Dr. Stefan Kusterer (Bildmitte) hat Informatik und Mathematik an der Universität Passau studiert und dort auch promoviert. In verschiedenen Positionen bei SAP, zuletzt als Chief Architect IoT, sammelte er profunde Expertise rund um das IoT. Ab Januar 2017 war er der CTO von Connyun und ist seit August 2018 CTO und Co-Geschäftsführer von Körber Digital.

Bild: Körber Digital

Kommentar Umsetzen, nicht nur reden

30.09.2019

Digitale Disruptionen verändern unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, die ganze Welt. Die traditionellen Geschäftsmodelle von produzierenden Unternehmen und Maschinenbauern geraten unter Druck – weil sich ihre „analogen“ Produkte am Ende eines Innovationszyklus befinden und neue Mitbewerber mit digitalen Innovationen auf den Markt drängen.

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Dr. Stefan Kusterer war mit diesem Beitrag im A&D-Kompendium 2019/2020 als einer von 100 Machern der Automation vertreten.

Körber Digital versteht sich als Nukleus für digitale Innovation und neue, digitale Geschäftsmodelle innerhalb des Körber-Konzerns. Wir gestalten und forcieren die Transformation und sind zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um Digitalisierung. Für den Maschinen- und Anlagenbau muss die Verzahnung industrieller Produktion mit intelligenten digitalen Systemen eine absolute Priorität sein.

Industrie 4.0 aber lässt sich nur mit dem richtigen Vorgehen erfolgreich umsetzen: Zu Beginn steht das richtige Geschäftsmodell, gefolgt von einem strukturierten Innovationsprozess und einer zügigen Umsetzung mit einem erfahrenen Team. Im klassischen Maschinenbau sind die Entwicklungszyklen häufig recht lang. Umgekehrt sind digitale Produkte und Services nur dann wettbewerbsfähig, wenn sie in kurzen Zyklen umgesetzt werden.

Wenn der Nutzen ausbleibt, wird das Projekt gestoppt

Bei Körber Digital erreichen wir das, indem wir durch unseren unmittelbaren Kundenkontakt von Anfang an im Entwicklungsprozess dabei sind und die Bedürfnisse – vor allem die Probleme und Herausforderungen – sofort erkennen und passende Lösungen entwickeln können. Stellt sich im Laufe der gemeinsamen Entwicklung heraus, dass das Produkt nicht den erhofften Nutzen bringt, wird das Projekt sofort gestoppt. So arbeiten wir gleichzeitig strukturiert und flexibel, können Verluste gering halten und den Kunden einen echten Mehrwert bieten.

Wir haben unsere Expertise rund um Design Thinking, UX oder Datenanalyse gebündelt, um digitale Produkte besonders in der Frühphase zu schaffen und zu fördern, oft gemeinsam direkt mit unseren Kunden. In einem späteren Stadium, wenn es um konkrete Produktlösungen, Vernetzung, Big Data und Cloud-Software geht, übernehmen unsere Software-Experten. Unser großer Vorteil dabei ist unser tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Produktionsbetrieben. Denn ohne etwas von industrieller Fertigung zu verstehen, lassen sich keine Industrie-4.0-Lösungen entwickeln, die wirklich Wert stiften.

Bei nicht wenigen derartiger Projekte ist die Idee gut – doch wenn es um die konkrete Umsetzung geht, werden Unternehmer und Produktionsleiter oft allein gelassen. Mit Körber Digital legen wir größten Wert darauf, dass unsere IIoT-Anwendungen die konkreten Anforderungen in der Fertigung erfüllt: sofort einsatzbereit, leicht anzubinden, nützlich und wirtschaftlich attraktiv.

Industrie 4.0 muss erschwinglich sein

Im Laufe der kommenden Monate müssen weitere Fortschritte bei Automatisierungstechnik und Maschinen-Konnektivität erzielt werden, damit Industrie 4.0 datenbasiert realisiert werden kann. Und sie muss erschwinglich sein: Für viele mittelständische Unternehmen sind Neuanschaffungen finanziell schwierig zu stemmen – dann geht es eher darum, bestehende Anlagen technologisch bestmöglich weiterzuentwickeln.

Im Augenblick geht es der Branche sehr gut – aber damit das künftig so bleibt, müssen sich Unternehmen aktiv mit der Digitalisierung beschäftigen. Dabei wird es viel mehr Kooperationen geben müssen, da einzelne Unternehmen allein die Dynamiken nicht mehr beherrschen können. Software-Firmen schließen sich seit Jahrzehnten in Allianzen zusammen, da muss der deutsche Maschinenbau auch hin. Co-Innovation ist das Motto der Stunde: Gemeinsam eine bessere Lösung bauen.

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