Mobile Stromerzeuger stärken Katastrophenschutz

Wenn das Licht ausgeht: Mehr Sicherheit bei Blackouts

Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH

Die SGV hat bei Atlas Copco 38 Stromerzeuger gekauft, um damit die Feuerwehrmagazine im Schweizer Kanton Solothurn auszustatten.

Bild: Atlas Copco
27.05.2026

Die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) hat von Atlas Copco 38 Stromerzeuger gekauft, um die Gemeinden im Kanton Solothurn besser auf großflächige Stromausfälle vorzubereiten. Die neuen Generatoren werden den Feuerwehren kostenlos zur Verfügung gestellt und sind auf den Strombedarf der jeweiligen Magazine abgestimmt.

Die SGV hat bei Atlas Copco 38 Stromerzeuger gekauft, um damit die Feuerwehren der Gemeinden im Schweizer Kanton Solothurn auszustatten. Nach einer ersten Beschaffungsrunde vor knapp zehn Jahren für 30 Gemeinden ziehen nun fast alle anderen Kommunen im Kanton nach. „Wir wollen damit die Bevölkerung für den Fall großflächiger Ausfälle des Stromnetzes versorgt wissen“, sagt Rolf Vogt, der bei der SGV als Fachspezialist Beschaffung und Beitragswesen angestellt ist.

Insgesamt investierte die SGV in 29 fahrbare Stromerzeuger des Typs QAS 45 sowie in neun QAS 110, von denen acht fahrbar sind und eine Maschine auf einer Abroll-Pritsche für ein Hakengerät installiert ist. Die Stromerzeuger bieten mehrere Anschlussmöglichkeiten, Stromverriegelungen, externe Kraftstoff- und Harnstoffanschlüsse sowie eine Schnellkupplung. Ihre Dimensionierung richtete sich in der Ausschreibung nach dem Strombedarf der Feuerwehrmagazine. „Dafür haben wir die einzelnen Feuerwehren befragt: Sie mussten jeweils einen Energieberater hinzuziehen und Messungen vornehmen“, erklärt Vogt.

Im Notfall auch eine heiße Suppe

Die Leistung der Generatoren sei so bemessen, dass diese einerseits den Strombedarf der Feuerwehrgebäude decken, andererseits an den Maschinen auch separate Heizungen oder warme Küchen betrieben werden können. „Die Menschen im Kanton sollen sich im Notfall auch aufwärmen und mit einer heißen Suppe versorgt werden können“, begründet Vogt. Die größeren Stromerzeuger seien darüber hinaus so ausgelegt, dass die Wehren auch eine Lösch- und Trinkwasserpumpstation anschließen können.

„Es ist immer eine Abwägung“, sagt Vogt: Einerseits sollten die Geräte so klein wie möglich bleiben, andererseits so groß wie nötig sein. „In Probeläufen müssen die Feuerwehren sie unter Last betreiben, haben für die Tests aber unter Umständen gar nicht genügend Geräte zum Anschließen.“ Eine noch größere Dimensionierung wäre daher nicht zielführend gewesen. Einige Städte verfügten bereits über Notstromaggregate, so dass in diesen Gemeinden die kleineren Stromerzeuger genügten.

Feuerwehren tragen nur die Betriebskosten für Diesel

Atlas Copco setzte sich in der Ausschreibung gegen sechs weitere Anbieter durch und überzeugte laut Vogt mit dem besten Gesamtkonzept: Dazu zählten vor allem die technische Ausstattung, das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Service und möglichst niedrige Kosten im Lebenszyklus (TCO). Die SGV kommt für alle Kosten auf, von der Investition bis zur Wartung.

Mit Atlas Copco hat die Versicherung einen Wartungsvertrag über fünf Jahre abgeschlossen, in dessen Rahmen der Lieferant die einzelnen Standorte anfährt, um die Generatoren zu prüfen und instand zu setzen. Die Feuerwehren selbst tragen lediglich die Betriebskosten für Diesel. Die Maschinen erfüllen übrigens die aktuelle Abgasstufe Stage V und sind mit Dieselpartikelfiltern ausgestattet.

Lichtmasten als wichtige Sonderausstattung

Zu den Besonderheiten der Ausschreibung zählten vor allem die Beleuchtungsmasten, die als optionale Zusatzausstattung gewünscht waren. „Das war kein Muss“, betont Vogt, „aber wenn Licht zur Verfügung steht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Geräte bei einer Übung oder bei einem Einsatz eingesetzt werden.“ Außerdem würden die Motoren auf diese Weise im Testbetrieb besser ausgelastet.

„Bei den kleineren Maschinen, die wir vor zehn Jahren bei einem Wettbewerber gekauft haben, war es aus Gewichtsgründen nicht möglich, einen Lichtmast anzubauen“, erinnert sich Vogt. Er empfinde es als bemerkenswerte Leistung von Atlas Copco, diese Ausrüstung inzwischen auch bei den kleinen Stromerzeugern möglich gemacht zu haben.

Die Integration der Lichtmasten erforderte eine Sonderlösung: Laut Ausschreibung sollten die Masten pneumatisch betrieben werden, während die Atlas-Copco-eigenen Beleuchtungen elektrisch arbeiten. „Wir haben die Masten deshalb bei einem Zulieferer eingekauft und sie selbst an den Geräten angebracht“, erklärt Laurent Houmard, Country Manager von Atlas Copco in der Schweiz. Die Lichtmasten sind 4,50 m hoch, lassen sich um 360 Grad schwenken und verfügen über vier LEDs sowie Funksteuerung.

Stützlast konstruktiv verringert

Eine weitere technische Beratungsleistung, auf die Laurent Houmard mit seinem Team stolz ist, betraf die Stützlast: Atlas Copco wies im Zuge der Ausschreibung darauf hin, dass die Zugmaschinen üblicherweise nur 75 kg Stützlast erlauben, die Generatoren im Normalfall aber bei gut 100 kg liegen. „Nach Bestätigung durch die SGV haben unsere Techniker den Generator auf dem Fahrgestell um sieben Zentimeter nach hinten versetzt“, sagt Houmard, „dadurch liegt die Stützlast der fahrbaren QAS nun sogar unter dem erlaubten Wert!“

Zu den weiteren Sonderausstattungen zählen jeweils eine codierte 7h-Einspeisedose, zwei abschließbare Alu-Boxen für Werkzeug, vier Abstützfüße am Chassis, eine zusätzliche Einspeisedose zum Aufladen von Batterien im Depot sowie die spezielle Feuerwehrbeschriftung in reflektierendem Weiß auf roter Grundlackierung.

Die 7h-Steckdose wird verwendet, um das Feuerwehrmagazin bei Stromunterbrechungen mit 400 Volt Wechselstrom zu versorgen. So ist die Feuerwehr immer einsatzfähig. Bei der zusätzlichen Einspeisedose handelt es sich um eine 230-V-Steckdose, mit der im Feuerwehrmagazin die Startbatterien der QAS 45 oder QAS 110 aufgeladen werden. Alle Um- und Sonderaufbauten sowie die Lackierung hat Atlas Copco zentral am Standort in Studen ausgeführt.

Fast alle Gemeinden im Kanton haben nun einen Stromerzeuger

Mit der Anschaffung verfolgt die SGV nicht nur das Ziel, die Bevölkerung in Notfällen besser versorgen zu können - sie hat auch ein handfestes wirtschaftliches Interesse: Die öffentlich-rechtliche Institution sichert über 100.000 Gebäude im Kanton, hat die Oberaufsicht der Feuerwehren und muss deren Einsatzbereitschaft aufrechterhalten.

Ein gut ausgestattetes Feuerwehrwesen kommt also unmittelbar dem Versicherungsschutz zugute. Bis auf wenige Ausnahmen sind nun 96 bis 97 Prozent aller Feuerwehren im Kanton Solothurn mit Stromerzeugern versorgt. Fünf Betriebsfeuerwehren sowie einige wenige Gemeinden mit vorhandener Notstromausstattung wurden nicht berücksichtigt.

Insgesamt zieht Vogt ein positives Fazit - insbesondere im Vergleich zur ersten Beschaffungsrunde vor zehn Jahren. „Diesmal war die Abwicklung viel professioneller, die Beratung einfach nur top!“ Die Kommunikation sei sehr offen, kurz und unkompliziert gewesen. Auch die Typenprüfung verlief erfreulich zügig: Normalerweise dauert sie rund sechs Monate, dank guter Kooperation mit den Behörden ging es diesmal deutlich schneller.

Die 38 Stromerzeuger wurden an vier Terminen übergeben; die Schulungen, an denen jeweils zehn Personen teilnahmen, bewertet Vogt als sehr kompetent. „Atlas Copco hat den Feuerwehrleuten die Steuerung erklärt und einige Kniffe und Tricks vermittelt, so dass sich alle gut informiert fühlen und bislang keine Rückfragen aufgetaucht sind.“

Einen ersten Praxiseinsatz gab es bereits in der Nacht nach der ersten Schulung: „In einer Gemeinde musste die Wasserwehr ausrücken. Sie haben mithilfe ihres neuen Stromerzeugers außerhalb des Dorfes ein Notnetz aufgebaut und Pumpen angeschlossen, um ein Landwirtschaftsgebäude auszupumpen.“ Trotzdem hofft Vogt, dass die Maschinen künftig möglichst selten benötigt werden.

Bildergalerie

  • Die Stromerzeuger bieten mehrere Anschlussmöglichkeiten, Stromverriegelungen, externe Kraftstoff- und Harnstoffanschlüsse sowie eine Schnellkupplung. Alle Bedieneinheiten und Anschlüsse sind leicht zugänglich.

    Die Stromerzeuger bieten mehrere Anschlussmöglichkeiten, Stromverriegelungen, externe Kraftstoff- und Harnstoffanschlüsse sowie eine Schnellkupplung. Alle Bedieneinheiten und Anschlüsse sind leicht zugänglich.

    Bild: Atlas Copco

  • Die Anhängerkupplungen der gängigen Feuerwehrfahrzeuge erlauben nur 75 kg Stützlast, während die Generatoren mit ihren Fahrgestellen im Normalfall auf gut 100 kg kommen. Daher versetzte Atlas Copco die Maschinen auf dem Chassis um einige Zentimeter nach hinten, wodurch die Stützlast nun sogar unter dem erlaubten Wert liegt

    Die Anhängerkupplungen der gängigen Feuerwehrfahrzeuge erlauben nur 75 kg Stützlast, während die Generatoren mit ihren Fahrgestellen im Normalfall auf gut 100 kg kommen. Daher versetzte Atlas Copco die Maschinen auf dem Chassis um einige Zentimeter nach hinten, wodurch die Stützlast nun sogar unter dem erlaubten Wert liegt

    Bild: Atlas Copco

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