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Rekordjahr für deutsche Lebensmittelhersteller Lebensmittelindustrie schafft Stellen und steigert Umsatz

05.06.2018

Gute Stimmung in der Lebensmittelindustrie: Mit 179,6 Milliarden Euro Umsatz und einem Zuwachs von 4,8 Prozent konnte die Branche im Jahr 2017 ein Rekordergebnis erzielen und Stellen aufbauen.

Jedes siebte deutsche Industrieunternehmen ist ein Lebensmittelhersteller – damit ist die Lebensmittelbranche die viertgrößte Industrie in Deutschland. Die Branche, die zu 90 Prozent geprägt ist von kleinen und mittelständischen Unternehmen überwiegend im ländlichen Raum, hat es 2017 geschafft, mit 179,6 Milliarden Euro Umsatz und einem Zuwachs von 4,8 Prozent ein Rekordergebnis zu erzielen. Diese Zahlen haben die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) veröffentlicht.

Auf der Nachfrageseite konnte die Ernährungsindustrie 2017 sowohl im In- als auch im Ausland Zuwächse erzielen: So stiegen die Lebensmittelexporte um 6,3 Prozent auf 60,1 Milliarden Euro. Nach der EU sind China, die USA und die Schweiz die wichtigsten Exportmärkte für verarbeitete Lebensmittel. Die Exportquote der Ernährungsindustrie stieg im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozentpunkte auf 33,5 Prozent an. Der Hauptabsatzkanal bleibt jedoch das Inland, hier stiegen die Umsätze um 4,1 Prozent auf 119,4 Milliarden Euro.

Lebensmittelbranche als Jobmotor

In den vergangenen Jahren hat die Branche konstant Beschäftigung aufgebaut, allein 2017 stieg die Zahl der Beschäftigten um über 15.000 Stellen. Die insgesamt 6.044 Betriebe beschäftigten somit 595.506 Arbeitnehmer. Knapp zwei Drittel der Beschäftigten in der Ernährungsindustrie arbeiten in tarifgebundenen Unternehmen. Die ANG schätzt, dass der Fachkräftebedarf in der Branche tendenziell weiter steigen wird. Dabei seien nicht nur die klassischen ernährungsspezifischen oder kaufmännischen Berufen, sondern vor allem Technikberufe von den Unternehmen stark nachgefragt.

Das aktuelle ANG-Arbeitspanel 2018 belegt stabile Beschäftigungsstrukturen in der Branche. Die große Mehrheit der Beschäftigten arbeitet unbefristet (92 Prozent) und in Vollzeit (86 Prozent). 2017 zählte die Branche 34 Prozent der Auszubildenden in ernährungstypischen, 30 Prozent in kaufmännischen und 36 Prozent in technischen Berufen. Eine Mehrheit von 62 Prozent der Beschäftigten der Industrieunternehmen sind Männer, 38 Prozent Frauen.

Fairness, Selbstbestimmung und praxistauglichere Arbeitszeitregelungen gefordert

Eine zentrale Forderung der BVE ist es, einen fairen Wettbewerb am deutschen Lebensmittelmarkt zu sichern. Dazu gehören nicht nur ein faires Miteinander in den Geschäftsbeziehungen, sondern auch die Sicherung des Wettbewerbs und damit der Ausschluss jeglicher politisch motivierter Konsumlenkung. Der Verbraucher bestimmt das Lebensmittelangebot.
82 Millionen qualitäts- und preisbewusste Konsumenten entscheiden täglich an der Ladentheke über den Erfolg von Produkten und Herstellern. Die Lebensmittelhersteller sollen selbst können entscheiden, welche Innovationen sie an den Markt bringen, fordert die BVE.
Wünschenswert wäre aus Sicht der ANG zudem eine Überarbeitung des Arbeitszeitgesetzes hin zu mehr Praxistauglichkeit, damit Betriebe und ihre Beschäftigten flexiblere und zukunftsfähige Gestaltungsmöglichkeiten bei der Verteilung der Arbeitszeit erhalten.

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