Derzeit investieren Industrieunternehmen verstärkt in Künstliche Intelligenz, um ihre Produktivität zu steigern. Nach Einschätzung von Perzeptron lohnt es sich jedoch häufig, zunächst einen Blick auf die eigene Supply Chain zu werfen. In vielen Unternehmen bleiben dort erhebliche Effizienzpotenziale ungenutzt. Wer fehlende Transparenz, Medienbrüche und unvollständige Informationen beseitigt, kann oft schon innerhalb weniger Monate spürbare Verbesserungen erzielen und schafft gleichzeitig die Grundlage für einen wirtschaftlichen Einsatz von KI.
Effizienz entsteht nicht allein durch Automatisierung
„Viele Unternehmen erwarten heute, dass KI ihre Effizienzprobleme löst“, sagt Andreas Koch, Geschäftsführer von Perzeptron. „Unsere Erfahrung zeigt jedoch: Die größten Potenziale liegen häufig bereits in der bestehenden Supply Chain. Wer ineffiziente Prozesse mit KI automatisiert, macht sie nicht besser, sondern lediglich schneller. Deshalb beginnen wir nicht mit KI, sondern mit Transparenz.“
Aus diesem Grund startet Perzeptron jedes Optimierungsprojekt mit einer Effizienzanalyse. Dafür werden die bereits vorhandenen Daten aus dem ERP-System ausgewertet. Anhand von rund 30 Kennzahlen wird sichtbar, wo Reibungsverluste entstehen, welche Prozesse die Leistungsfähigkeit tatsächlich beeinflussen und an welchen Stellen die größten wirtschaftlichen Potenziale liegen. Anstatt Symptome zu behandeln, werden die Ursachen ineffizienter Abläufe identifiziert und priorisiert.
Datenqualität entsteht im Prozess
Viele Unternehmen zögern mit Optimierungs- oder KI-Projekten, da sie der Meinung sind, dass sie zunächst ihre Stammdaten bereinigen müssen. Nach Erfahrung von Perzeptron ist das jedoch häufig nicht erforderlich. Die Effizienzanalyse arbeitet direkt mit den vorhandenen ERP-Daten. Während der Verbesserung werden Prozesse, Stammdaten und Bewegungsdaten systematisch verbessert. Dadurch entwickeln sich Datenqualität, Transparenz und Prozessqualität parallel.
„Viele Unternehmen glauben, sie hätten nicht die richtigen Daten für eine erfolgreiche Optimierung oder den Einsatz von KI“, erklärt Andreas Koch. „Tatsächlich verfügen sie meist bereits über die notwendigen Informationen. Was fehlt, ist Transparenz darüber, wie Prozesse tatsächlich zusammenhängen. Genau diese schaffen wir – und damit verbessert sich auch die Datenqualität automatisch.“
Von Transparenz zu besseren Entscheidungen
Auf Basis dieser Erkenntnisse schafft Perzeptron mit seiner Supply-Chain-Software MiG Auftragsklarheit. Dazu werden alle entscheidungsrelevanten Informationen aus ERP-Systemen und weiteren Quellen zusammengeführt. Unternehmen erkennen dadurch frühzeitig, welche Aufträge termingerecht realisiert werden können, wo Material fehlt und an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht. Entscheidungen lassen sich schneller treffen, Abstimmungsaufwände sinken und die Planungssicherheit steigt.
Ein Kundenprojekt zeigt, wie groß der Effekt sein kann: Durch die Kombination aus Effizienzanalyse, MiG und verbesserten Arbeitsabläufen konnte der tägliche Aufwand in der Fertigungsplanung von einer Vollzeitaufgabe auf wenige Stunden reduziert werden. Die Planung ist dort heute bereits gegen 10 Uhr abgeschlossen. Die dadurch gewonnenen Kapazitäten können die Mitarbeitenden anschließend für wertschöpfende Aufgaben nutzen.
KI ist nur auf belastbarer Grundlage sinnvoll
Erst wenn Prozesse transparent sind, Informationen konsistent und Daten belastbar, entsteht die Grundlage für einen wirtschaftlichen Einsatz von KI. Ohne diese Basis automatisiert KI häufig lediglich bestehende Ineffizienzen. Sind diese Voraussetzungen geschaffen, kann KI ihre Stärken gezielt in einzelnen Anwendungsbereichen ausspielen.
Wie dies in der Praxis aussieht, zeigt Perzeptron mit der Software OCC.AI. Die Lösung automatisiert die Prüfung von Auftragsbestätigungen, gleicht eingehende Dokumente mit Bestellungen ab und erkennt Abweichungen bei Preisen, Mengen oder Lieferterminen innerhalb weniger Sekunden. In einem Kundenprojekt bei electronic service willms (esw) reduzierte sich der wöchentliche Prüfaufwand dadurch von 25 bis 30 Stunden auf unter fünf Stunden. Gleichzeitig konnten rund 85 Prozent aller Auftragsbestätigungen vollständig automatisiert geprüft werden. Dadurch gewinnen Einkaufsabteilungen wertvolle Zeit für Aufgaben, die tatsächlich ihre Aufmerksamkeit erfordern. „KI bringt den größten messbaren Nutzen, wenn Unternehmen ihre Prozesse verstehen, auf einer belastbaren Informationsbasis entscheiden und KI-Lösungen darauf aufsetzen können“, fasst Koch zusammen.