HMS Industrial Networks GmbH

Thierry Bieber ist Industry Segment Manager bei HMS Industrial Networks und verantwortet dort das Business Development für industrielle Kommunikations- und IIoT-Lösungen für die Automatisierungsbranche. Er hat über 20 Jahre Erfahrung in der industriellen Kommunikation und ist Experte für die Vernetzung von Maschinen. Darüber hinaus engagiert er sich in Organisationen wie zum Beispiel PNO und VDMA.

Bild: HMS Industrial Networks

Podcast mit Thierry Bieber, HMS (Promotion) Keine Kompromisse bei der Anlagensicherheit

17.11.2021

Bei Fernwartungslösungen geht es längst nicht mehr nur um Fernzugriff im Fehlerfall, sondern auch um die Inbetriebnahme einer Maschine oder ganzer Fertigungslinien ­ und zwar ohne die Sicherheit oder den Betrieb der Anlage zu gefährden!

Durch die Corona-bedingten Reisebeschränkungen stehen Fernwartungslösungen nicht nur bei Maschinenbauern, sondern auch bei Anlagenbetreibern stärker im Fokus als vor der Pandemie. Es geht längst nicht mehr nur um den Fernzugriff im Fehlerfall, sondern auch um die Inbetriebnahme von Maschinen oder um die Verwaltung ganzer Fertigungsanlagen, möglichst über Standortgrenzen hinweg. Beim Thema Fernwartung steht insbesondere bei den Anlagenbetreibern, die oft Maschinen verschiedener Hersteller einsetzen, das Thema Sicherheit an erster Stelle. Soweit die Theorie.

Den gesamten Text als Podcast finden Sie hier:

Doch die Realität sieht heute oft noch anders aus: Wenn es schon Fernwartungslösungen gibt, dann sind diese meistens nicht einheitlich, sondern wurden von den verschiedenen Lieferanten installiert, damit diese im Fehlerfall auf eine bestimmte Maschine in der Anlage zugreifen können. Das Nebeneinander verschiedener Lösungen macht das Management der Zugriffsrechte für den Anlagenbetreiber schnell komplex, unübersichtlich und schwer kontrollierbar.

Begrenzte Kontrolle und wenig Transparenz

Alternativ dazu bietet auch die IT-Abteilung ihre Lösung an, die nicht unbedingt für den Einsatz im industriellen Umfeld prädestiniert ist. Aus Sicht des Maschinenbedieners oder Servicetechnikers muss der Fernzugriff einfach herzustellen sein, damit er bei Bedarf schnell Unterstützung vom Maschinenexperten erhält. Und zwar ohne zeitaufwendige Zugriffsanforderung über die lokale IT, wie es bei reinen IT-Lösungen oft der Fall ist.

Wenn jeder Lieferant mit einer eigenen Lösung ins Rennen geht, bedeutet das für den Anlagenbetreiber auch, dass er nur begrenzte Kontrolle über die installierten Lösungen und deren Konfigurationen hat. Oft weiß er nicht, welche Benutzer definiert oder welche Passwortrichtlinien hinterlegt wurden. Es ist auch nicht transparent, wer sich wann, wie lange mit welcher Maschine verbunden hat. Abgesehen von den Sicherheitsrisiken, die dadurch entstehen, ist dieser Wildwuchs auch wenig effizient, weil es im Unternehmen keinen definierten Prozess für die Fernwartung gibt.

Deshalb ist es für Anlagenbetreiber enorm wichtig, eine einheitliche Fernwartungslösung aufzusetzen, mit der sie die Zugriffsrechte für den Fernzugriff auf die eingesetzten Maschinen und deren interne wie externe Servicedienstleister zentral verwalten können. Denn nur mit standardisierten Prozessen haben Anlagenbetreiber die Sicherheit im eigenen Werk selbst im Griff! Sie geben doch auch nicht die Zugangsdaten für Ihr Online Banking heraus. Warum sollten Sie es dann bei Ihren Anlagen tun?

Auf einheitliche Lösung setzen!

Ich kann Anlagenbetreiber nur ermutigen, auf eine einheitliche Lösung zu setzen. Doch wie muss eine standardisierte Fernwartungslösung aussehen? Im Wesentlichen geht es darum, dass der Anlagenbetreiber mit seinen Maschinenbauern Hand in Hand arbeiten kann. Skalierbarkeit, Zukunftssicherheit und zertifizierte Sicherheit sind weitere wichtige Aspekte, die bei einer solch strategischen Entscheidung zu berücksichtigen sind.

Aus Sicht von HMS Industrial Networks ist Fernwartung außerdem der erste Schritt ins IIoT und spielt eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung von Fertigungsanlagen. Also ein hochaktuelles Thema!

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