Neue Daten widerlegen verbreitete Irrtümer zum Verpackungsrecycling

Recycling in Deutschland funktioniert und liefert klare Daten

Aktuelle Zahlen von UBA und ZSVR zeigen stabile Quoten im Verpackungsrecycling und belegen Fortschritte beim Kunststoffrecycling.

Bild: publish-industry, ChatGPT
29.01.2026

UBA und ZSVR zeigen: Das Verpackungsrecycling funktioniert und ist gut überwacht. Kunststoff erreicht 70 Prozent werkstoffliches Recycling, Glas bleibt herausfordernd. Mythen zur Verbrennung widerlegen die Behörden mit klaren Daten.

Die Recyclingquoten sind stabil. Im Jahr 2024 wurden erneut rund 5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle aus der Sammlung der dualen Systeme verwertet. Fünf von acht Recyclingquoten wurden erreicht, teilweise auch übererfüllt. Wie in den Vorjahren erfüllten Verpackungen aus Papier/Pappe/Karton, Weißblech, Aluminium und Kunststoffen die gesetzlichen Zielvorgaben. Deutlich verfehlt wurden hingegen erneut die Quoten für Getränkekarton-, Glas- und Verbundverpackungen.

Recyclingquote für Kunststoffverpackungen bei 70 Prozent

UBA und ZSVR widerlegten in der Pressekonferenz mit aktuellen Zahlen und Fakten weitverbreitete Mythen zum Verpackungsrecycling. Eine zentrale Fehlannahme: Deutschland recycelt nur sehr wenige Kunststoffverpackungen.

Fakt ist: Die Quote für die werkstoffliche Kunststoffverwertung ist seit 2018 von 42 Prozent auf 70 Prozent gestiegen. „Diese Entwicklung freut uns besonders. Das sind fast 30 Prozentpunkte mehr als 2018. Erstmals wurden mehr als 70 Prozent der Kunststoffverpackungen dem werkstofflichen Recycling zugeführt“, sagt Dr. Bettina Rechenberg, Fachbereichsleiterin Kreislaufwirtschaft beim UBA. „Den Irrglauben, es würde sowieso alles verbrannt, können wir damit eindrucksvoll widerlegen.“

Sortieranlagen trennen Verpackungen gezielt

Eine in der Bevölkerung weitverbreitete Annahme: Fast alles, was im gelben Sack oder der gelben Tonne landet, wird sowieso verbrannt! Fakt ist: Vom Inhalt der gelben Tonne ging mehr als die Hälfte ins Recycling. Das Recycling funktioniert messbar und zuverlässig. Moderne Sortieranlagen können den Inhalt systematisch sortieren. Nicht recyclingfähige Verpackungen und Fehlwürfe werden überwiegend der energetischen Verwertung zugeführt und in der Verbrennung zur Energieerzeugung genutzt. Wichtig ist zudem: Aus Turnschuhen, Staubsaugerbeuteln, Schwimmflügeln und vergleichbaren Fehlwürfen kann selbst die leistungsfähigste Sortieranlage keinen Neukunststoff gewinnen.

Die gesetzliche Zielquote für das Recycling des Inhalts der gelben Tonne bezieht sich jedoch auf die gesamte Sammelmenge – inklusive Fehlwürfe und nicht recyclingfähiger Verpackungen. Gunda Rachut, Vorstand der ZSVR, sagt: „So leistungsfähig Sortier- und Recyclinganlagen auch sind – sie können nicht ausgleichen, was beim Verpackungsdesign versäumt wird. Mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) verschärfen sich die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit.“ Rachut weiter: „Gefordert sind die Hersteller, denn ab 2030 dürfen nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die zu mindestens 70 Prozent stofflich verwertbar oder wiederverwendbar sind. Entscheidend ist die konsequente Umsetzung recyclinggerechten Designs.“

Konsequente Trennung der Glasfraktionen

Auch bei Glasverpackungen bleibt die getrennte Sammlung nach Farben entscheidend für den Recyclingerfolg. Behälterglas kann bei sortenreiner Erfassung mehrfach im Kreislauf geführt werden. Um die geltenden Vorgaben zu erfüllen, sind jedoch höhere Sammelmengen erforderlich. Dabei kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Entgegen einer verbreiteten Annahme wird Altglas bei der Containerleerung nicht wieder vermischt: Weiß-, Grün- und Braunglas bleiben von der Sammlung bis in die Glashütte konsequent getrennt.

Moderne Sammelfahrzeuge transportieren das gesammelte Glas in separaten Kammern. „Glasrecycling bringt erhebliche Energieeinsparungen gegenüber der Neuproduktion“, sagt Dr. Bettina Rechenberg vom UBA. „Voraussetzung dafür ist die richtige Mülltrennung. Noch immer geht zu viel Altglas im Restmüll verloren.“ Das Umweltbundesamt hält vor allem mehr Containerstellplätze und gemeinsame Anstrengungen von Verbraucher*innen, dualen Systemen, Kommunen und Handel für nötig, um die Sammelmengen und die Recyclingquote weiter zu steigern.

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