Die Industrie steht unter massivem Druck. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Produkte schneller entwickelt, kostengünstiger produziert werden und deutliche Mehrwerte bieten. Dies gelingt Maschinen- und Anlagenbauern durch das intelligente Zusammenspiel von Software, Hardware und Automatisierung. Wie auch kleinere Unternehmen große Tempo- und Skalierungseffekte aus diesem Dreischritt erzielen können, zeigen Rittal und Eplan auf der Hannover Messe (Halle 27, Stand D50). Gezeigt werden Lösungen von Engineering und Sourcing über Systemtechnik und Automatisierung bis hin zum Service.
„In der Industrie wird Geschwindigkeit zur entscheidenden Währung. Wer nicht Schritt hält, verliert im Wettbewerb“, sagt Uwe Scharf, Geschäftsführer Vertrieb Deutschland und Europa bei Rittal. „Software, Hardware und Automatisierung müssen als integriertes System funktionieren. Dieses Zusammenspiel schafft das Tempo und die Skalierbarkeit, die Unternehmen brauchen, um schneller zu planen, zu produzieren und ihre Anwendungen effizienter zu betreiben.“
Datendurchgängigkeit: Grundlage schneller Industrieprozesse
Der Ausgangspunkt liegt im Engineering. Hier entstehen die Daten, die Planung, Beschaffung, Fertigung und Betrieb steuern. Je strukturierter und konsistenter diese Daten sind, desto stärker lassen sich Prozesse automatisieren und beschleunigen.
„Die Chancen von Automatisierung und AI können nur genutzt werden, wenn die Datenbasis stimmt“, sagt Sebastian Seitz, Geschäftsführer von Eplan. „Gut aufbereitete Engineering-Daten werden zur strategischen Ressource der Industrie.“ Auf der Hannover Messe zeigt Eplan, wie sich Engineering-Prozesse vereinfachen und die Datendurchgängigkeit konsequent ausbauen lassen. Durch die Weiterentwicklung der Eplan-Software wurde das Produktportfolio deutlich verschlankt und noch stärker an den typischen Arbeitsabläufen der Anwender ausgerichtet. Engineering-Disziplinen lassen sich besser integrieren und bilden die Grundlage für einen digitalen Zwilling als Single Source of Truth.
Auf dieser Datengrundlage entstehen neue Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die in Hannover präsentiert werden. Mit Eplan Smart Sourcing sind künftig die Verfügbarkeit und die Lieferzeiten von Komponenten bereits im Engineering sichtbar. Konstrukteure erkennen frühzeitig, ob Bauteile rechtzeitig verfügbar sind oder ob sie Alternativen einplanen sollten. Lange Abstimmungsschleifen mit dem Einkauf oder den Lieferanten gehören dann der Vergangenheit an.
Auch das Änderungsmanagement von Komponenten wird transparenter. Hier kommt die sogenannte Product Change Notification (PCN) zum Einsatz. Damit lassen sich Informationen über Änderungen von Komponenten übermitteln. Die Software Eplan empfängt diese Informationen vom Komponentenhersteller über die Asset Administration Shell (AAS) und aktualisiert damit das Data Portal. Im Portal erscheint daraufhin automatisch, konsistent und fehlerfrei eine entsprechende Nachricht. Auf dieser Basis erhalten Anwender frühzeitig Hinweise auf Abkündigungen, technische Änderungen oder wichtige Updates und können diese unmittelbar im Engineering berücksichtigen.
Von Daten zur automatisierten Fertigung
Strukturierte Engineering-Daten sind die Grundlage für automatisierte Produktionsprozesse. Auf der Hannover Messe zeigt Rittal, wie sich diese Datengrundlage direkt in schnellere und stabilere Fertigungsprozesse im Anlagenbau übertragen lässt. Wie auch kleinere Steuerungsbauer von den Vorteilen einer vollautomatischen Drahtkonfektionierung profitieren können, zeigt Rittal Automation Systems mit der neuen Wire-Terminal-WT-L-Serie. Die kompakte und wirtschaftlich attraktive Neuentwicklung senkt die Einstiegshürde für Automatisierung und macht diese Technologie einer größeren Zahl von Unternehmen zugänglich.
Die Hannover Messe zeigt in unzähligen Use Cases das Potenzial von KI für die Industrie. Um sie im großen Stil anzuwenden, ist auch technologisches Neuland bei der IT-Infrastruktur erforderlich. Künstliche Intelligenz und High Performance Computing treiben die Leistungsdichte in Rechenzentren auf ein neues Level, das gänzlich neue Konzepte, vor allem bei Strom und Kühlung, erfordert.
Rittal präsentiert auf der Hannover Messe neuartige Infrastruktur-Lösungen, die die erforderliche Rechenzentrumswende für KI ermöglichen. Neue Architekturen bringen die Stromverteilung näher an die IT-Systeme und ermöglichen eine modulare Versorgung direkt im White Space von Rechenzentren – auch mit Gleichstrom. Stromverteilungsplattformen wie RiLineX und Ri4Power schaffen die technologische Grundlage dafür. Ein Beispiel für solche Architekturen sind Sidecar-Lösungen, bei denen die Leistungselektronik in eigenen Power-Racks direkt neben den Server-Racks installiert wird. Sie ermöglichen eine skalierbare und standardisierte Stromversorgung für hochverdichtete Rechenzentrumsinfrastrukturen.
Mit steigender Leistungsdichte – auch durch den Einsatz von KI – rückt zugleich die Kühlung stärker in den Mittelpunkt. Klassische luftbasierte Konzepte stoßen an ihre physikalischen Grenzen, sodass Chips direkt mit Flüssigkeit gekühlt werden müssen. Rittal präsentiert deshalb auf einer Sonderausstellung Lösungen für Direct Chip Cooling. Diese eröffnen auch neue Möglichkeiten für die Wärmerückgewinnung und tragen somit dazu bei, den Zielkonflikt zwischen KI-Nutzung und CO2-Fußabdruck zu lösen.
Besucherinnen und Besucher finden dort auch Lösungen für den wachsenden Bedarf in der Industrie und bei Outdoor-Anwendungen, wie beispielsweise bei Batteriespeichern. Hier verändern regulatorische Vorgaben die Technologie. So gelten ab 2027 in der EU strengere Anforderungen an Kältemittel in Kühlgeräten und Chillern. Rittal stellt dafür ein zukunftssicheres Portfolio bereit, das es Maschinen- und Anlagenbauern ermöglicht, ihre Anwendungen frühzeitig regelkonform auszulegen und langfristig tragfähig zu gestalten.
Auf der Hannover Messe zeigen Rittal und Eplan, wie mit aufeinander abgestimmten Software-, Hardware- und Automatisierungslösungen digitale Wertschöpfung funktioniert: durchgängige Daten im Engineering, automatisierte Fertigung und Infrastrukturlösungen, die die Dynamik digitaler Anwendungen erst ermöglichen. So entsteht durch Systemkompetenz neue industrielle Stärke und Wettbewerbsfähigkeit in Industrie und Digitalwirtschaft.