Lutz Nungesser startete als gelernter Diplom-Betriebswirt seine berufliche Laufbahn im Einzelhandel. Danach folgten weitere Stationen bei branchenführenden Unternehmen in Handel und Industrie. Seit 2017 ist er bei Bizerba als Managing Director Market Organization Germany und Regional Head DACH tätig.

Bild: Bizerba

New Business Models Es ist Zeit für einen Prioritätenwechsel

21.09.2020

Zu lange haben sich Unternehmen auf stabile wirtschaftliche Umfelder verlassen. Doch was tun, wenn eine weltweite Krise Industrie und Handel durchrüttelt und gänzlich neue Anforderungen gestellt werden? Flexible und agile Systeme rücken in den Fokus. Es braucht Partner, die innovative Lösungen und Servicekonzepte für Industrie und Handel vereinen.

Lutz Nungesser ist mit diesem Beitrag im P&A-Kompendium 2020 als einer von 100 Machern der Prozessindustrie vertreten. Alle Beiträge des P&A-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen.

Die aktuelle Krise hat Handel und Industrie gleichermaßen zugesetzt. Die Nachfrage steigt, die personellen Ressourcen bleiben aber weitestgehend gleich oder sinken sogar.

Zur selben Zeit erschweren die gestiegenen Anforderungen an Hygiene viele Prozesse. Diesen lässt sich nur begegnen, indem das Personal entlastet beziehungsweise effizient eingesetzt wird sowie bestehende Arbeits- und Einkaufsprozesse optimiert werden.

Kontaktfrei und sicher einkaufen

Die empfohlene soziale Distanzierung ist auf Flächen des Einzelhandels nur schwer einzuhalten – besonders an der Frischetheke oder der Kasse, wo häufig Warteschlangen entstehen und die Hygieneanforderungen durch den direkten Kontakt zwischen Kunden und Servicepersonal besonders hoch sind. Es gilt, die Verweildauer und damit die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Moderne Systeme helfen nicht nur, in Ausnahmesituationen Prozesse und Abläufe zu optimieren, sie ermöglichen auch im normalen Geschäftsbetrieb einen kundenorientierten Service. So bieten beispielsweise unsere Scan-&-Go-Lösungen ein schnelles und kontaktfreies Einkaufserlebnis und einen sicheren Checkout.

Durch eine schnelle Verifizierung können an einer Checkout-Station im gleichen Zeitraum deutlich mehr Kunden bedient werden als an einer konventionellen Kasse. Intuitive Retail-Apps wiederum erlauben es, Bestellungen telefonisch aufzugeben und im Laden abzuholen oder sich liefern zu lassen. Die deutlich gestiegene Nachfrage nach diesen Systemen zeigt die Relevanz des Themas für den Einzelhandel.

Neue Anforderungen an Produktion und Organisation

Auch die produzierende Lebensmittelindustrie muss aktuell unter erschwerten Bedingungen eine gleichzeitig stark angestiegene Konsumentennachfrage erfüllen. Für die Systeme bedeutet das eine immense Belastung. Sind die Geräte nicht darauf ausgelegt, kommt es unweigerlich zu Ausfällen oder Stillständen.

Es sind Systeme mit hochwertigen, robusten Materialien sowie flexiblen Konstruktionen nötig, um eine bedarfsgerechte Langlebigkeit und Verfügbarkeit zu erreichen. Die stark erhöhte Nachfrage stellt jedoch nicht nur an die Produktion neue Anforderungen, sondern auch an die Organisation.

So müssen Industrie-Software-Lösungen in der Lage sein, schnelle Reaktionen auf neue Situationen zu erlauben. Es ist erforderlich, dass Fertigungskapazitäten durch das Fahren zusätzlicher Schichten oder durch effizientere Aufteilung der Produktion über mehrere Standorte angepasst werden können – ob im Inland oder international.

Ungenutztes Potenzial

Sowohl im Handel als auch in der produzierenden Industrie ist es von größter Wichtigkeit, die Versorgungssicherheit der Endkunden zu gewährleisten. Soft- und Hardwarelösungen in Kombination mit modernen Services machen dies möglich. Lösungen, die bedarfsgerecht auf die individuelle Kundensituation zugeschnitten sind, maximieren Flexibilität und Agilität.

Diese vorhandenen Potenziale werden aber noch immer nicht vollends genutzt. Nur für diejenigen, die ausreichend ausgestattet und vorbereitet sind, gehen kurzfristige Problemlösung und langfristige Zukunftssicherung Hand in Hand.

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