Ein Großteil der ZVEI-Mitgliedsunternehmen verzeichnet Umsatzrückgänge, einige sogar -einbrüche durch die Corona-Pandemie.

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ZVEI-Umfrage zu Corona-Folgen Auftragseinbruch in der Elektroindustrie

23.04.2020

Die deutsche Elektroindustrie bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zunehmend zu spüren. Das ergab eine Umfrage des ZVEI unter seinen Mitgliedsunternehmen.

Laut der Umfrage des ZVEI gehen bei über der Hälfte der teilnehmenden Firmen (55 Prozent) bereits jetzt weniger Aufträge ein als vor Beginn der Corona-Krise. 26 Prozent berichten sogar von einem Einbruch bei den Bestellungen.

Die Unternehmen erwarten einen Umsatzrückgang von durchschnittlich 14 Prozent. Diese Verluste binnen absehbarer Zeit komplett aufzuholen, halten nur drei Prozent für realistisch. Der Rest erwartet, nur die Hälfte oder noch weniger in absehbarer Zeit wieder hereinholen zu können.

Dauerhafte Schädigung von Produktions- und Lieferketten

„Die Bundesregierung hat entschlossen gehandelt, um die akutesten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern – so etwa das Kurzarbeitergeld, welches heute schon von rund zwei Drittel unserer Unternehmen beantragt wurde oder gerade beantragt wird“, berichtet ZVEI-Präsident Michael Ziesemer. „Aber wenn wir es nicht schaffen, schon bald den Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft stufenweise wieder aufzuheben, drohen erhebliche Konsequenzen für unsere Firmen.

So fürchten rund 60 Prozent der Unternehmen eine dauerhafte Schädigung von Produktions- und Lieferketten. Und „sogar rund 70 Prozent erwarten die Streichung von Investitionen, sollte der Exit zu spät eingeleitet werden“, sagt Ziesemer.

Hochfahren der Wirtschaft jetzt planen

Bereits heute hat ein Großteil der deutschen Elektrounternehmen Probleme mit der Liefer- und Logistikkette: Bei gut 70 Prozent ist sie leicht gestört, bei gut zehn Prozent sogar stark gestört oder gar gerissen. Produktion und Lieferketten unter Einhaltung der Gesundheitsschutz-Maßnahmen aufrechtzuerhalten, ist gerade in der Krise essenziell. Nur so kann die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten, Strom oder medizintechnischen Geräten sichergestellt werden.

Laut dem ZVEI ist es daher wichtig, den stufenweisen Wiederhochlauf der vernetzten Wirtschaft jetzt zu planen und ihn mit neuesten Erkenntnissen für sachgerechte Gesundheitsschutz-Maßnahmen zu kombinieren, inklusive der Nutzung digitaler Technologien in Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Gesellschaft.

Krisenmanagement in der EU nicht koordiniert genug

„Das Herunterfahren der Wirtschaft ist in Europa zu sehr einzelstaatlich erfolgt. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen jetzt gemeinsam vorangehen und sich für den Wiederhochlauf der Wirtschaft koordinieren“, fordert Ziesemer.

Daher gelte es schon jetzt, mit Umsicht einen Fahrplan zu entwickeln, wie in Industrie und Gesellschaft wieder zu neuer Stärke und neuem Zusammenhalt zurückgefunden werden kann. „Damit sich an die akute Gesundheitskrise keine langanhaltende und massive Wirtschaftskrise anschließt, womöglich mit weitreichenden Folgen für Europas Wohlstand und Einheit“, schließt Ziesemer.

Bildergalerie

  • Staatliche Hilfe: Die Grafik zeigt, welche Maßnahmen die befragten Unternehmen als besonders effektiv erachten.

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  • Produktions- und Lieferketten: Bei elf Prozent der ZVEI-Mitgliedsunternehmen ist die Logistikkette stark gestört oder sogar ganz gerissen.

    Bild: ZVEI

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