Markus Holzke studierte Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München und beendete seine aktive Laufbahn als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr nach zwölf Jahren als Hauptmann. Ab 2006 war er in verschiedenen Führungspositionen bei TÜV Süd tätig. 2010 wechselte er zu Hochtief. 2012 wurde er CFO des Segments Service Solutions der Hochtief Solutions. Seit 2014 verantwortet er als Geschäftsführer/ CEO den Wachstumskurs von Spie Deutschland & Zentraleuropa und ist Mitglied im Executive Committee der gesamten Spie Gruppe.

Bild: Damien Grenon

Power Management Infrastrukturen für eine smarte und nachhaltige Zukunft

07.12.2020

Neben dem Wandel hin zu smarten und nachhaltigeren Städtemodellen, sog. Smart Cities, sieht der Geschäftsführer/CEO von Spie Deutschland & Zentraleuropa die Energiewende und die Ausrichtung auf ein klimafreundliches Geschäftsmodell sowie die Umsetzung der digitalen Transformation als besondere Herausforderungen seiner Kunden.

Markus Holzke ist mit diesem Beitrag im Energy 4.0-Kompendium 2020 als einer von 50 Machern der Energiebranche vertreten. Alle Beiträge des Energy 4.0-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen.

Was bislang sicherlich unterschätzt wurde, ist der Ausbaubedarf sowie die Komplexität zur Stabilisierung des Betriebs der Netze.“ So bewertet Markus Holzke ein aktuelles Manko der Energiewende. Trotz einiger Fortschritte müsse diese deutlich an Geschwindigkeit zulegen, um die gesetzten Ziele zu erreichen, ist er sicher. Der Multitechnik-Dienstleister für Gebäude, Anlagen und Infrastrukturen arbeitet auch mit eigenen Lösungen an diesem Ziel mit. Dazu zählt etwa eine gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und weiteren Partnern entwickelte innovative Freileitungstechnologie. Ziel der neuartigen 400kV-Leitung ist es, den hohen Netzausbaubedarf durch die Nutzung vorhandener Trassen zu unterstützen. Dies wiederum soll dazu beitragen, dass sich die Akzeptanz hierfür in der Öffentlichkeit verbessert und sich lange Genehmigungsprozesse verkürzen.

Die Energiewende und die digitale Transformation führen nach der Einschätzung Holzkes einerseits zu veränderten Kundenerwartungen. Dies schaffe andererseits neue Möglichkeiten. Dabei profitiere Spie davon, in mehreren strategischen Märkten in ganz Europa aktiv zu sein. „So sehen wir die vielfachen Veränderungen und damit auch Herausforderungen für unsere Kunden“, sagt Holzke. Zugleich wächst das Leistungsspektrum. Seit 2013 hat sich alleine in Deutschland die Mitarbeiterzahl in der Folge von 14 Akquisitionen auf 13.000 verdreifacht, berichtet der Geschäftsführer. Zunehmend konzentriert sich das Unternehmen auf nachhaltige Geschäftsaktivitäten. So lag im Geschäftsjahr 2019 der „grüne“ Anteil des Umsatzes im Sinne der EU-Taxonomie für nachhaltige Aktivitäten bei 35 Prozent. „Hier wollen wir noch stärker werden. Denn Klimaschutz ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Holzke.

Predictive Maintenance im Fokus

Zukünftig soll das Leistungsspektrum auch durch externes Wachstum weiter ausgebaut werden. Für die weitere Unternehmensentwicklung beschäftigt sich Spie auch mit neuen Technologien. Im Fokus stehen Themen wie die Digitalisierung der Verteilnetze oder Predictive Maintenance. Zudem prüft man die Möglichkeiten für den Einsatz von 5G oder nutzt BIM, also Building Information Modelling, im Netzbereich. Eines der absoluten Fokus­themen ist jedoch die Mobilitätswende und die ganzheitliche Umsetzung von Ladeinfrastrukturen. „Viele Unternehmen wollen zwar auf Elektromobilität setzen, sind jedoch von den komplexen Anforderungen, die an einen Ladepunktbetreiber gestellt werden, gehemmt“, hat der CEO ausgemacht. Benötigt würden deshalb Partner, die beraten und das komplette Leistungsportfolio abdecken. Mit mehr als 6.000 installierten Ladepunkten in Deutschland kann Spie auf eine Expertise aufbauen.

Als Dienstleistungsunternehmen ist man naturgemäß auf eine kundenorientierte Belegschaft angewiesen. Holzke bringt die Situation so auf den Punkt: „Wir definieren uns einzig und allein über die Leistung und das Verhalten unserer Mitarbeitenden.“ Deshalb setze man sich auch verstärkt dafür ein, Entwicklungschancen und Kompetenzen der Teams zu stärken, Vielfalt und Chancengleichheit zu fördern und die Frauenpower im Unternehmen zu steigern. Ein starkes Team unterschiedlicher Persönlichkeiten und Herkunft helfe auch dabei, sich gegenseitig nach vorne zu motivieren und positiv zu befruchten. Dies gilt insbesondere beim Erschließen neuer Geschäftsoptionen. „Der größte Fehler ist, keine Entscheidung zu treffen oder zu lange zu warten“, sagt Holzke.

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