Rekordgenehmigungen und steigender Windkraft-Zubau 2025

Windkraft an Land erreicht neue Rekorde

Der starke Genehmigungs- und Zubauwert für das Jahr 2025 zeigt das Wachstum der Windenergie. Gleichzeitig erschweren Netzhürden die Umsetzung neuer Projekte.

Bild: Gemini, publish-industry
16.01.2026

Im Jahr 2025 wurden 3.310 Wind-Anlagen genehmigt und 958 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 5.232 MW installiert. Verbände wie der BWE und der VDMA Power Systems warnen vor Netzengpässen und fordern verlässliche Rahmenbedingungen. Für das Jahr 2026 sind 8 bis 8,5 GW Zubau möglich.

Im Jahr 2025 setzte sich das Wachstum der Windenergie an Land sichtbar fort. Insgesamt wurden in Deutschland 3.310 Windenergieanlagen (WEA) mit einer Leistung von 20.765 MW neu genehmigt. Bei den deutlich überzeichneten Ausschreibungen der Bundesnetzagentur wurden 2.348 WEA mit 14.449 MW bezuschlagt. Damit wurden die Rekorde des Jahres 2024 nochmals übertroffen. Der Wettbewerb in den Ausschreibungen funktioniert und führte in den vergangenen Runden zu sinkenden mittleren Zuschlagswerten. Folgerichtig hat die BNetzA für dieses Jahr den Höchstwert leicht abgesenkt.

Windenergieausbau: Starken Zubau verstetigen, Resilienz gewährleisten

Der Bruttozubau im Jahr 2025 liegt mit 958 WEA und einer Leistung von 5.232 MW deutlich über dem Niveau des Vorjahres und somit innerhalb der Prognosespanne der beiden Verbände. Diese hatten einen Zubau von 4.800 bis 5.300 MW prognostiziert. Die insgesamt installierte Leistung erhöht sich damit auf rund 68.100 MW. Zu diesem Ergebnis kommt die von den Verbänden BWE und VDMA Power Systems in Auftrag gegebene und von der Fachagentur Wind und Solar durchgeführte Auswertung.

„Windenergie gewinnt stetig weiter an Bedeutung im deutschen Energiesystem. Gleichzeitig nehmen die Sicherheitsbedrohungen, auch durch geopolitische Entwicklungen, deutlich zu. Der politische und regulative Rahmen muss die lückenlose Sicherheit und Resilienz aller am Stromnetz angeschlossenen Energieanlagen wirksam adressieren, um bestehende Risiken zu minimieren und die Versorgungs- und nationale Sicherheit zu gewährleisten. Dies betrifft sowohl die physische und digitale Sicherheit der Anlagen als auch den Zugriff auf kritische Anlagen durch Hersteller. Ausdrücklich geht es hier um den Schutz nationaler Sicherheitsinteressen“, erklärt Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer von VDMA Power Systems.

„Die Zubaudynamik ist positiv und muss mit einem ambitionierten Kurs und dem richtigen politischen Rahmen fortgeschrieben und verstetigt werden. Sie sendet zwei wichtige Signale: Die Windindustrie kann liefern und Kosten senken. Die Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette brauchen Planbarkeit und politische Verlässlichkeit, auch mit Blick auf Realisierungsrahmenbedingungen, etwa bei weiter bestehenden Transporthürden. Die bevorstehende EEG-Novelle muss Investitionen mit verbindlichen Ausbauzielen anreizen – nur so können Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit, technologische Souveränität und industrielle Wertschöpfung langfristig gesichert werden“, so Rendschmidt.

Herausforderungen für den Windenergieausbau

Herausforderungen sieht auch BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek: „So erfreulich die Rekorde bei Neugenehmigungen und Zuschlägen auch sind, legen diese die Probleme eines zu langsamen Netzausbaus offen: Der Netzzugang für neue Projekte wird immer schwieriger. Wenn man von einer durchschnittlichen Umsetzungsdauer von fast zwei Jahren ausgeht, erwarten wir ab Ende 2026 einen Zubau-Boom der im Jahr 2024 bezuschlagten Projekte. Bis zu zehn Gigawatt sind unter den richtigen Rahmenbedingungen möglich. Lange Wartezeiten und die geringe Verfügbarkeit von Anschlüssen hemmen die Zubaudynamik erheblich. Das Netz muss endlich konsequent und mit hoher Dringlichkeit ausgebaut, modernisiert und digitalisiert werden. Einschränkungen beim Netzanschluss für Erneuerbare Energien sind der falsche Weg. Die Versäumnisse der vergangenen Jahre beim Netzausbau dürfen jetzt nicht dazu führen, dass die Windenergie ausgebremst wird.“

Dr. Dennis Rendschmidt betont die zentrale Rolle der Windenergiebranche als Standortfaktor: „Investitionen in Energieinfrastruktur setzen starke Wertschöpfungsimpulse. Sie schaffen Nachfrage nach Anlagen und Komponenten, sichern Beschäftigung und generieren Steueraufkommen. Damit leisten sie einen Beitrag zur langfristigen wirtschaftlichen Stabilität und industriellen Basis Deutschlands. Dies ist ein wichtiges Signal in der aktuellen konjunkturellen Situation. Darüber hinaus ist der Erhalt von technologischem Know-how in Deutschland und Europa ein zentraler Faktor für die Bedeutung eines resilienten Energiesystems, das weniger abhängig von außereuropäischen Energielieferanten ist.“

Um diesen Standortfaktor abzusichern, brauche es dringend die seit Jahren angekündigte Reform des Stromsystems. Bärbel Heidebroek: „Das deutsche Energiesystem bleibt noch immer in einer Logik weniger Großkraftwerke verhaftet. Die Realität ist aber längst eine andere: Erneuerbare Energien, allen voran Wind- und Solarenergie, sind das Rückgrat der deutschen Stromerzeugung. An ihren Bedarfen muss das Energiesystem ausgerichtet werden. Das bedeutet vor allem eine deutliche Flexibilisierung auf Erzeugungs- und Verbraucherseite sowie in den Netzen, zum Beispiel durch Speicher, den Hochlauf der grünen Wasserstoffwirtschaft, konsequentes Cable Pooling und eine Stärkung der Direktbelieferung. Diese Flexibilisierung entlastet die Netze und schafft einen zeitlichen Puffer, bis der Netzausbau an Fahrt gewinnt. Die Windenergiebranche hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt sind die Netzverantwortlichen in der Bringschuld.“

Prognose Deutschland im Jahr 2026

Für das Jahr 2026 prognostizieren die Verbände bei unveränderter Realisierungsgeschwindigkeit einen zu erwartenden Zubau in Höhe von 8 bis 8,5 GW.

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