Warnung vor Rechtsrisiken im Netzpaket

EU-Recht gegen Redispatch-Vorbehalt: Warum das Netzpaket juristisch wackelt

Das geplante Netzpaket schafft laut Gutachten Rechtsunsicherheit und bremst den für die Energiewende notwendigen Netzausbau für erneuerbare Energien.

Bild: Gemini, publish-industry
19.02.2026

Ein Gutachten der Kanzlei Raue im Auftrag des Bundesverbands WindEnergie bewertet das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorgeschlagene Netzpaket mit Redispatch‑Vorbehalt als europarechtlich unzulässig. Bärbel Heidebroek warnt vor Rechtsunsicherheit und Streit. Der Verband legt eine Beschleunigungsagenda vor.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorgeschlagene Netzpaket mit dem zentralen Element eines Redispatch-Vorbehalts ist europarechtlich nicht zulässig. Dies geht aus einem Gutachten der Kanzlei Raue hervor, das der Bundesverband WindEnergie in Auftrag gegeben hat.

„Wir warnen davor, einen europarechtlich unzulässigen Weg weiterzugehen. Die daraus resultierenden Unsicherheiten und potenziellen rechtlichen Auseinandersetzungen können das gesamte Wertschöpfungsnetzwerk der Energiewende ausbremsen“, machte Bärbel Heidebroek deutlich.

Gleichzeitig unterstreicht der Bundesverband WindEnergie, dass der Anspruch des Koalitionsvertrags, Netz- und Erneuerbarenausbau aufeinander abzustimmen, richtig ist. Dazu stellt der Verband eine Beschleunigungsagenda vor.

  1. Anwendung des von den Netzbetreibern bereits 2016 ausgelobten NOXVA-Prinzips (Netzoptimierung vor Flexibilitäten vor Verstärkung vor Ausbau)

  2. Digitalisierung der Netze vorantreiben und dynamische Netzentgelte für Verbraucher einführen

  3. Flexibilitäten nutzen und Recht auf Überbauung umsetzen

  4. Netzausbau beschleunigen und die Ertüchtigung von Verteilnetzen erleichtern

  5. Steuerung der Einspeisung anstelle der Erzeugung

  6. Anreizregulierung beibehalten, Energiewendeleistung berücksichtigen

  7. Einheitlichen Reservierungsmechanismus und Netztransparenz einführen, Windhundprinzip überarbeiten

  8. „Nutzen statt Abregeln“ nutzbar machen

„Die Bundesregierung muss einen gesetzlichen Impuls geben, damit die vorhandene Netzinfrastruktur besser genutzt werden kann und Investitionen in die Digitalisierung und den Netzausbau an Tempo gewinnen. Die Netzbetreiber dürfen mit dem Problem angehäufter Netzanschlussbegehren nicht allein gelassen werden, indem man die Entscheidung der Priorisierung von Netzanschlüssen auf sie abwälzt. Das Netzpaket gibt keine Antwort, sondern schafft Rechtsunsicherheit und Bürokratie. Unsere Vorschläge sind ein Angebot an die Politik, es besser zu machen“, so Bärbel Heidebroek.

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