Die Elektromobilität in Deutschland entwickelt sich zunehmend vom Nischenmarkt zum Mainstream. Fast neun von zehn heutigen E-Auto-Fahrern können sich vorstellen, auch ihr nächstes Fahrzeug elektrisch zu fahren. Gleichzeitig zieht inzwischen mehr als jeder dritte Fahrer eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb den Umstieg auf ein Elektroauto in Betracht. Zu diesem Ergebnis kommt die Shell Elektromobilitätsstudie 2026, die Shell zum neunten Mal vorlegt.
Elektromobilität entwickelt sich zum Mainstream
Die hohe Akzeptanz von Elektrofahrzeugen zeigt sich besonders deutlich bei den bestehenden Nutzern: 89 Prozent der E-Auto-Fahrer würden erneut ein Elektrofahrzeug in Erwägung ziehen. Gleichzeitig denken bereits 37 Prozent der heutigen Nicht-EV-Fahrer über den Kauf eines E-Fahrzeugs nach.
Die Studie zeigt außerdem, dass sich die Wahrnehmung der Ladeinfrastruktur verbessert hat. Mehr als zwei Drittel der E-Auto-Fahrer sehen Fortschritte bei der Verfügbarkeit öffentlicher Ladepunkte. Fast ebenso viele berichten von Verbesserungen bei Zuverlässigkeit, Standortqualität und Auswahl der Anbieter.
Elektroautos häufiger auf Langstrecken unterwegs
Auch die Nutzung verändert sich. Elektroautos werden zunehmend als vollwertige Fahrzeuge eingesetzt. Mehr als zwei Drittel der Befragten haben bereits längere Fahrten mit ihrem Elektrofahrzeug unternommen. Lediglich einer von 16 Fahrern gibt an, auf Langstrecken zu verzichten, weil die Ladeinfrastruktur nicht ausreicht.
Kosten bleiben größte Herausforderung
Trotz dieser positiven Entwicklung sind wirtschaftliche Aspekte weiterhin die größte Herausforderung für weiteres Marktwachstum. Rund vier von zehn Nicht-EV-Fahrern sehen Reichweiten- und Ladethemen als relevantes Hindernis an, während drei von zehn die Anschaffungskosten nennen.
Die Studie zeigt darüber hinaus, dass das Schnellladen zunehmend mit Service- und Retail-Angeboten verbunden wird. So kauft jeder zweite E-Auto-Fahrer regelmäßig Kaffee an Tankstellen oder Lade-Hubs, rund jeder Dritte nutzt Shop- oder Gastronomieangebote und ebenfalls etwa ein Drittel nutzt regelmäßig die Fahrzeugwäsche.
Nutzererlebnis rückt stärker in den Fokus
Florian Glattes, der das Shell-Mobilitätsgeschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet, sagt: „Die Ergebnisse zeigen, dass Elektromobilität für viele Menschen inzwischen gelebter Alltag ist. Die Diskussion verschiebt sich zunehmend von der Frage, ob Elektromobilität funktioniert, hin zur Frage, wie einfach, zuverlässig und komfortabel sie im Alltag erlebt wird. Fast neun von zehn heutigen E-Auto-Fahrern wollen elektrisch bleiben. Für die Zukunft werden deshalb nicht allein Ladepunkte entscheidend sein, sondern das gesamte Nutzererlebnis – von einer verlässlichen Ladeinfrastruktur über digitale Services bis hin zu attraktiven Angeboten während des Ladens.“
Zentrale Ergebnisse der Shell Elektromobilitätsstudie 2026 im Überblick:
▶ 89 Prozent der EV-Fahrer ziehen erneut ein Elektrofahrzeug in Betracht.
▶ 37 Prozent der Nicht-EV-Fahrer erwägen einen Umstieg.
▶ 81 Prozent der E-Auto-Fahrer verfügen über eine Lademöglichkeit zuhause.
▶ Über zwei Drittel haben bereits Langstreckenfahrten mit einem E-Fahrzeug unternommen.
▶ 69 Prozent der E-Auto-Fahrer sehen Verbesserungen bei der Verfügbarkeit öffentlicher Ladepunkte; 67 Prozent nehmen inzwischen eine größere Auswahl an Ladeanbietern wahr.
▶ Für 42 Prozent sind die Ladekosten entscheidend, für 38 Prozent die Ladegeschwindigkeit.
▶ 73 Prozent würden einen Umweg in Kauf nehmen, um einen zuverlässigeren Ladepunkt zu nutzen.
▶ 54 Prozent wären bereit, für schnelleres Laden einen höheren Preis zu zahlen.
▶ Jeder zweite E-Fahrer kauft regelmäßig Kaffee an Tankstellen oder Lade-Hubs.
▶ 41 Prozent wünschen sich warme Speisen oder Gastronomieangebote am Ladeort; 38 Prozent legen Wert auf Einkaufsmöglichkeiten während des Ladens.
Für die Shell Elektromobilitätsstudie wurden insgesamt 7.400 Interviews in den USA, China, Singapur und Europa geführt. Darunter waren 1.500 in Deutschland. Befragt wurden sowohl private als auch gewerbliche Nutzer, jeweils mit Fahrern von Elektrofahrzeugen und Verbrennern.