchs ist flexibel, etwa das Laden von E-Fahrzeugen: Ein intelligentes Energiemanagement verknüpft PV-, Last- und Preisprognosen und verlagert solche Vorgänge automatisch in Stunden mit Solarüberschuss oder günstigen Börsenpreisen. Maschinen, Kühlung oder Bürobetrieb laufen dagegen nach festem Takt. Hier schafft ein Batteriespeicher Flexibilität, die das Energiemanagement gezielt einsetzt: Es lädt ihn, wenn Strom günstig ist, kappt Lastspitzen und erhöht den Eigenverbrauch. Zusammen senken Unternehmen so ihre Stromkosten um bis zu 35 Prozent – ohne Eingriff in den laufenden Betrieb.

    Bild: coneva GmbH

  • Heiko Bölli, Sales Manager Energy & Infrastructure bei Copa-Data: Das größte unberührte Potenzial für Energieeffizienz liegt häufig nicht in fehlenden Daten, sondern darin, dass vorhandene Energie- und Prozessdaten isoliert bleiben. Intelligentes Energiemanagement schafft Datendurchgängigkeit und Kontextualisierung: Es setzt etwa Energieverbräuche pro Charge oder Lastspitzen mit konkreten Produktionszuständen in Beziehung. So werden Zusammenhänge sichtbar und Bestandsanlagen lassen sich gezielt optimieren. Energieeffizienz wird damit vom reinen Reporting-Thema zum operativen Bestandteil der Wertschöpfung.

    Heiko Bölli, Sales Manager Energy & Infrastructure bei Copa-Data: Das größte unberührte Potenzial für Energieeffizienz liegt häufig nicht in fehlenden Daten, sondern darin, dass vorhandene Energie- und Prozessdaten isoliert bleiben. Intelligentes Energiemanagement schafft Datendurchgängigkeit und Kontextualisierung: Es setzt etwa Energieverbräuche pro Charge oder Lastspitzen mit konkreten Produktionszuständen in Beziehung. So werden Zusammenhänge sichtbar und Bestandsanlagen lassen sich gezielt optimieren. Energieeffizienz wird damit vom reinen Reporting-Thema zum operativen Bestandteil der Wertschöpfung.

    Bild: COPA-DATA

  • Andreas Klesse, CTO bei E.ON Energy Infrastructure Solutions: Der größte ungenutzte Energieeffizienzhebel in vielen Unternehmen liegt nicht mehr in einzelnen Technologien, sondern in der intelligenten Vernetzung und Steuerung ihrer Energieinfrastruktur. Häufig werden Erzeugung, Wärme, Kälte, Stromverbrauch, Speicher und Prozesse noch getrennt betrachtet. Ein intelligentes integriertes Energiemanagement schafft Transparenz über Energieflüsse, identifiziert Optimierungspotenziale in Echtzeit und ermöglicht eine bedarfsgerechte Steuerung. So lassen sich Energieverbräuche, Betriebskosten und Lastspitzen reduzieren, während Versorgungssicherheit und Flexibilität steigen. Gerade in einem zunehmend volatilen Energiesystem wird diese systemische Optimierung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

    Andreas Klesse, CTO bei E.ON Energy Infrastructure Solutions: Der größte ungenutzte Energieeffizienzhebel in vielen Unternehmen liegt nicht mehr in einzelnen Technologien, sondern in der intelligenten Vernetzung und Steuerung ihrer Energieinfrastruktur. Häufig werden Erzeugung, Wärme, Kälte, Stromverbrauch, Speicher und Prozesse noch getrennt betrachtet. Ein intelligentes integriertes Energiemanagement schafft Transparenz über Energieflüsse, identifiziert Optimierungspotenziale in Echtzeit und ermöglicht eine bedarfsgerechte Steuerung. So lassen sich Energieverbräuche, Betriebskosten und Lastspitzen reduzieren, während Versorgungssicherheit und Flexibilität steigen. Gerade in einem zunehmend volatilen Energiesystem wird diese systemische Optimierung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

    Bild: E.ON Energy Infrastructure Solutions

  • Dr. Michael Miller, Head of Flexibility and Commodity Solutions bei EnBW: Der Energiemarkt wird volatiler: höhere Preisspreads, größere Beschaffungsrisiken, mehr regulatorische Unsicherheit. In diesem Umfeld ermöglicht intelligentes Energiemanagement, flexibel auf Marktbedingungen zu reagieren, statt Preisrisiken passiv hinzunehmen. Flexibilitätshebel wie Lastverschiebung oder Speichereinsatz wirken dabei nicht für sich allein. Ihr volles Potenzial entsteht im Zusammenspiel mit Strombeschaffung, Unternehmenszielen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Bausteine wie Behind-the-meter-Optimierung, PPA-Belieferung, Multi-Market-FtM-Optimierung können gut aufeinander abgestimmt nicht nur die Energieeffizienz steigern, sondern einen eigenen Wertbeitrag liefern.

    Dr. Michael Miller, Head of Flexibility and Commodity Solutions bei EnBW: Der Energiemarkt wird volatiler: höhere Preisspreads, größere Beschaffungsrisiken, mehr regulatorische Unsicherheit. In diesem Umfeld ermöglicht intelligentes Energiemanagement, flexibel auf Marktbedingungen zu reagieren, statt Preisrisiken passiv hinzunehmen. Flexibilitätshebel wie Lastverschiebung oder Speichereinsatz wirken dabei nicht für sich allein. Ihr volles Potenzial entsteht im Zusammenspiel mit Strombeschaffung, Unternehmenszielen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Bausteine wie Behind-the-meter-Optimierung, PPA-Belieferung, Multi-Market-FtM-Optimierung können gut aufeinander abgestimmt nicht nur die Energieeffizienz steigern, sondern einen eigenen Wertbeitrag liefern.

    Bild: EnBW/ARTIS - Uli Deck

  • Jérôme Marchand, Facility Manager bei Mersen: Um Energie einsparen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wo und warum sie verbraucht wird. Detaillierte Messungen zeigen oft, dass Druckluftsysteme, Kühlnetze und nicht kritische Anlagen einen großen Teil des Verbrauchs ausmachen. Intelligentes Energiemanagement ermöglicht eine Echtzeitüberwachung, automatische Abschaltungen während Leerlaufzeiten und einen bedarfsorientierten Betrieb der Anlagen. Es hilft zudem dabei, Möglichkeiten wie die Rückgewinnung von Wärme und die Nutzung erneuerbarer Energien zu identifizieren. In vielen Fällen lassen sich erhebliche und messbare Einsparungen eher durch intelligentere Steuerung und Feinabstimmung erzielen als durch große Investitionen.

    Jérôme Marchand, Facility Manager bei Mersen: Um Energie einsparen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wo und warum sie verbraucht wird. Detaillierte Messungen zeigen oft, dass Druckluftsysteme, Kühlnetze und nicht kritische Anlagen einen großen Teil des Verbrauchs ausmachen. Intelligentes Energiemanagement ermöglicht eine Echtzeitüberwachung, automatische Abschaltungen während Leerlaufzeiten und einen bedarfsorientierten Betrieb der Anlagen. Es hilft zudem dabei, Möglichkeiten wie die Rückgewinnung von Wärme und die Nutzung erneuerbarer Energien zu identifizieren. In vielen Fällen lassen sich erhebliche und messbare Einsparungen eher durch intelligentere Steuerung und Feinabstimmung erzielen als durch große Investitionen.

    Bild: Mersen

  • Michael Donant, Product Manager bei Stabl Energy: Der größte ungenutzte Hebel liegt in der Flexibilisierung des Energiebezugs. Viele Unternehmen versuchen noch immer, Verbräuche an die Energieverfügbarkeit anzupassen. Deutlich effizienter ist es, Flexibilität ohne operative Einschränkungen zu schaffen. Batteriespeicher entkoppeln Erzeugung und Verbrauch und ermöglichen es, Energie dann zu nutzen, wenn sie den größten wirtschaftlichen Wert hat. Intelligente Energiemanagementsysteme koordinieren PV, Speicher und Lasten in Echtzeit. So steigen Eigenverbrauch, Kosteneffizienz und Netzflexibilität gleichzeitig.

    Michael Donant, Product Manager bei Stabl Energy: Der größte ungenutzte Hebel liegt in der Flexibilisierung des Energiebezugs. Viele Unternehmen versuchen noch immer, Verbräuche an die Energieverfügbarkeit anzupassen. Deutlich effizienter ist es, Flexibilität ohne operative Einschränkungen zu schaffen. Batteriespeicher entkoppeln Erzeugung und Verbrauch und ermöglichen es, Energie dann zu nutzen, wenn sie den größten wirtschaftlichen Wert hat. Intelligente Energiemanagementsysteme koordinieren PV, Speicher und Lasten in Echtzeit. So steigen Eigenverbrauch, Kosteneffizienz und Netzflexibilität gleichzeitig.

    Bild: STABL Energy GmbH

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