Grundstein für grüne Wasserstoffwirtschaft Chancen und Risiken internationaler Wasserstoff-Partnerschaften

Da einzelne Länder ihren Bedarf an Grünem Wasserstoff nicht selbst decken können, ist eine Wasserstoffpartnerschaft von großer Bedeutung.

Bild: iStock, gobyg
13.06.2023

Im Zuge der Energiewende wird Deutschland langfristig auf den Import von grünem Wasserstoff angewiesen sein. Der DLR-Projektträger war beteiligt an einer Studie zu potenziellen Wasserstoff-Partnerschaften mit Exportregionen in Afrika und Asien. Die Ergebnisse stellte er Ende Mai 2023 im Deutschen Bundestag vor.

Beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft spielen Kooperationen mit Ländern des globalen Südens eine wichtige Rolle. Im Fokus stehen vor allem sonnenreiche Länder, die für die Produktion von grünem Wasserstoff besonders gut geeignet sind – etwa in Afrika oder Asien.

Der DLR-Projektträger untersuchte zusammen mit dem Reiner Lemoine Institut und dem African Network for Solar Energy die Ausgangsituation in Algerien, Tunesien, Nigeria sowie Usbekistan und Kasachstan für potenzielle Wasserstoff-Partnerschaften mit Deutschland. Auftraggeber war das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB). Die Ergebnisse stellte der DLR-Projektträger am 25. Mai 2023 im Deutschen Bundestag vor.

In den Fokus gerückt: Die Perspektiven potenzieller Exportregionen

Internationale Partnerschaften für grünen Wasserstoff können allen Beteiligten Vorteile bringen – vorausgesetzt, sie werden auf nachhaltige Weise aufgebaut. Hierzu untersuchte das Konsortium, welche positiven und negativen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen die Produktion von grünem Wasserstoff in den fünf Exportländern haben könnte.

Betrachtet wurden die Nachhaltigkeitsbereiche Energie, Umwelt, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die dabei gewonnenen Informationen und Einschätzungen fließen in Handlungs- und Umsetzungsempfehlungen des TAB an die Abgeordneten ein.

Expertise beim Aufbau internationaler Partnerschaften

Der DLR-Projektträger brachte in dieses Projekt besonders seine fachliche Expertise zum Aufbau internationaler Partnerschaften, seine strategische Kompetenz bei der Begleitung von meinungsbildenden Prozessen sowie sein länderspezifisch-kulturelles Wissen ein.

Er führte Umfragen durch und konzipierte inhaltlich drei Stakeholder-Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die er Anfang 2023 im Rahmen eines Delphi-Prozesses erfolgreich umsetzte. Zum Abschluss stellte er im Deutschen Bundestag die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen diversen Abgeordneten sowie Stakeholdern aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft vor und diskutierte mit ihnen mögliche Implikationen.

Kooperationen für grünen Wasserstoff erfolgreich umsetzen

Der DLR-Projektträger unterstützt verschiedene Auftraggeber dabei, europäische und internationale Initiativen und Kooperationen für grünen Wasserstoff erfolgreich umzusetzen. Ein Highlight war die internationale Konferenz „Green Hydrogen for a Sustainable European Future“.

Sie markiert den vorläufigen Höhepunkt eines anderthalbjährigen Prozesses, bei dem die EU-Staaten eine Forschungs- und Innovationsagenda für eine gemeinsame grüne Wasserstoffwirtschaft entwickelt haben („Agendaprozess Grüner Wasserstoff“ im Auftrag des BMBF).

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