Dezentrale Energie soll kritische Infrastruktur schützen

Energieversorgung gegen Ausfälle absichern

Achtung vor dem Ausfall! Dezentrale erneuerbare Energien und Großbatteriespeicher stärken die Resilienz der Energieinfrastruktur.

Bild: iStock, BlackJack3D
08.09.2026

Energieversorgung betrifft jeden: Sie muss auch dann funktionieren, wenn Umspannwerke oder andere Anlagen ausfallen. Jürgen Reinert von SMA warnt vor der Abhängigkeit von wenigen Großkraftwerken und zeigt, welche Rolle erneuerbare Energien und Batteriespeicher spielen.

Angesichts der aktuellen Sicherheitslage rückt der Schutz kritischer Infrastrukturen immer weiter in den Fokus. Erst im Juli hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt die Bedrohungslage für Deutschland offiziell als „hoch“ eingestuft. Die Ereignisse Ende August, Anfang September zeigen nun: Diese Einschätzung ist berechtigt. Unsere kritische Infrastruktur ist in Gefahr. Jürgen Reinert, CEO von SMA Solar Technology, erläutert im folgenden, warum die Resilienz der Energieversorgung über den Schutz einzelner Anlagen hinausgehen muss und warum dezentrale erneuerbare Energien und Großbatteriespeicher zentrale Bausteine für eine widerstandsfähige Energieinfrastruktur sind.

Resilienz statt reaktiver Schutzmaßnahmen

Dass Bund und Länder ihre Abwehrkapazitäten ausbauen, ist angesichts der akuten Lage nicht nur wichtig, sondern auch angebracht. Wir müssen jedoch mehr tun, als nur einzelne Einrichtungen und wichtige Knotenpunkte zu schützen. Die Vorbereitung darf sich nicht auf reaktive Maßnahmen beschränken. Das Ziel muss lauten: Resilienz.

Energieinfrastruktur ist kritische Infrastruktur. Der Bund muss seine mittel- und langfristige Energiepolitik auch und gerade durch die Brille der nationalen Sicherheit betrachten und neu denken. Im Falle von mehrfachen Ausfällen, beispielsweise von Umspannwerken, muss unsere Energieversorgung im Wesentlichen intakt bleiben.

Risiken konzentrierter Energieerzeugung

Ein solches Ziel ist mit einer Energieinfrastruktur, die auf wenige, in Großkraftwerken angesiedelte Energiequellen konzentriert ist, nicht zu erreichen. Die Gefahr, dass schon bei einem Ausfall oder gar einer Zerstörung nur weniger Anlagen weite Teile des Landes betroffen sind, ist zu groß. Dies macht unsere Versorgung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch infrastrukturell zu einem Risiko.

Erneuerbare Energien sind ein zentraler Resilienzfaktor: Durch ihren dezentralen Aufbau sorgen sie dafür, dass die Erzeugungskapazitäten über das ganze Land verteilt sind. Zusätzlich ermöglichen Großbatteriespeicher eine flexible Netzsteuerung mitsamt der Fähigkeit zur Wiederherstellung des Netzes im Falle eines kurzzeitigen Zusammenbruchs. Flexibilität schafft Resilienz. Unternehmen wollen und können ihren Beitrag zur nationalen Sicherheit leisten, doch Bund und Länder sind in der Pflicht.

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