Schrottsortierung stärkt Rohstoffversorgung der Industrie

Wie Schrott zu hochwertigen Rohstoffen wird

In der Sortieranlage in Hamm von Trimet wird Aluminiumschrott per LIBS analysiert und automatisch in Materialfraktionen getrennt.

Bild: Trimet
01.09.2026

Nicht jeder Aluminiumschrott eignet sich ohne Weiteres für die Wiederverwertung. Da die Zusammensetzung stark variiert, sind eine präzise Sortierung und Aufbereitung entscheidend. Diese Aufgabe übernimmt eine neue Anlage in Hamm.

Die steigenden Anforderungen an Ressourceneffizienz und Klimaschutz erhöhen die Nachfrage der verarbeitenden Industrie nach Recyclingaluminium und setzen die internationalen Schrottmärkte unter Druck. Da die verfügbaren Schrotte stark unterschiedliche Zusammensetzungen aufweisen, sind hohe Anforderungen an Sortierung und Analyse bei ihrer Aufbereitung für die Wiederverwertung zu berücksichtigen.

Wie Schrott besser nutzbar wird

Der Aluminiumproduzent Trimet errichtet deshalb in Hamm einen neuen Standort für die Aufbereitung und Sortierung von Aluminiumschrotten. Dieser soll die Versorgung der Gießereien und Umschmelzwerke mit hochwertigen Recyclingrohstoffen sicherstellen. „Die Transformation der Industrie braucht leistungsfähige und stabile Stoffkreisläufe“, sagt Philipp Schlüter, Vorstandsvorsitzender von Trimet Aluminium. „Mit dem neuen Standort in Hamm schaffen wir zusätzliche Unabhängigkeit bei der Rohstoffversorgung und stärken gleichzeitig unsere Fähigkeit, hochwertige Recyclingwerkstoffe für die Industrie bereitzustellen.“

Eine neue Sortieranlage am Trimet-Standort in Hamm analysiert Aluminiumschrotte mit der Laser-Technik LIBS und ordnet das Material automatisch verschiedenen Fraktionen zu. Die Anlage verbindet Verarbeitungsgeschwindigkeit mit Sortierung. Das System wertet bis zu 150 Teile pro Sekunde spektroskopisch aus und identifiziert selbst geringe Anteile von Legierungselementen wie Silicium, Kupfer, Eisen oder Magnesium. Anschließend werden die Schrotte mithilfe gezielter Luftimpulse den jeweiligen Materialfraktionen zugeordnet. Eine Schrottpresse verdichtet das Material zu transport- und schmelzfähigen Paketen.

40.000 t Kapazität für hochwertiges Recyclingaluminium

Der Standort ist für eine Kapazität von 40.000 t pro Jahr ausgelegt und wird im Oktober 2026 den Betrieb aufnehmen. Damit integriert das Unternehmen Arbeitsschritte, die bislang überwiegend externe Partner übernommen haben. Durch die Einbindung dieser Prozesse in die Produktionsplanung der Aluminiumhütten und Recyclingwerke kann Trimet die Bereitstellung von Legierungen flexibler steuern, die Abhängigkeit von Primärrohstoffen reduzieren und zugleich die CO2-Bilanz seiner Werkstoffe verbessern. Die präzisere Sortierung erhöht die Qualität der Recyclingströme, steigert die Ressourceneffizienz und unterstützt die Entwicklung hochwertiger Aluminiumwerkstoffe mit steigenden Recyclinganteilen.

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