Im Bereich des 3D-Drucks sind in den letzten Jahren zahlreiche Stellen ausgeschrieben worden.

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Arbeitsmarkt Additive Fertigung Fast 90 Prozent Wachstum: 3D-Druck wird zum Jobmotor

29.01.2018

Laut einer Untersuchung der Jobplattform Joblift verzeichnet der Stellenmarkt im Bereich des 3D-Drucks eine hohe Nachfrage. So wurden in den letzten zwei Jahren über 6.000 Stellen geschaffen. Damit wächst die Branche mehr als doppelt so schnell wie der gesamte Stellenmarkt.

Die Jobplattform Joblift hat die Entwicklung des Stellenmarktes im 3D-Druck-Bereich untersucht und eine immense Nachfrage verzeichnet. In den letzten zwei Jahren wurden über 6.000 Stellen geschaffen und 2017 betrug das Wachstum bemerkenswerte 88 % im Vergleich zum Vorjahr. Von diesem Aufschwung profitierten vor allem Kleinunternehmen und inserierten 2017 mehr als doppelt so häufig wie noch im Vorjahr. Momentan findet die additive Fertigung am häufigsten Anwendung im Maschinen- und Anlagenbau, doch in Zukunft könnten sich Medizintechnik, Automobilbranche und Luft- und Raumfahrttechnik zu entscheidenden Einsatzgebieten entwickeln: Die Stellenanzeigen haben sich in diesen Branchen 2017 mehr als verdreifacht.

In den letzten 24 Monaten ließ sich ein ausgesprochen starkes Stellenwachstum in der additiven Fertigung beobachten. Wurden 2016 noch 2.178 Jobs ausgeschrieben, waren es im vergangenen Jahr bereits 4.099 – das entspricht einer Zunahme von 88 %. Eine immer schneller werdende Drucktechnologie und die steigende Zahl verwendbarer Materialen dürften die Hauptgründe dafür darstellen, dass die Branche sich rasant weiterentwickelt. Das durchschnittliche monatliche Wachstum in den letzten zwei Jahren betrug 7 %, also mehr als doppelt so viel wie das allgemeine Wachstum pro Monat des deutschen Stellenmarktes von 3 %.

Steigende Zahl der Vakanzen im Jahr 2017

Rund die Hälfte der Jobs entstanden in Konzernen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Dagegen stammen 22 % der Ausschreibungen von Kleinunternehmen mit unter 50 Mitarbeitern, im Jahr 2017 nahm die Zahl dieser Vakanzen jedoch um 120 % zu. In den Großunternehmen lag das Wachstum im vergangenen Jahr bei 73 %. Vermutlich geht eine technische Weiterentwicklung auch mit einer spürbaren Preissenkung aller benötigten Komponenten einher – und ermöglicht so kleinen und finanzschwächeren Unternehmen ebenfalls die Arbeit an und mit 3D-Druckern.

Die Wahl der Standorte der inserierenden Unternehmen spricht für eine Dezentralisierung der Branche: München, Hamburg und Berlin führen zwar auf den Plätzen eins bis drei die zehn meistausschreibenden Städte an und München bündelt dabei ganze 15 % aller Stellen. Drei der zehn wichtigsten Standorte befinden sich jedoch in Städten mit unter 8.000 Einwohnern, die vier übrigen liegen zwischen 25.000 und 600.000 Einwohnern. Die beiden Unternehmen mit den meisten Stellenausschreibungen im 3D-Druck Bereich 2017, EOS und DMG Mori, sitzen beispielsweise in Krailling und Bielefeld.

Zunehmende Verbreitung von 3D-Druckverfahren

Gerade durch neuartige Möglichkeiten zur additiven Verarbeitung industriell relevanter oder biokompatibler Materialien wie Metall oder Titan eroberten 3D-Druckverfahren in den letzten 24 Monaten diverse Branchen. Mit 2.205 Inseraten wurden im Maschinen- und Anlagenbau die meisten Stellen geschaffen, aber auch die Automobilbranche (1.403 Stellen), die Zahn- und Medizintechnik (1.343 Stellen) und Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt (1.289 Stellen) schrieben vermehrt Jobs aus. Während das Stellenangebot sich im Maschinen- und Anlagenbau 2017 verdoppelte, inserierten die Medizintechnik- und Automobilbranche mehr als dreimal so häufig wie noch im Vorjahr. Unternehmen in der Luft- und Raumfahrtindustrie schrieben im vergangenen Jahr sogar 251 % mehr Stellen in der additiven Fertigung aus. Besonders gefragt waren neben Konstrukteuren und Maschinenbauern, die in 1.136 Inseraten gesucht wurden, vor allem Programmierer in 710 der Vakanzen. Außerdem richteten sich 581 der Gesuche an Sales und Business Development Experten und 458 Stellen entstanden in der Forschung und Entwicklung.

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