HARTER GmbH

Das Grundmodell H01basic mit integriertem Entfeuchtungsmodul: Unterschiedliche Produkte können auf Blechen oder in Hordenwannen schonend getrocknet werden.

Bild: Harter

Trocknungsanlage als Serienmodell Ein Lebensmitteltrockner für alle Fälle

31.10.2019

Lebensmittel wollen sicher und in der Regel auch schonend getrocknet werden. Das Verfahren sollte im besten Fall auch noch CO2-sparend sein und somit staatlich förderfähig sein. Von Vorteil ist es da, wenn sich all diese Attribute in einem Serienmodell wiederfinden, das in jede Richtung erweiterbar ist und somit allen Produktideen und möglichen Kapazitätserweiterungen gerecht wird.

Die Anlage von heute muss unter anderem eins bieten: eine hohe Flexibilität, sowohl in Bezug auf das aktuelle Produktportfolio des Anlagenbetreibers als auch im Hinblick auf zukünftige Überlegungen zu neuen Produkten oder eventuellen Erweiterungen des Produktionsvolumens. Das weiß auch Trocknungsanlagenbauer Harter mit Sitz im Allgäu.

Als erstes Seriengerät hat das Unternehmen vor einiger Zeit den multifunktionalen Hordentrockner H01basic auf den Markt gebracht. Mittlerweile ist das System so ausgereift, dass es mit dem H01basic als Grundlage buchstäblich in jede Richtung erweitert werden kann.

Eigenschaften des Hordentrockners

Was genau bietet der H01basic? Der Clou an diesem Serientrockner ist sein multifunktionaler Hordenwagen, in dem eine Vielzahl an Produkten getrocknet werden kann. Der Wagen kann entweder mit Blechen oder Hordenwannen in verschiedenen Größen und Ausführungen bestückt werden. So können Produkte einlagig oder in Schütthöhen bis 200 mm getrocknet werden. Mit nur wenigen Handgriffen kann der Umbau des Hordenwagens erfolgen und dieser für den jeweiligen Einsatz bereit gemacht werden.

Ein zusätzlich integriertes Flüssigkeitsauffangsystem dient zur Wiedergewinnung wertvoller Flüssigkeiten bei beispielsweise stark saftenden Beeren. Der Trockner kann außerdem auch ohne Hordenwagen betrieben werden. Sollten Anwender Körbe im Einsatz haben oder benötigen, kann der Trockner auch mit diesen im Stapel bestückt werden.

In allen Fällen werden die Produkte in einem definierten Temperaturbereich zwischen 10 und 60 °C schonend getrocknet. Für Temperierungsprozesse sind höhere Temperaturen möglich. An jeden Trockner angeschlossen oder integriert, je nach Ausführung, ist ein Entfeuchtungsmodul, das die erforderliche Prozessluft aufbereitet.

Wenn die Kapazitäten irgendwann nicht mehr ausreichen, kann der Anwender seinen Trockner Kammer für Kammer erweitern. Dies ist in Linie oder in paralleler Bauweise möglich. Welche Lösung zum Tragen kommt, hängt vom Herstellungszyklus des Produzenten ab. Bei der Erweiterung in Linie wird die Trocknungskammer als solche vergrößert und mit der täglich produzierten Menge einmal befüllt. Die parallelen Kammern wiederum können einzeln befüllt und gestartet werden. Dies ist ideal, wenn in mehreren Zyklen täglich produziert und getrocknet werden soll.

Trockene Luft zielgenau geführt

Damit die von Harter entwickelte Kondensationstrocknung mit Wärmepumpe ihre volle Wirkung entfalten kann, sind zwei Komponenten von essenzieller Bedeutung: zum einen eine effiziente Luftentfeuchtung im Herzstück jeder Trocknungsanlage – dem Entfeuchtungsmodul. Aus diesem Modul heraus werden die Trocknungskammern mit extrem trockener Luft versorgt. Durch diese trockene und damit ungesättigte Luft wird – physikalisch bedingt – die Feuchtigkeit der zu trocknenden Produkte rasch aufgenommen und die Ware dadurch getrocknet.

Die mit Feuchte beladene Luft wird anschließend im Entfeuchtungsmodul abgekühlt; das Wasser kondensiert aus. Anschließend wird die Luft erwärmt und im lufttechnisch geschlossenen Kreis wieder in die Kammer geführt.

Die Luftentfeuchtung mit Wärmepumpe ist nur einer von zwei Erfolgsgaranten. Die zweite wesentliche Komponente ist die richtige Luftführung. Sie ist so konzipiert, dass die trockene Luft exakt dorthin gelangt, wo sie die Feuchte aufnehmen soll.

Spezielle Luftführung

Luft sucht sich naturgemäß den Weg des geringsten Widerstands. Für den Alllzweck-Hordenwagen musste nun eine Art der Luftführung konzipiert werden, die sowohl den einlagigen Produkten als auch den Schüttgütern gerecht wird. Sie sollte schnell und einfach für den Anwender anpassbar sein.

Bei einlagigem Trocknen wird die Luft horizontal geführt, um eine gleichmäßige Entfeuchtung zu realisieren. Bei Schüttgütern in Hordenwannen wird die Luftführung durch einen technischen Kniff so verändert, dass die horizontal einströmende Luft vertikal durch die Hordenwannen geführt wird und anschließend horizontal wieder abgeführt wird. Nur so ist eine homogene und vollständige Trocknung des Schüttguts gewährleistet. Die Trockner mit integrierter Wärmepumpentechnologie arbeiten dabei so CO2-sparend und energieeffizient, dass Anwender staatliche Fördergelder für ihre Investition erhalten.

Gut fürs Aroma

Die Trocknung im lufttechnisch geschlossenen Kreislauf hält noch weitere Vorteile parat. Aromen bleiben erhalten und auch Farbe und Optik der Produkte verändern sich nur minimal. Schwefelprozesse zum Farberhalt beispielsweise sind nicht mehr notwendig.

Enzyme und andere Inhaltsstoffe bleiben weitgehend erhalten, wie Tests mit Apfelringen ergeben haben. Realisierte Projekte zeigten, dass gewonnene Kondensate flüchtige Aromen und Geschmacksstoffe enthalten können. Zudem findet kein Austausch mit der Umgebungsluft statt. Der Prozess ist klimaunabhängig.

Jeder Trockner ist mit einer SPS-Steuerung mit verschiedenen Programmen ausgestattet. Relevante Parameter können einzeln gesteuert werden. Optional können Wägeeinrichtungen, Filter- und Befeuchtungseinheiten integriert werden, ebenso eine UVC-Entkeimung.

Mehr über den Hordentrockner H01basic lesen Sie im Interview mit Jochen Schumacher , der bei Harter den Vertrieb im Bereich Pharma & Food verantwortet.

Bildergalerie

  • Erweiterungen des Trockners sind entweder in Linie hintereinander als letztlich einzelne große Kammer oder parallel als Mehr-Kammer-Trockner möglich.

    Bild: Harter

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