Auch bei Druckluft geht der Trend hin zum maßgeschneiderten, individuellen Produkt.

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Individuelles Engineering Druckluft im Maßanzug

09.04.2019

Auf der Comvac standen bei Aerzen individuell konzipierte Druckluftlösungen im Mittelpunkt. Ein Beispiel für die Spezialisierung aus dem Produktstandard heraus waren dabei die zweistufigen Verdichter der Baureihe 2C.

Die zweistufigen, ölfreien Verdichter der Baureihe 2C standen auf der Comvac für Aerzens Strategie zu mehr Spezialisierung. Customised Solutions sind beispielsweise in der Prozesstechnik immer mehr gefragt, um die Druckluftversorgung nahtlos in den Gesamtverbund der Produktion zu bringen. Dafür müssen die Druckluftaggregate aber ihre Rolle als Black Box abgeben. Die damit fallenden Systemgrenzen schaffen neue Möglichkeiten der Integration und Regelung.

Gleichzeitig stellen sich vor allem im Engineering ganz neue Fragen – gerade in Bezug auf Schnittstellen und Kommunikation. Das Ganze mündet in Summe in einer zunehmenden Spezialisierung, und das aus einem standardisierten Systembaukasten heraus, der Raum für kundenindividuelle Lösungen bietet.

Vorhandenen Prozessdampf nutzen

Aerzen stärkt in diesem Rahmen die Rolle der Tochtergesellschaft RKR als Engineeringpartner für kundenindividuelle Applikationen. Typische Aufgaben resultieren hier vor allem aus Fragestellungen hinsichtlich der Kommunikation, des Steuerungsverbundes sowie neuer Antriebsmöglichkeiten. Hintergrund: Statt eines Elektromotors lässt sich ein Verdichter effektiv mit einer kompakten Turbine antreiben, wenn in einem Betrieb Prozessdampf sowieso vorhanden ist. Das spart den Elektroantrieb und senkt damit die Stromrechnung.

Denkbar ist auch, wie auf der Comvac gezeigt, ein Dieselantrieb. Aerzen bietet beide 2C-Baureihen in wasser- oder luftgekühlter Ausführung für Volumenströme von 166 bis 9.300 m3/h in einem Druckbereich von 4 bis 10,5 bar (g) an.

Antrieb mit Elektro- oder Verbrennungsmotor

Auf Produktebene begegnet Aerzen der zunehmenden Individualisierung mit offener Systemintegration, modularen Grundkomponenten sowie variablen mechanischen und elektronischen Schnittstellen. Ein weiteres Beispiel: die öleingespritzten VMX-Schraubenverdichter. Die ursprünglich aus einer Kundenanforderung heraus entstandene Serie VMX 250G zählt heute zehn unterschiedliche Typen mit Antriebsdrehzahlen von 1.800 bis 3.000 U/min für Förderleistungen zwischen 1.200 und 3.000 m3/h (Norm). Die Verdichterstufen lassen sich bei dieser Lösung individuell anpassen.

Vergleichbares gilt für den Antrieb, der auch hier nicht zwangsläufig elektrischer Natur sein muss. Auf der Comvac hat Aerzen beispielsweise die hochintegrierte Kombination mit einem direktgekuppelten CAT-Dieselmotor demonstriert. Das Engineering hat in diesem Fall die Aerzen-Tochter in den Niederlanden übernommen. Generell gilt, dass alle VMX-Schraubenverdichter für den Antrieb mit Elektro- und Verbrennungsmotoren sowie den Einsatz von Frequenzumrichtern ausgelegt sind.

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