Vor der IAA Transportation 2026 zeigt ZF Friedrichshafen einen technologieoffenen Ansatz zur Dekarbonisierung von Nutzfahrzeugen. Da unterschiedliche Anwendungen, Einsatzprofile und Märkte auch unterschiedliche Lösungen erfordern, kombiniert ZF Hybridtechnologien, elektrische Antriebssysteme, effizienzsteigernde Fahrzeugtechnologien und intelligente Software zu einem Portfolio für die Dekarbonisierung. Damit können Hersteller und Flottenbetreiber ihre Emissionen im eigenen Tempo reduzieren und zugleich Nachhaltigkeit, Betriebseffizienz und Gesamtbetriebskosten in Einklang bringen – auf dem Weg zum emissionsfreien Transport.
Modulares Antriebsstrangportfolio für Nutzfahrzeuge
Im Kern der Dekarbonisierungsstrategie von ZF steht ein technologieoffenes Antriebsstrangportfolio, das auf skalierbaren und modularen Plattformen basiert. Es umfasst konventionelle, hybride und elektrische Antriebsstrangkonfigurationen für Nutzfahrzeuganwendungen weltweit. Aufbauend auf bewährten Systemen und Komponenten über verschiedene Architekturen hinweg bietet ZF seinen Kunden passgenaue Lösungen für die jeweilige Anwendung, Infrastruktur und regionale Anforderungen. Durch Systemintegration und intelligente Software lassen sich darüber hinaus zusätzliche Effizienzpotenziale realisieren.
„Es gibt keinen einheitlichen Weg zur Dekarbonisierung bei Nutzfahrzeugen“, sagt Winfried Gründler, Leiter der Business Unit Driveline Solutions bei ZF. „Kunden benötigen Lösungen, die bereits heute Emissionen senken und dennoch wirtschaftlich sinnvoll sind. Mit unserem technologieoffenen Portfolio ermöglichen wir OEMs und Flottenbetreibern eine schrittweise Dekarbonisierung unter Erhalt der Betriebseffizienz.“
Hybridtechnologien für schrittweise Elektrifizierung
Mit seinem modularen Ansatz im Antriebsstrang ermöglicht ZF seinen Kunden, den Elektrifizierungsgrad zu wählen, der ihren betrieblichen Anforderungen am besten entspricht. Hybridtechnologien wie das Getriebe TraXon 2 Hybrid ermöglichen einen schrittweisen Übergang von konventionellen zu elektrifizierten Antriebssträngen. Dies ist insbesondere dort von Vorteil, wo ein rein elektrischer Betrieb wirtschaftlich oder infrastrukturell noch nicht realisierbar ist. Das für schwere Nutzfahrzeuge ausgelegte System vereint Hybrid- und Elektrofahrmodi, unterstützt die Energierückgewinnung und ermöglicht das rein elektrische Fahren in Umweltzonen.
Das System basiert auf der TraXon-Getriebeplattform und verwendet Komponenten aus dem ZF-Portfolio für elektrische Antriebsstränge. Dadurch verbindet das TraXon 2 Hybrid die Vorteile der Elektrifizierung mit der Zuverlässigkeit und Flexibilität eines konventionellen Antriebsstrangs. Flotten können dadurch ihren Kraftstoffverbrauch und ihre Emissionen senken, ohne Kompromisse bei Reichweite oder Einsatzfähigkeit eingehen zu müssen.
Elektrische Antriebe für bestehende und neue Plattformen
Für Anwendungen, bei denen ein vollelektrischer Betrieb der geeignete Weg zur Dekarbonisierung ist, erweitert ZF sein Portfolio an elektrischen Antriebssträngen. Die elektrischen Zentralantriebssysteme der CeTrax-2-Familie bieten eine skalierbare Elektrifizierungslösung für bestehende Fahrzeugarchitekturen mit Verbrennungsmotor. Geplante Weiterentwicklungen, darunter höhere Leistungsstufen, ein breiteres Anwendungsspektrum und die Verfügbarkeit eines Nebenabtriebs (PTO), ermöglichen es der Plattform, ein noch breiteres Spektrum an Nutzfahrzeuganwendungen zu unterstützen.
Die elektrische Achsfamilie AxTrax 2 unterstützt spezielle Elektrofahrzeugplattformen und wird mit höheren Drehmomenten weiterentwickelt, dadurch erweitern sich die zulässige Nutzlast und der Anwendungsbereich. ZF verfolgt seinen Dekarbonisierungsansatz über den Antriebsstrang hinaus weiter. Elektrifizierte Anhängerkonzepte und Luftmanagementsysteme eröffnen zusätzliches Potenzial zur Reduzierung von Emissionen und Effizienzverbesserung.
Zusätzliche Effizienzpotenziale im Gesamtsystem
Die Elektrifizierung von Anhängern baut auf dem Know-how von ZF in den Bereichen E-Achsen, Bremssysteme und Fahrzeugintegration auf und wird derzeit in Entwicklungs- und Pilotprojekten verfolgt. Gleichzeitig verbessert der e-comp Scroll Luftkompressor die Gesamteffizienz des Fahrzeugs, sein ölfreies Design verbessert die Druckluftqualität und reduziert den Wartungsaufwand. Zudem unterstützt der niedrige Geräuschpegel beispielsweise den Einsatz im Stadtbusverkehr.
„Hybrid- und Elektroantriebstechnologien sind zentrale Bausteine für die Dekarbonisierung“, sagt Dr. Johannes Heseding, Manager Innovation Elektrifizierung & Effizienz. „Zusätzliche signifikante Effizienzgewinne lassen sich durch das intelligente Zusammenspiel der ZF-Systemen im Fahrzeug erzielen, insbesondere durch die Synergien zwischen Antriebs- und Bremssystemen.“ Hierbei koordinieren integrierte Steuerungsfunktionen die Systeme für Antrieb, Bremsen und Energiemanagement, um den Energieverbrauch zu verbessern und weitere Senkungen der Emissionen und Betriebskosten zu erreichen. Diese Vorteile lassen sich mit einzelnen Komponenten allein nicht erzielen.
Flexible Technologien für Vorschriften und Märkte
Da sich Vorschriften und Märkte zunehmend in Richtung eines saubereren und nachhaltigeren Verkehrs entwickeln, müssen OEMs und Flottenbetreiber ihre Fahrzeuge an regionale Anforderungen und regulatorische Zeitpläne anpassen und gleichzeitig flexibel für künftige Entwicklungen bleiben. Mit seinen skalierbaren Technologien bietet ZF seinen Kunden Lösungen, die aktuelle und bevorstehende Vorschriften, darunter auch Emissionsnormen wie Euro 7, erfüllen. Damit zeigt ZF praktikable Wege für die Mobilität der Zukunft auf.
Auf der diesjährigen IAA Transportation in Hannover (Halle 21, Stand B42) wird ZF seine neuesten Technologien zur Dekarbonisierung von Nutzfahrzeugen vorstellen. Dazu zählen auch Weiterentwicklungen im Bereich hybrider und elektrischer Antriebslösungen.