Condition Monitoring direkt an der Belastungszone

Predictive Maintenance durch Dünnschichtsensorik

Dünnschicht-Multisensor auf einer Zahnradflanke.

Bild: Fraunhofer IST
12.05.2026

Ungeplante Stillstände, Qualitätsprobleme oder aus Verschleiß resultierende Ausfälle kündigen sich zwar meist früh an, werden im laufenden Betrieb jedoch häufig nicht erkannt. Hier setzt das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST an: Mithilfe integrierter Dünnschichtsensorik werden solche verborgenen Zustände direkt auf der Bauteiloberfläche erfasst und somit messbar gemacht. Auf der Sensor+Test 2026 (9. bis 11. Juni in Nürnberg) präsentiert das Institut, wie sich das Condition Monitoring damit deutlich weiterentwickeln lässt.

In der Condition Monitoring Area (Halle 1, Stand 1-551/2) präsentiert das Fraunhofer IST einen kompakten Überblick über Lösungen zur Zustandsüberwachung von Maschinen und Prozessen. Gezeigt werden praxisnahe Ansätze, bei denen Dünnschichtsensoren direkt in Bauteile und Werkzeuge integriert sind und dort auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen präzise Druck-, Kraft- und Temperaturdaten erfassen.

Echtzeitdaten für Predictive Maintenance und aktive Prozessregelung

Die kontinuierliche Erfassung dieser Daten ermöglicht es, Maschinenzustände in Echtzeit zu beobachten und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Auf dieser Grundlage lassen sich Instandhaltungsmaßnahmen vorausschauend planen (Predictive Maintenance), ungeplante Stillstände reduzieren und Anlagenverfügbarkeiten erhöhen. Gleichzeitig eröffnen die Sensordaten neue Möglichkeiten zur aktiven Prozessregelung, etwa zur Verbesserung von Bauteilqualitäten und zur Minimierung von Ausschuss.

Ein wesentliches Merkmal der am Fraunhofer IST entwickelten Dünnschichtsensorik ist ihre bauraumneutrale Integration. Die Sensoren können direkt in hochbelastete Funktionsbereiche eingebracht werden, ohne die Geometrie oder Funktion der Komponenten zu beeinflussen. Dank ihrer hohen Verschleißbeständigkeit liefern sie auch dort zuverlässige Messdaten, wo konventionelle Sensorsysteme an ihre Grenzen stoßen.

Bereits heute kommen entsprechende Lösungen unter anderem in der Analyse und Verbesserung von Maschinenelementen, in der Zerspanung sowie im Kunststoffspritzguss zum Einsatz. Perspektivisch wird die Bedeutung solcher Sensordaten weiter zunehmen – insbesondere im Zusammenspiel mit Methoden der Künstlichen Intelligenz und des Machine Learning, die eine noch umfassendere Auswertung und Nutzung der gewonnenen Informationen ermöglichen.

„Der Messeauftritt zeigt, wie aktuelle Entwicklungen in der Dünnschichtsensorik dazu beitragen können, industrielle Prozesse transparenter, effizienter und zuverlässiger zu gestalten“, erläutert Dr. Anna Schott, Gruppenleiterin Mikro- und Sensortechnologie am Fraunhofer IST. „Besuchen Sie uns in Halle 1, Stand 1-551/2. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.“

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