Entscheidungsträger bestätigen: KI ist bereits fester Bestandteil der täglichen Arbeit, doch die meisten Organisationen haben sich noch nicht entsprechend angepasst. Publicis Sapient, ein globales Unternehmen für Enterprise-AI-Plattformen und -Services, hat heute auf der VivaTech in Paris seinen 2026 Global Enterprise AI Report vorgestellt. Der Report basiert auf einer globalen Befragung von 1.550 KI-Entscheidungsträgern und zeigt eine wachsende Kluft zwischen der Einführung von KI und der Bereitschaft der Unternehmen. Die meisten Organisationen haben ihre Systeme, Arbeitsabläufe und Betriebsmodelle noch nicht so transformiert, dass sie das volle Potenzial von KI ausschöpfen können.
„Unternehmen wurden nicht für die Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Autonomie konzipiert, die KI ermöglicht“, sagte Nigel Vaz, CEO von Publicis Sapient. „Viele Organisationen haben KI erfolgreich eingeführt, doch die Einführung allein verschafft noch keinen Wettbewerbsvorteil. Die Gewinner werden jene Unternehmen sein, die neu definieren, wie Arbeit erledigt wird, ihre Abläufe modernisieren und KI in die DNA des Unternehmens einbetten.“
KI ist angekommen, doch die Transformation hält nicht Schritt
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Einsatz von KI für große Unternehmen keine zentrale Herausforderung mehr darstellt. KI ist bereits fest in die Arbeitsabläufe integriert. Die größere Herausforderung liegt nun in der Organisation: Um den Mehrwert auszuschöpfen, den KI bereits heute bieten kann, müssen Systeme, Arbeitsabläufe und Betriebsmodelle schneller angepasst werden. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) gibt an, dass KI bereits heute die geschäftlichen Anforderungen erfüllen kann. Gleichzeitig sagen 42 Prozent, dass ihre Unternehmen strukturell nicht so aufgestellt sind, dass sie diesen Nutzen erschließen können.
Während sich KI in verschiedenen Funktionsbereichen ausbreitet, bleiben viele Fortschritte auf einzelne Teams und Arbeitsabläufe beschränkt, anstatt unternehmensweite Veränderungen voranzutreiben. Nur 38 Prozent der Befragten sagen, dass KI die Arbeitsweise ihres Unternehmens grundlegend verändert. Mehr als jeder fünfte Befragte (22 Prozent) sieht die Art der Organisation seines Unternehmens als größtes Hindernis für den Erfolg von KI. Dies zeigt die wachsende Bedeutung der organisatorischen Aufstellung neben der Einführung der Technologie.
Tempo der KI-Transformation variiert stark je nach Region
USA: schnellste Einführung, größter organisatorischer Handlungsbedarf. In fortgeschrittenen Märkten wie den USA wird zunehmend die Organisationsstruktur – nicht die KI selbst – als Engpass gesehen.
41 Prozent sagen, dass KI ihr Geschäft grundlegend verändert.
34 Prozent geben an, dass die Art, wie ihre Unternehmen organisiert sind, das größte Hindernis für den Erfolg von KI darstellt.
Großbritannien: Vorreiter der Transformation. Bei der KI-getriebenen Transformation liegt Großbritannien unter den untersuchten Märkten vorn.
51 Prozent der Befragten sagen, dass KI die Arbeitsweise ihres Unternehmens grundlegend verändert hat.
60 Prozent geben an, dass KI in hohem Maße oder vollständig in Arbeitsabläufe integriert ist.
Frankreich: Einführung ohne Transformation. Zwar wird KI eingesetzt, doch Datenbeschränkungen bremsen die Transformation.
24 Prozent der Befragten sagen, dass KI die Arbeitsweise ihres Unternehmens grundlegend verändert hat.
51 Prozent nennen interne Daten als größtes Hindernis für den Erfolg von KI.
Deutschland: Eingebettet, aber fragmentiert. Deutsche Unternehmen gehören zu den Vorreitern bei der Nutzung von KI als „Kollege“ im Arbeitsalltag, doch die unternehmensweite Integration bleibt begrenzt.
35 Prozent der Unternehmen setzen KI als „Kollege“ ein, der von Teams zur Unterstützung und Erledigung von Aufgaben genutzt wird.
Nur 10 Prozent geben an, dass KI unternehmensweit vollständig integriert ist.
Australien: Stetig, aber uneinheitlich. Australische Unternehmen integrieren KI zunehmend in ihre Arbeitsabläufe, während die Transformation stetig voranschreitet.
53 Prozent der Befragten geben an, dass KI in hohem Maße oder vollständig in Arbeitsabläufe integriert ist.
38 Prozent sagen, dass KI die Arbeitsweise des Unternehmens grundlegend verändert hat.
Vereinigte Arabische Emirate: ambitioniert, aber unkoordiniert. Die Einführung und Koordination von KI schreiten zwar rasch voran, doch die unternehmensweite Integration bleibt gering.
60 Prozent der Unternehmen geben an, dass KI über Teams und Arbeitsabläufe hinweg vernetzt ist, um Aufgaben koordiniert auszuführen.
Nur 5 Prozent sagen, dass KI unternehmensweit vollständig über alle Mitarbeitenden, Funktionen und Teams hinweg integriert ist.
Über alle Märkte hinweg übertreffen die Erwartungen an KI-Fortschritte weiterhin die KI-Readiness der Organisationen. In den USA erwarten 71 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten 12 bis 24 Monate signifikante Fortschritte bei der Skalierung von KI. Doch nur 20 Prozent geben an, dass ihre Unternehmen heute vollständig darauf vorbereitet sind, diese Erwartungen zu erfüllen. Ähnliche Lücken bestehen in allen untersuchten Märkten. Dies deutet darauf hin, dass die Ambitionen vieler Organisationen der Umsetzung weit voraus sind.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Erfolg von Enterprise AI zunehmend davon abhängen wird, ob Organisationen in der Lage sind, Legacy-Systeme zu modernisieren, Arbeitsabläufe funktionsübergreifend zu verknüpfen und Betriebsmodelle rund um KI neu zu gestalten. Wenn Unternehmen über die Experimentierphase hinausgehen, könnte die operative Anpassung – und nicht allein die Einführung von Technologie – darüber entscheiden, welche Organisationen nachhaltig Wert aus KI realisieren können.
Zentrale Ergebnisse:
▶ 73 Prozent geben an, dass KI regelmäßig oder in den meisten Geschäftsprozessen eingesetzt wird – doch nur 10 Prozent sagen, dass KI zentral dafür ist, wie ihr Unternehmen arbeitet.
▶ 47 Prozent glauben, dass KI bereits in der Lage ist, die heutigen geschäftlichen Anforderungen zu erfüllen.
▶ 42 Prozent geben an, dass KI zwar leistungsfähig ist, ihre Unternehmen jedoch strukturell nicht entsprechend aufgestellt sind, das volle Potenzial zu erschließen.
▶ 22 Prozent sehen die Art, wie ihr Unternehmen organisiert ist, als größtes Hindernis für den Erfolg von KI.
▶ Nur 38 Prozent sagen, dass KI grundlegend verändert, wie ihr Unternehmen heute arbeitet.