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Ist RISC-V reif für die Embedded-Industrie? In unserer Umfrage äußern sich Unternehmensvertreter über die Einsatzmöglichkeiten der Befehlssatzarchitektur.

Bild: iStock, iMr Squid

Was Entwickler von RISC-V halten Umfrage: Taugt RISC-V für den Embedded-Bereich?

11.04.2019

Die Befehlssatzarchitektur RISC-V erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Gerade ihr Open-Source-Ansatz findet großen Anklang bei Entwicklern. Doch ist sie auch reif für den Einsatz in der Industrie? Wir haben Unternehmensvertreter befragt, was sie von RISC-V im Embedded-Bereich halten.

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In unserer Bildergalerie lesen Sie, was Vertreter aus der Industrie auf die Frage nach dem Nutzen von RISC-V in Embedded-Systemen geantwortet haben.

Bildergalerie

  • Im Embedded-Bereich gewinnt RISC-V ebenfalls an Bedeutung. Das liegt nicht zuletzt an dem großen Engagement einiger Halbleiterhersteller. Die großen Vorteile im Vergleich zu anderen Prozessorarchitekturen sind die Anpassungsfähigkeit und die große Zukunftssicherheit, beispielsweise bei Implementierung in einen FPGA. Mit dem Arrow Everest Board haben wir für RISC-V eine eigene, sehr leistungsfähige Plattform entwickelt, die sowohl für die Evaluierung aber auch für das Quick Prototyping verwendet werden kann. Unser hierdurch gewonnenes Know-how hilft unseren Kunden, in sehr kurzer Zeit mit passenden Lösungen auf den Markt zu kommen.

    Florian Freund, Director Engineering DACH, Arrow

    Bild: Arrow

  • Wir beobachten die Entwicklung der RISC-V-Technologie. Für spezielle Märkte, die zu starke Abhängigkeiten von US-Chipherstellern und Lizenzen vermeiden möchten, könnte RISC-V interessant sein. Aus Sicht von Kontron ist RISC-V aber noch nicht marktreif für einen Einsatz in der Embedded-Industrie und der konkrete Nutzen für den Anwender noch unklar. Derzeit ist RISC-V mehr etwas für die Maker-Community als für einen professionellen Einsatz. Diese Situation hatten wir ursprünglich auch beim Raspberry Pi. Mittlerweile bieten wir aber erste Produkte mit ihm an, da er zunehmend auch im Embedded- und Industrial-Bereich Verwendung findet. Ein ähnlicher Trend könnte sich bei RISC-V entwickeln.

    Norbert Hauser, Vice President Marketing, Kontron

    Bild: Christoph Vohler, Kontron

  • Wir möchten Konstrukteuren und Entwicklern stets die neueste Technik an die Hand geben, damit sich ihre Produkte vom Wettbewerb abheben. Deshalb arbeiten wir mit Herstellern wie Microchip und NXP an der Entwicklung von RISC-V-Architekturen. Im Gegensatz zu den meisten Befehlssatzarchitekturen (ISA) ist RISC-V kostenlos und Open Source und kann lizenzfrei für jeden Zweck genutzt werden. Jeder kann deshalb RISC-V-Chips und -Software entwerfen, herstellen und verkaufen. Obwohl nicht die erste ISA mit offener Architektur, ist sie doch hervorzuheben, weil sie für eine Vielzahl an Bauteilen und Geräten konzipiert wurde. Darüber hinaus unterstützt bereits ein umfangreicher Teil an Software den Befehlssatz, wodurch ein üblicher Schwachpunkt neuer Befehlssätze vermieden wird.

    Mark Patrick, Technical Marketing Manager, Mouser

    Bild: Mouser

  • RISC-V ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz, um Rechnerkerne noch effektiver einzusetzen. Die Idee, Open Source mittlerweile ebenfalls bei Hardware anzuwenden, hat sicherlich ihren Reiz, mit allen damit verbundenen Chancen und Risiken. Für TQ-Systems als Engineering- und Fertigungsdienstleister ist es ein Thema, RISC-V bei speziell auf die Applikation zugeschnittenen Rechnerarchitekturen einzusetzen. Momentan beobachten wir sehr genau die Entwicklung von RISC-V hinsichtlich der Technik, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und natürlich auch dem Preise.

    Josef Fromberger, Leiter des Geschäftsbereichs Embedded, TQ-Systems

    Bild: Michael Horky, TQ-Systems

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