Drei Schritte zum Smart‑Water‑Rollout

Wenn der Starkregen kommt: Sensoren machen Wassernetze resilient

ZENNER International GmbH & Co. KG

LoRaWAN-gestützte Sensorik liefert Daten zu Pegelstand, Wasserqualität, Netzüberwachung und Verbrauchserfassung – dadurch wird der Aufbau resilienter Wasserinfrastrukturen unterstützt.

Bild: iStock, CreativeNature_nl
15.04.2026

Extremwetter und Ressourcenknappheit erhöhen den Druck auf urbane Wassersysteme. LoRaWAN liefert die Datenbasis für Monitoring, Netzüberwachung und Verbrauchserfassung. Dafür bündelt Zenner diese Schritte in digitalen Lösungen entlang der Prozesskette.

Wasser ist eine der wertvollsten Ressourcen. Extremwetterereignisse, wachsende Urbanisierung und Ressourcenknappheit erhöhen den Druck auf urbane Wassersysteme. Um flexibel auf Starkregen, Trockenperioden oder Veränderungen der Wasserqualität reagieren zu können, benötigen Städte eine kontinuierliche Datengrundlage. Digitale Lösungen und Funktechnologien wie LoRaWAN ermöglichen die flächendeckende Erfassung solcher Daten und bilden damit die Basis für resiliente Wasserinfrastrukturen.

Gleichzeitig setzen europäische und nationale Initiativen wie der European Blue Deal oder die Nationale Wasserstrategie klare Leitplanken für eine nachhaltige und zukunftssichere Wasserversorgung. Im Mittelpunkt steht dabei zunehmend das Prinzip der Resilienz: Infrastrukturen sollen nicht nur zukunftsfähig, sondern vor allem widerstandsfähig und anpassungsfähig sein.

LoRaWAN: Funkstandard für resiliente Wasserinfrastrukturen

LoRaWAN hat sich bereits seit Langem als wegbereitende Technologie für Stadtwerke und die Wasserwirtschaft erwiesen. Der Funkstandard bietet Städten echte Mehrwerte, indem er Tausende Sensoren und Geräte kostengünstig und flächendeckend vernetzt. Die Technologie ermöglicht eine große Reichweite bei gleichzeitig sehr geringem Energieverbrauch. Zenner kombiniert LoRaWAN mit weiteren Technologien wie Wireless M-Bus und ermöglicht so einen flexiblen Rollout.

End‑to‑End‑Digitalisierung in der Wasserwirtschaft

Der Aufbau resilienter Wasserinfrastrukturen erfordert mehr als den punktuellen Einsatz einzelner Technologien. Als Smart Water Solution Provider bietet Zenner heute Lösungen entlang der gesamten digitalen Prozesskette: Von der Pegelstandsüberwachung und dem Gewässermonitoring über die Sicherstellung der Verteilung im Versorgungsnetz bis hin zur transparenten Verbrauchserfassung.

Schritt 1: Frühwarnung durch Pegelstandsüberwachung

Ob ein überlaufender Fluss oder das Eindringen von Hochwasser in Geschäfts- und Wohnhäuser – viele dieser durch Starkregen oder andere Wetterereignisse verursachten Szenarien bleiben meist unerkannt. Mit einer LoRaWAN-gestützten Pegelstandsüberwachung an neuralgischen Orten können diese automatisch erfasst und an die notwendigen Stellen weitergeleitet werden. Auch Grundwasserpegelstände und die Wasserqualität lassen sich so überwachen. Mithilfe einer IoT-Plattform wie B.One element IoT von Zenner werden die Daten in Echtzeit und bedarfsgerecht bereitgestellt.

Schritt 2: Verteilnetze stärken – Leckagen früh lokalisieren

Ein anschauliches Beispiel für widerstandsfähige Wassernetze ist die Leckageerkennung. Weltweit gehen durch Netzverluste rund 126 Milliarden m3 Trinkwasser pro Jahr verloren. Durch eine intelligente Überwachung lassen sich Leckagen und Unregelmäßigkeiten frühzeitig lokalisieren, Wasserverluste reduzieren und Instandhaltungsmaßnahmen gezielt planen. Um Wasserversorger hierbei zu unterstützen, kooperieren Zenner und das Unternehmen Fast seit letztem Jahr. Das Ziel besteht darin, eine adaptive Lösung zur digitalen Wassernetzüberwachung bereitzustellen, die eine ideale Ergänzung zum bestehenden LoRaWAN-Netz darstellt.

Schritt 3: Smarte Verbrauchserfassung und Abrechnung

Den dritten Schritt bildet die Verbrauchserfassung. Smarte Technologien und Messtechnik bieten hierbei entscheidende Vorteile: Sie erkennen Leckagen frühzeitig, überwachen Netze in Echtzeit und ermöglichen eine präzise Erfassung und Abrechnung des Verbrauchs. Seit über 100 Jahren produziert Zenner eigene Wasserzähler. Heute bietet das Unternehmen ein umfassendes Portfolio an smarter Messtechnik und Sensorik für die Wasserwirtschaft, darunter den IUWS B.One Ultraschall-Hauswasserzähler. Der Zähler ist mit der Funktion „Parallelfunk“ ausgestattet und überträgt Messdaten gleichzeitig über LoRaWAN und Wireless M-Bus.

Metering as a Service: Kompletter Prozess in einer Plattform

Mit der Komplettlösung B.One Metering as a Service (MaaS) von Zenner können Wasserversorger den kompletten Prozess zudem in einer Plattform umsetzen. Kunden profitieren von einer zentralen Plattform, die Verbrauchsdaten in nahezu Echtzeit liefert und Transparenz in allen Bereichen schafft.

Das Zusammenspiel aller drei Schritte ermöglicht den Smart-Water-Rollout und den Aufbau resilienter Infrastrukturen in der Wasserwirtschaft. Verbräuche lassen sich besser planen, Ressourcen gezielter einsetzen und sichern sowie potenzielle Engpässe frühzeitig identifizieren. Perspektivisch eröffnen sich dadurch auch neue Kommunikationsmöglichkeiten, etwa durch eine gezielte Information der Bürgerinnen und Bürger per Dashboard oder App.

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