Die Energiewende bringt einen nie dagewesenen Wandel für Stromverteilnetze: Die Dezentralisierung des gesamten Systems sowie ein starker Zubau erneuerbarer Energien, E-Mobilität und Wärmepumpen stellen Netzbetreiber vor enorme Herausforderungen.
Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen an Effizienz und Transparenz in der Netzplanung. Die klassische Netzplanung mit punktuellen Einzelmaßnahmen gerät damit an ihre Grenzen – gefragt ist ein strategischer, automatisierter Prozess, der optimierte Investitionen für komplexe Zukunftsszenarien ermittelt.
Zielnetzplanung wird zum Massenprozess
Die steigende Zahl an neuen Erzeugern, Speichern und flexiblen Verbrauchern führt zu einer Vervielfachung von Netzplanungs- und Ausbauentscheidungen. Statt reaktiver Maßnahmen benötigen Netzbetreiber heute eine vorausschauende Zielnetzplanung, die verschiedene Entwicklungspfade systematisch analysiert.
Genau hier setzen neue Software-Lösungen wie die App Zielnetzplanung der Intelligent Grid Platform (IGP) von envelio an: Sie digitalisieren und automatisieren die Planung für beliebige Planungshorizonte – etwa für die Stützjahre 2030, 2035 oder 2045.
Das NO(X)VA-Prinzip als Standard
Die IGP-Anwendung setzt konsequent auf das NO(X)VA-Prinzip: Netzoptimierung und Flexibilisierung kommen vor Netzverstärkung und -ausbau. Ein selbstlernender Algorithmus analysiert dabei aus jeder Planungssituation heraus, welche Maßnahmen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielen.
Das KI-gestützte System kann Variantenvergleiche und Maßnahmenpakete für alle Stützhorizonte automatisiert erstellen und bewertet deren Qualität fortlaufend anhand realer und simulierter Daten. Dies ermöglicht eine zielgerichtete und ressourcenschonende Investitionsplanung.
Digitalisierung entlastet und schafft Transparenz
Ein besonderer Mehrwert digitaler Zielnetzplanung liegt in der Skalierbarkeit: Die App von envelio erlaubt es Netzbetreibern, zahlreiche Zukunftsszenarien in kurzer Zeit durchzuspielen und zu bewerten – ein bislang undenkbarer Effizienzsprung.
Darüber hinaus kann das System Maßnahmenempfehlungen für gesamte Netzgebiete ausgeben und auf Wunsch manuell angepasst werden. Dies entlastet Netzplaner und erlaubt eine objektivere, datenbasierte Entscheidungsfindung – auch vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und steigender Anforderungen an Auditierbarkeit und Nachweisführung gegenüber Regulatorik und Stakeholdern.
Dr. Simon Koopmann, Mitgründer und CEO von envelio, erklärt dazu: „Stromnetze werden langfristig geplant – für ihren Ausbau sind große finanzielle, materielle und personelle Investitionen notwendig. Schon heute zeichnen sich Engpässe in all diesen Bereichen ab. Netzbetreiber müssen ihre Stromnetze also möglichst ressourceneffizient auf die Anforderungen in fünf, zehn oder 20 Jahren auslegen. Dafür müssen sie gezielt ausbauen – allerdings ohne sich dabei ausschließlich auf den konventionellen Netzausbau zu fokussieren. Denn auch die Flexibilisierung und die Optimierung der Bestandsinfrastruktur bietet Potentiale. Ansonsten können die Kosten der Energiewende schnell aus dem Ruder laufen und wir erreichen die Klimaschutzziele nicht rechtzeitig. Mit der App Zielnetzplanung wollen wir Netzplaner unterstützen: Die App ermöglicht es, rasch fundierte Entscheidungen zu treffen und ist das ideale Werkzeug, um Netze ressourceneffizient und zukunftssicher auszulegen.“
Ausblick
Die Kombination aus KI, Automatisierung und komplexer Simulationsmethoden ist der Schlüssel, um mit einer effizienten Zielnetzplanung den Netzausbau ressourceneffizient, skalierbar und regulatorisch sicher zu gestalten. Netzbetreiber, die frühzeitig auf solche Tools setzen, verschaffen sich nicht nur einen Vorsprung bei der Umsetzung der Energiewende, sondern auch bei der effizienten Allokation von Investitionen.
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