HMS Industrial Networks GmbH

Remo Ingold, Geschäftsführer des Distributors und IoT-Dienstleisters B+I automation erklärt gemeinsam mit Horst Lange, Manager IIoT Strategy & Alliances bei HMS Industrial Networks worauf es bei der Wahl eines Partners für IoT-Projekte ankommt.

Interview über die Partnerschaft bei IIoT-Projekten „Sicher, skalierbar und bewährt“

05.05.2020

Entscheidend bei IIoT-Projekten sind sichere, skalierbare und bewährte Lösungen. Genauso wichtig ist aber die Wahl kompetenter Partner bei der Realisierung. Worauf es dabei ankommt, erläutern Remo Ingold, Geschäftsführer des Distributors und IoT-Dienstleisters B+I automation, sowie Horst Lange, Manager IIoT Strategy & Alliances bei HMS Industrial Networks, im Gespräch mit A&D.

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HMS bezeichnet sich selbst als Partner für die industrielle Kommunikation und IIoT-Konnektivität. Wie genau können Sie Unternehmen abseits vom Verkauf der richtigen Hardware bei der Vernetzung von Maschinen und Anlagen unterstützen?

Lange:

HMS kommt ursprünglich aus der Hardware mit Kommunikationslösungen – also im Prinzip IoT innerhalb einer Maschine. Aber mittlerweile sind auch die Maschinen im Produktionsnetzwerk eingebunden und es gibt die Knotenpunkte in die IT- und Applikationsebene. Wir sind inzwischen also kein reiner Problemlöser der Kommunikationstechnik mehr, sondern agieren im Kontext der Digitalisierungsstrategie des Kunden. Basierend darauf wählen wir die passenden Kommunikationslösungen von HMS aus und nehmen den richtigen Partner mit ins Boot, der dann die Umsetzung realisiert. Und hier sind wir beim entscheidenden Punkt. IIoT-Projekte lassen sich durch die Vielschichtigkeit und Komplexität nur mit den passenden Partnern realisieren – zielgerichtet auf die jeweilige Anwendung des Kunden.

Das heißt, HMS greift abhängig von den Anforderungen oder der vorhandenen IT- und Cloud-Infrastruktur auf den passenden Partner zurück?

Lange:

Exakt! So holen wir beispielsweise unseren Partner B+I automation mit ins Boot, wenn für den Kunden der Einsatz von IIoT-Lösungen von GE Digital oder ThingWorx von PTC für das Datenmanagement, Visualisierung und Analyse die ideale Wahl sind – oder er diese schon im Einsatz hat beziehungsweise präferiert. Genauso gehen wir bei der Partnerwahl vor, wenn für die avisierte IIoT-Anwendung als Plattform MindSphere, Cumulocity oder Cloud of Things im Fokus sind. Unsere Kommunikationslösungen sowie Schnittstellen und APIs unterstützen dabei offene Standards und alle großen und bewährten Plattformen.

Ist für B+I bei der Umsetzung eines IIoT-Projektes entscheidend, dass die verwendeten Kommunikationslösungen offene Standards und Schnittstellen verwenden?

Ingold:

Wir verwenden, wann immer es möglich ist, unbedingt offene Standards – um die Kosten möglichst gering zu halten und dem Kunden eine hohe Interoperabilität und Unabhängigkeit zu bieten. Das hervorragende bei den HMS-Lösungen ist natürlich der Support von Standards und offenen Schnittstellen. Mit den weit verbreiteten und auf dem Markt bewährten IoT-Plattformen von PTC und GE Digital – auf die wir spezialisiert sind – funktioniert der Datenabgriff und die Kommunikation dann sehr einfach. Weil HMS aber ein Spezialist für industrielle Schnittstellen und Protokolle ist, können wir mit deren Produkten auch bei den oft noch vorhandenen proprietären Kundenlösungen Daten ohne großen Aufwand abgreifen. Ich kenne niemanden, der auf dem Gebiet des Datentransports und Protokoll-Handlings so ein umfangreiches Know-how und Produktportfolio im Angebot hat.

Sobald es in die Digitalisierung auf der IT-Ebene geht, sind bei HMS also immer Partner am Zug?

Lange:

Eine harte Grenze gibt es da nicht. Mit unseren Lösungen bieten wir ja nicht nur reine Konnektivität, sondern wir kümmern uns auch um die sichere Datenkommunikation sowie um alles, was für den Fernzugriff, Fernwartung oder Retrofit notwendig ist. Und dann sprechen wir auch über Zertifikate, Benutzerverwaltung und unsere industrielle Cloud-Plattform Talk2M. Denn damit stellen wir alle notwendigen Daten aus Maschinen, Anlagen oder mobilen Geräten zentral und abgesichert für beliebige Applikationen und Cloud-Systeme über offene APIs zur Verfügung. Natürlich bieten wir unseren Kunden auch Basic-Tools an, um sehr einfach ein Monitoring der Maschinen und Anlagen zu ermöglichen. Für alles darüber hinaus brauche ich dann Integratoren, die eben die Umgebung des Kunden genau verstehen und sich in deren OT und IT integrieren können.

Was ist für B+I bei der Wahl des Partners für Kommunikationslösungen entscheidend?

Ingold:

Das sehe ich ganz pragmatisch! Neben den bereits erwähnten Vorteilen an Know-how beim Datentransport und dem Protokoll-Handling wissen wir, dass die Lösungen von HMS zuverlässig funktionieren, flexibel einsetzbar sind und attraktive Preise bieten – ein nicht zu unterschätzender Punkt bei der Projektumsetzung. Außerdem sind die HMS-Produkte bei Remote-Anwendungen generell sehr verbreitet und Kunden haben diese oft schon im Einsatz. Insofern gibt es für uns bislang keinen Grund, andere Kommunikationslösungen wie VPN-Router, Gateways, Acces Points & Co. für IIoT-Projekte zu evaluieren.

Viele Unternehmen wollen mit einem kleinen IIoT-Projekt anfangen, um Erfahrungen zu sammeln. Wie stellen Sie als IIoT-Dienstleister von Anfang an sicher, dass die Lösung dann auch skalierbar ist?

Ingold:

Wir setzen nur Produkte und Lösungen ein, die standardmäßig schon skalierbar sind. Gerade zu Beginn von IIoT-Projekten wollen Kunden erstmal mit wenigen Datenpunkten Erfahrung sammeln. Und genau dann werden Plattformen und Anwendungen wie von GE Digital oder PTC benötigt, die sich für den Proof of Concept auch günstig mit einer Lizenz für wenige Variablen einsetzen lassen – oft sogar als Demo-Lizenz für ein paar Monate kostenfrei. Funktioniert dann alles, so muss der Kunde ohne Einschränkung von 100 Datenpunkten auch auf eine Million hochskalieren können. Und wenn man dann nicht von Anfang an auf skalierbare Lösungen setzt, schneidet man sich ins eigene Fleisch. Das gilt natürlich auch für die Hardware!

Lange:

Skalierbarkeit ist einer der wichtigsten Punkte. Nur ein Beispiel: Ein großer Bestandskunde von uns wollte seine Maschinen digitalisieren. Für den Proof of Concept haben sie es selbst auf Basis eines Raspberry Pi realisiert, weil hier gibt es Open Source und es ist günstig. Doch dann begannen schnell die Probleme, als in der Testphase rund 20 Installationen im Feld arbeiteten. Unterschiedliche Versionen der Software und Patches waren aufgespielt, der Überblick, was wann zu updaten war, wurde immer schwieriger. Es kamen all die Skalierfragen auf: Wie lässt sich die Firmware überprüfen, wie führe ich ein Device-Management durch, wie lassen sich alle Maschinen zentral verwalten, wer bekommt welche Zugriffsrechte und so weiter. Hier muss dem Kunden klar gemacht werden, eine zentrale Forderung an die verwendete Hardware muss eine skalierbare Verwaltbarkeit sein.

Ingold:

Für uns ist noch entscheidend, dass sich alle Router, Gateways und Connectivity-Produkte zentral über standardisierte Protokolle konfigurieren lassen. Das heißt, wir können beim Kunden beispielsweise mit der IoT-Plattform ThingWorx nicht nur Data Analytics und Visualisierung machen, sondern auch alle Geräte direkt damit managen. Und mit den Produkten von HMS wie den Ewon-Routern ist das problemlos möglich. Das ist für B+I ein weiterer Grund, warum wir auf die Partnerschaft mit HMS setzen.

Mit Talk2M bietet HMS neben der Hardware eine industrielle Cloud-Plattform an. Welche Rolle nimmt die Lösung bei IIoT-Projekten ein?

Lange:

Talk2M ist keine klassische Cloud-Plattform, sondern ein Datenproxy. Die Lösung nimmt Daten zentral sammelnd entgegen und verteilt sie über beliebige Schnittstellen und APIs weiter – beispielsweise an Cloud-Plattformen wie MindSphere, Azure und Co. oder an Anwendungen wie ThingWorx. Das ist die Idee hinter Talk2M. Unsere Kunden und Partner erhalten damit einen überwachbaren, zertifizierten und sicheren Weg, an die Daten der Geräte, Maschinen und Anlagen zu kommen. Dabei ist ein weiteres großes Asset von Talk2M, dass dieser Infrastruktur-Dienst global auf fünf Kontinenten mit über 30 Servern in entsprechend vielen Rechenzentren verfügbar ist. Und um eine weitere Zahl zu nennen: Inzwischen sind rund 270.000 Anlagenpunkte an Talk2M weltweit angeschlossen; das zeigt die Akzeptanz des Dienstes.

Bevor die Daten aber in der Cloud oder in der Anwendung landen, müssen sie zuverlässig transportiert werden. Welche Ausfallsicherheit bieten denn die Kommunikationslösungen von HMS?

Lange:

Hier bieten wir zum einen redundante Kommunikationswege über Mobilfunk, WLAN oder LAN. Fällt ein Medium aus, so erfolgt in den Geräten automatisch ein Fallback auf die alternativen Kanäle. Hinzu kommt, dass sich in einem Anlagensystem unsere Ewon-Router auch gegenseitig überwachen, ob die Funktionalität gewährleistet ist. Damit lassen sich wieder sehr effizient beispielsweise Lösungen für die sichere Alarmüberwachung in Analgen realisieren.

Ingold:

Genau wegen dieser Funktionalität der Ewon-Geräte von HMS setzten wir schon bei entsprechenden Kundenprojekten auf HMS. Denn so können wir nicht nur sehr einfach über Watchdogs sicherstellen, dass die Geräte noch eingeschalten sind, sondern auch die Funktion noch gewährleistet ist. Natürlich könnten wir eine sichere Alarmerfassung in Anlagen auch noch ganz anders realisieren, aber das wäre wesentlich kosten- und zeitintensiver. Bei den HMS-Lösungen ist eine entsprechende Logik schon inkludiert.

Warum sollen Kunden und Partner auf die IIoT- und Kommunikationslösungen von HMS setzen?

Lange:

Wir sind die Pioniere der Fernübertragung und sicheren Verarbeitung von Daten. Durch die globale Präsenz von HMS erhalten Unternehmen in allen wichtigen Industrieländern lokalen Support. Und wir haben ein großes Ökosystem an Systemintegratoren sowie Solution-Partner und können für jede Branche und Anwendung entsprechend Kompetenz bieten und vermitteln. Wir verstehen, wie die IT funktioniert, aber wir verstehen noch viel besser, worauf es in der OT-Ebene ankommt. Und diese zwei Welten zusammenzubringen ist eine zentrale Aufgabe von HMS.

Bildergalerie

  • Horst Lange, Manager IIoT Strategy & Alliances bei HMS Industrial Networks, beantwortet gemeinsam mit Remo Ingold, Geschäftsführer bei B+iIautomation die Frage, worauf es bei der Wahl eines Partners für IoT-projekte annkommt.

    Bild: Schamari

  • HMS bietet mit den Anybus-, Ewon-, Intesis- und Ixxat-Lösungen vielfältige Kommunikationslösungen für Geräte und Maschinen in der Automatisierung und industriellen IoT-Anwendungen.

    Bild: HMS Industrial Networks

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