90,2 TWh Solarstrom schon im September

Photovoltaik in Deutschland auf Rekordkurs

Der aktuelle Solarrekord von 90,2 TWh wurde bereits im September erreicht. Im Jahr 2025 waren es insgesamt 90,0 TWh.

Bild: iStock, gorodenkoff
28.09.2026

Bis zum 27. September haben Solaranlagen in Deutschland in diesem Jahr bereits mehr Strom erzeugt als im gesamten Vorjahr. Grund dafür sind mehr Sonnenstunden sowie mehr Solaranlagen – zudem machen Batteriespeicher Solarstrom flexibler nutzbar.

Deutschland hat einen neuen Solarrekord erreicht: Am vergangenen Sonntag, den 27. September, wurden im laufenden Jahr bereits 90,2 TWh Solarstrom erzeugt – damit wurde die Gesamtmenge des Jahres 2025 (90,0 TWh) bereits übertroffen. Das geht aus aktuellen Daten der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hervor. „Die Sonne hat in diesem Jahr schon mehr Strom geliefert als im gesamten vergangenen Jahr – und das bereits im September. Das ist eine Nachricht, auf die Deutschland stolz sein kann“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Der Solar Day steht für die Leistungsfähigkeit der Photovoltaik und für die Millionen Menschen und Unternehmen, die mit ihren Investitionen die Energiewende voranbringen.“

Mehr Sonne trifft auf mehr Solarleistung

Aus Daten des Deutschen Wetterdienstes und der Bundesnetzagentur geht hervor, dass sowohl ungewöhnlich viele Sonnenstunden als auch der kontinuierliche Ausbau der Photovoltaik zu dem Rekord beitragen. Neue Solaranlagen entstehen auf Eigenheimen, Mehrfamilienhäusern und Gewerbedächern sowie auf Freiflächen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Batteriespeichern, mit denen Solarstrom flexibler und verstärkt vor Ort genutzt werden kann.

„Solarenergie ist längst keine Nischentechnologie mehr. Sie ist Bürgerenergie, Unternehmensenergie und eine tragende Säule unserer Stromversorgung“, so Körnig. „Der Solar Day ist deshalb auch ein Dankeschön an alle, die in Solaranlagen und Speicher investieren.“ Eine typische Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 10 KW kann in Deutschland etwa 10.000 KWh Solarstrom pro Jahr erzeugen. Das ist deutlich mehr, als ein Haushalt durchschnittlich benötigt. Selbst bei der Nutzung einer Wärmepumpe und eines Elektroautos kann die eigene Solaranlage einen erheblichen Teil des gesamten Strombedarfs eines Haushalts decken.

Solarrekord ist Auftrag für verlässliche Rahmenbedingungen

Der Solarrekord fällt mitten in die parlamentarischen Beratungen über die EEG-Novelle 2027 und das sogenannte „Netzpaket“. Am 24. September hat der Bundestag die Gesetzentwürfe der Bundesregierung in erster Lesung beraten und zur weiteren Beratung an den Wirtschaftsausschuss überwiesen. Der Entwurf sieht erhebliche Einschnitte bei der Förderung erneuerbarer Energien vor.

Für den BSW-Solar ist der Rekord ein Beleg dafür, welches Potenzial die Photovoltaik bei verlässlichen Investitionsbedingungen entfalten kann. Zugleich wurden die gesetzlichen Ausbauziele noch nicht erreicht: Für das Jahr 2030 sind 215 GWp installierte Photovoltaikleistung vorgesehen. Aktuell sind in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 130 GWp in Betrieb. Im vergangenen Jahr deckte die Photovoltaik rund ein Fünftel der heimischen Stromerzeugung und drückte den Preis an der Strombörse um etwa 20 Prozent. Es wurden 17,5 GWp neue PV-Leistung installiert. Um das Etappenziel für das Jahr 2030 zu erreichen, müssten in den kommenden vier Jahren jährlich durchschnittlich rund 20 GW Solarleistung neu hinzukommen.

Der BSW-Solar warnt deshalb davor, mit der EEG-Novelle und dem „Netzpaket“ neue Investitionshürden für Solaranlagen zu schaffen. Der Verband setzt sich unter anderem dafür ein, dass für kleine Dachanlagen ein verlässlicher Vergütungsrahmen erhalten bleibt und eine verpflichtende Direktvermarktung für diese nicht eingeführt wird.

„Der Solarrekord ist ein Grund zur Freude, aber kein Grund zum Zurücklehnen“, sagt Körnig. „Gerade jetzt dürfen wir die Investitionsbereitschaft von Bürgern und Unternehmen nicht ausbremsen. Der Bundestag sollte die vorliegende EEG-Novelle grundlegend nachbessern und dafür sorgen, dass Investitionen in Solardächer, Solarparks und Speicher weiterhin attraktiv und einfach möglich sind. Wer die Ausbauziele erreichen will, muss Investitionen ermöglichen, statt neue Hürden aufzubauen.“

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