Für die jährliche Studie zur Prozessoptimierung hat Celonis weltweit über 1.600 Führungskräfte befragt, davon 327 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH). Die Ergebnisse zeigen: Unternehmen weltweit verfolgen ihre KI-getriebenen Zukunftspläne mit Nachdruck. So wollen sich 85 Prozent der befragten Organisationen (sowohl in DACH als auch international) innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre zu einem sogenannten „Agentic Enterprise“ entwickeln – also zu einem Unternehmen, das KI-Agenten nutzt, um Produktivität und Innovation durch gezielte Automatisierung zu erhöhen.
Gleichzeitig räumt jedoch eine Mehrheit ein, dass bestehende Prozesse sie in dieser Hinsicht ausbremsen. Auf internationaler Ebene teilen 76 Prozent der Entscheider diese Ansicht, in der DACH-Region 68 Prozent.
DACH-Region Schlusslicht bei KI-Agenten
Bei der Nutzung agentischer KI hinkt die DACH-Region im internationalen Vergleich hinterher: Während in den USA fast jeder dritte Entscheider (30 Prozent) angibt, KI-Agenten im Geschäftsalltag einzusetzen, sind es in der DACH-Region lediglich 17 Prozent.
Beim Einsatz digitaler Zwillinge von Geschäftsprozessen hingegen führen hiesige Unternehmen das Feld an: 45 Prozent der Entscheider geben an, die Technologie bereits einzusetzen, weitere 48 Prozent planen die Einführung innerhalb der nächsten zwölf Monate. In den USA hingegen arbeiten erst 26 Prozent mit digitalen Zwillingen. Damit ist die DACH-Region im internationalen Vergleich besonders gut aufgestellt, um KI-Agenten effektiv einzusetzen.
Prozesskontext als Voraussetzung für KI-Einsatz
Um autonom, flexibel und zielführend handeln zu können, benötigen KI-Agenten optimierte, KI-fähige Prozesse sowie Prozessdaten und operativen Kontext aus Process Intelligence. Ohne diese Grundlage fehlt der Technologie das Verständnis dafür, wie ein Unternehmen tatsächlich funktioniert und wo sich Abläufe konkret verbessern lassen.
Acht von zehn Entscheidern in der DACH-Region wie auch international erwarten daher, dass KI ohne dieses Kontextverständnis keinen nachhaltigen Return on Investment (ROI) liefern wird.
Weitere zentrale Ergebnisse des Reports:
Hohe Erwartungen: Neun von zehn Unternehmen weltweit sowie in der DACH-Region nutzen bereits Multi-Agenten-Systeme oder evaluieren deren Einsatz, um komplexe Entscheidungsprozesse zu automatisieren.
Fachwissen, Kontext und fehlende Abstimmung als größte Hürden: International betrachtet liegen die größten Hürden bei der Einführung von KI in fehlendem Fachwissen (47 Prozent) sowie in der Schwierigkeit, der Technologie ein belastbares Verständnis des Unternehmenskontexts zu vermitteln (45 Prozent). Entscheider in der DACH-Region sehen in letzterem Punkt die größte Hürde (64 Prozent), gefolgt von einer unzureichenden Abstimmung zwischen IT und Geschäftsbereichen (50 Prozent).
Silos behindern effektiven KI-Einsatz: 58 Prozent der international befragten Verantwortlichen für Prozesse und Operations berichten von fehlender bereichsübergreifender Zusammenarbeit, in der DACH-Region sind es sogar zwei Drittel (67 Prozent). Fragmentierte Arbeitsprozesse und Informationssilos verhindern die durchgängige Transparenz, die für den erfolgreichen Einsatz von Enterprise AI erforderlich ist.
Wettbewerbsdruck als Treiber: 89 Prozent der befragten Führungskräfte weltweit und 86 Prozent in DACH sehen in KI den wichtigsten Hebel, um sich im Markt zu differenzieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Angesichts der Diskrepanz zwischen Anspruch und operativer Realität müssen Unternehmen bei der Implementierung von KI-Projekten über punktuelle und isolierte Automatisierungsvorhaben hinausgehen. Die Studienergebnisse machen deutlich, dass KI die komplexe Realität von Unternehmen nur dann erfassen kann, wenn sie auf Process Intelligence basiert und nicht nur einzelne, einfache Aufgaben ausführt.
„Entscheidend ist der operative Kontext“
Process Intelligence liefert die „gemeinsame Sprache“, die es KI-Agenten ermöglicht, Prozesse über Abteilungen und Systeme hinweg zu verstehen, Reibungspunkte zu identifizieren und Maßnahmen umzusetzen, die tatsächlich messbare Geschäftsergebnisse erzielen. „Während viele Entscheider den Einsatz agentischer KI entschlossen vorantreiben, fällt es derzeit noch schwer, diese Ambitionen in einen konkreten Return on Investment zu überführen“, sagt Carsten Thoma, President und Board Director bei Celonis.
„Damit KI im Unternehmen tatsächlich wirksam wird, braucht es mehr als nur Daten. Entscheidend ist der operative Kontext. Mithilfe von Process Intelligence erhält KI ein einheitliches und umfassendes Verständnis dafür, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet und wo sich Abläufe verbessern lassen. So wird aus ambitionierten Zielen kontinuierlicher, messbarer Mehrwert.“