Dr. Thomas Bertolini, Jahrgang 1958, hat an der TU Kaiserslautern in Elektrotechnik promoviert. Seit 2006 ist er technischer CEO für Entwicklung, Produktion und Qualitätsmanagement bei Faulhaber.

Bild: Faulhaber

Kommentar Bessermacher aus Leidenschaft

29.10.2019

Es gibt für alles, was man tut oder tun will, einen begrenzten Zeitraum, in dem etwas sich verwirklichen lässt. Diesen muss man finden, erkennen und nutzen. Nach diesem Credo leben wir bei Faulhaber.

Dr. Thomas Bertolini war mit diesem Beitrag im A&D-Kompendium 2019/2020 als einer von 100 Machern der Automation vertreten.

Die technische Lösung steht im Mittelpunkt. Das Streben nach hervorragenden technischen Lösungen ist zentraler Teil unserer Faulhaber-DNA. Wir haben das Bestreben, unseren Kunden einen Nutzen zu bieten – darin sehen wir unsere Daseinsberechtigung.

Ich führe das Unternehmen seit 2006. Mit der Entwicklung der freitragenden, eisenlosen Rotorspule mit Schrägwicklung gelang Firmengründer Dr. Fritz Faulhaber Senior Anfang der 1950er Jahre ein Meilenstein in der Feinmechanik. Heute umfasst die Faulhaber Gruppe 20 Firmen und beschäftigt 2010 Mitarbeiter, produziert wird standortsynchron in Deutschland, Rumänien, Ungarn, USA und in der Schweiz.

Täglich neues bauen

Die Stärke des Unternehmens ist die Varianz. Täglich entstehen bis zu zehn Antriebslösungen, die so noch nie gefertigt wurden. Wir wollen stets technologisch eine Nasenlänge voraus sein – das heißt, wir bieten technisch beste Lösungen, die der Kunde noch verstehen und deshalb auch akzeptieren kann.

Technologie, die niemand versteht und erst in zehn Jahren marktreif wäre, das passt nicht zu uns. Wir gehen technisch häufig und gerne an die Grenzen des mikromechanisch Machbaren – höchste Leistung auf kleinstem Raum. Wir machen das, was andere nicht können. Wir haben zahlreiche Produkte, die noch niemand nachbauen konnte.

Ich führe das Unternehmen so, dass wir hochinnovative Antriebe bieten können, die das Leben der Menschen leichter oder besser machen. Wir bieten beispielsweise Komponenten, die in den menschlichen Körper eingesetzt werden oder als Prothesen oder Orthesen den Alltag erleichtern.

Führen mit Gewalt bringt nichts

Führung bedeutet für mich, geeignete Randbedingungen zu schaffen und Menschen dabei zu unterstützen, ihre besten Fähigkeiten und Fertigkeiten entfalten zu können. Es sind die Menschen mit ihrem Know-how und ihrer Veränderungsbereitschaft. Ich habe kaum ein Unternehmen gesehen, in dem die Mitarbeiter so offen für Neues sind wie bei Faulhaber. Die Vielfalt in Technik, Sprachen, Kulturen, Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und der respektvolle Umgang miteinander: einfach klasse!

Für mich als passionierter Reiter gilt im Sport wie auch als Führungskraft: Aufgeben ist keine Option. Es gibt immer wieder Situationen, die sehr schwierig sind, aber die gilt es zu meistern. Dafür hat man mich eingestellt. Führung kann nur erfolgreich sein, so mein Credo, wenn sie Mitarbeitern den Weg zum Erfolg aufzeigt. Führen mit Gewalt bringt nichts.

Mein Antrieb folgt meinem inneren Drang, Dinge in Ordnung zu bringen, sie ständig besser zu machen. Ich mag es nicht, wenn Dinge ‚nicht aufgeräumt‘ sind, das gilt besonders im übertragenen Sinne und bezieht sich auf Transparenz, Organisation, Struktur und Abläufe.

Erfolg bedeutet mir, die gesteckten Ziele erreicht zu haben. Besonders stolz bin ich auf unsere Auszeichnung als Fabrik des Jahres 2018 in der Kategorie ‚hervorragende Kleinserienfertigung‘. Sie subsummiert die gesamte Entwicklung des Unternehmens während der letzten 15 Jahre.

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