Die Enterprise-KI-Plattform Workday für HR, Finanzen und IT stellt die Deutschland-Ergebnisse ihrer neuen Studie The Copy/Paste Economy vor. Aus dieser geht hervor: Der Nutzen von KI kommt im Arbeitsalltag deutscher Beschäftigter weniger deutlich an als im globalen Vergleich. Zwar sagen 74 Prozent der Befragten, dass KI-Tools oder KI-gestützte Funktionen ihre tägliche Arbeit insgesamt verbessert haben. Global liegt dieser Wert jedoch bei 83 Prozent.
KI verbessert Arbeit, doch Nutzen ist begrenzt
Obwohl 74 Prozent der Befragten in Deutschland angeben, dass KI-Tools oder KI-gestützte Funktionen ihre tägliche Arbeit insgesamt verbessern, bleibt Deutschland im internationalen Vergleich bei konkreten Produktivitätsgewinnen zurück. Nur 51 Prozent sagen, dass KI die Arbeit in ihrer Organisation produktiv beschleunigt. Lediglich 49 Prozent berichten, dass sie für Aufgaben, bei denen sie KI einsetzen, weniger Zeit benötigen. Weltweit liegt dieser Anteil mit 61 Prozent deutlich höher.
Ein zentraler Grund dafür ist die fehlende Einbettung von KI in zentrale Unternehmenssysteme. Nur etwa jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland (21 Prozent) sagt, dass KI bereits tief in die Kernsysteme des Unternehmens für HR, Finanzen und Planung integriert ist. „Der größte Mehrwert entsteht, wenn KI direkt in die zentralen Systeme für HR, Finanzen und Planung integriert ist, also genau dort, wo Daten zusammenlaufen und Entscheidungen getroffen werden“, sagt Christopher Knörr, Group Vice President für DACH bei Workday. „Dann kann KI direkt im laufenden Workflow automatisch Vorschläge machen – zum Beispiel für die Personalplanung – ohne dass Informationen zwischen verschiedenen Tools hin- und herkopiert werden müssen.“
Fragmentierte Systeme belasten den Arbeitsalltag
Die Folgen von Systembrüchen sind im Arbeitsalltag deutlich spürbar. 78 Prozent der Beschäftigten in Deutschland erleben manchmal, oft oder sehr oft Tage, an denen sie sehr beschäftigt sind, aber nur wenig echter Fortschritt erzielt wird. Zugleich sehen 81 Prozent der Deutschen Prozess- und Systemthemen als wesentliche Stressquelle. 66 Prozent sagen außerdem, dass Entscheidungen verzögert werden oder scheitern, weil wichtige Informationen fehlen oder unklar sind.
Auch der direkte Zeitverlust durch manuelle Integrationsarbeit bleibt relevant: 22 Prozent der Beschäftigten in Deutschland verbringen mindestens sieben Stunden pro Woche damit, Informationen zwischen Systemen zu verschieben oder umzuformatieren. Ähnlich relevante Zeitfresser sind der Abgleich von Daten und das Nachverfolgen von Genehmigungen.
Fortschritt scheitert häufiger an Systemen als am Einsatz
Unabhängig von der KI-Nutzung zeigt die Studie ein positives Bild der Arbeitserfahrung: 99 Prozent der deutschen Beschäftigten bewerten ihre tägliche Arbeitserfahrung positiv und 87 Prozent sind zufrieden damit, am Ende eines typischen Arbeitstags Fortschritte bei Aufgaben gemacht zu haben, die für ihr Unternehmen wichtig sind. 86 Prozent sehen klar, wie ihre Arbeit zu übergeordneten Unternehmenszielen beiträgt, und 85 Prozent sind stolz auf die Ergebnisse ihrer Arbeit.
Die Herausforderung liegt also weniger im Engagement der Mitarbeitenden als in der Art und Weise, wie Arbeit über Systeme, Tools und Teams hinweg organisiert ist. Die Studie zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen positiver Wahrnehmung und konkretem Produktivitätseffekt. Beschäftigte erleben KI zwar bereits als hilfreich, aber noch nicht durchgängig als Entlastung im Arbeitsalltag.
Vertrauen in Systeme ist die Grundlage für Vertrauen in KI
Die Studie zeigt zudem, dass das Vertrauen in KI eng mit dem Vertrauen in die zugrunde liegenden Systeme und Daten verbunden ist. 86 Prozent der deutschen Beschäftigten geben an, dass ihr Vertrauen in KI steigt, wenn sie diesen Systemen und Daten vertrauen können. 78 Prozent geben außerdem an, dass ihr Unternehmen bei wichtigen Themen wie Gehalt, Compliance, Reporting oder Audits auf eine kleine Zahl vertrauenswürdiger Systeme setzt.
„Mitarbeitende werden KI nur dann vertrauen, wenn sie auch den zugrunde liegenden Systemen und Daten vertrauen. Deshalb sollte KI direkt in den zentralen Unternehmensanwendungen eingesetzt werden, in denen Sicherheit, Datenschutz und Compliance bereits verankert sind“, erklärt Knörr. „So können Unternehmen KI rechtskonform einsetzen und zugleich sicherstellen, dass sensible Daten verantwortungsvoll verarbeitet werden.“
Im Auftrag von Workday führte Harris Poll die Befragung vom 2. bis 24. März 2026 weltweit unter 6.100 Beschäftigten in den Bereichen Finanzen, HR, IT und Operations. Alle Befragten arbeiten aktiv mit KI und in Organisationen mit mindestens 500 Mitarbeitenden. 200 Teilnehmende stammen aus Deutschland, 50 aus Österreich und 100 aus der Schweiz.