Supply-Chain-Management im Direktvertrieb

KI-gestützte Planung hält Bestände im Griff

Seit Einführung der Remira-Software verzeichnet Eismann eine Bestandsreduktion um 25 Prozent bei gleichbleibender Lieferfähigkeit.

Bild: iStock, phuttaphat tipsana
17.07.2026

Eismann beliefert 800.000 Kunden in Deutschland mit Tiefkühlprodukten und liefert direkt an die Haustür. Doch zu hohe Bestände binden Kapital und zu niedrige gefährden die Lieferfähigkeit. Mithilfe der KI-gestützten SaaS-Lösung von Remira konnte das Unternehmen seine Bestände um 25 Prozent senken und das bei gleichbleibender Verfügbarkeit.

Eismann Tiefkühl-Heimservice ist seit Jahrzehnten eines der bekanntesten Direktvertriebsunternehmen für Tiefkühllebensmittel in Europa. Aufgrund des stark aktionsgetriebenen Geschäfts, saisonaler Schwankungen und einer komplexen Lagerstruktur ist eine präzise Planung von Beständen und Bedarfen von existenzieller Bedeutung. Seit 2005 vertraut Eismann deshalb auf die Absatzprognose- und Bestandsmanagement-Software von Remira und profitiert seither von effizienteren Prozessen und spürbaren Kosteneinsparungen. Nun wechselt Eismann zur SaaS-Version der Remira-Lösung, die den Fokus auf KI-Absatzprognosen legt.

Balance zwischen Bestand, Kosten und Lieferfähigkeit

Der 1974 gegründete Eismann Tiefkühl-Heimservice aus Mettmann versorgt allein in Deutschland rund 800.000 Kunden mit Tiefkühllebensmitteln. Die Auslieferung der Produkte – die von Speiseeis über Fertiggerichte bis hin zu Gemüse reichen – erfolgt direkt an die Haustür der Kunden. Dabei weisen die sechs Eismann-Lagerstandorte in Deutschland unterschiedliche Absatzmengen auf, und Aktionen sowie Werbehefte erzeugen regelmäßig starke Nachfragespitzen. Tiefkühlware stellt besondere Anforderungen an die Supply Chain. Neben einer hohen Lieferfähigkeit müssen MHD-Risiken minimiert und gleichzeitig die Bestände auf einem wirtschaftlichen Niveau gehalten werden.

Die zentrale Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zwischen Lieferfähigkeit, Bestandskosten und Transportkosten zu finden, wie Carl Wanders, Leiter der Logistik bei Eismann, erklärt: „Zu hohe Bestände binden Kapital und erhöhen das Risiko von Abschreibungen aufgrund ablaufender Mindesthaltbarkeiten, während zu niedrige Bestände die Warenverfügbarkeit gefährden können. Die Remira-Software unterstützt uns dabei, diese Balance zuverlässig sicherzustellen. Durch eine präzise und bedarfsgerechte Planung werden zukünftige Bedarfe frühzeitig erkannt und Beschaffungs- sowie Bestandsentscheidungen verbessert. Dadurch können die Warenverfügbarkeit erhöht, MHD-Risiken reduziert und die Effizienz der gesamten Supply Chain nachhaltig verbessert werden.“

KI-gestützte Forecasts für bessere Prognosen

Um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, hat sich Eismann dazu entschieden, auf die neue SaaS-Version der Remira-Software für Absatzprognose und Bestandsmanagement zu setzen. Die beiden Unternehmen verbindet eine über 20-jährige, erfolgreiche Partnerschaft und diese bewährte Zusammenarbeit wird damit fortgeführt. Die Einführung der neuen SaaS-Version mit KI-Prognosen eröffnet insbesondere in einem dynamischen, aktionsgetriebenen Marktumfeld zusätzliche Chancen.

Mithilfe der Remira-Software steuert Eismann heute die komplette Bestandsplanung für rund 49.000 Stock-Keeping-Units (SKUs) an den deutschen Lagerstandorten. Die Lösung unterstützt sowohl die tägliche Disposition als auch die strategische Bedarfsplanung inklusive Prognosen für verschiedene Länder wie Deutschland, die Niederlande und Italien. Die ermittelten Prognosen werden als Bedarfe je Lagerstandort generiert und im Modul Supply zur Bestellgenerierung an die Lieferanten übermittelt. Dabei werden die pro Lieferant definierten Incoterms berücksichtigt. Die Produktionsfeinplanung und Tourenplanung erfolgen weiterhin intern. Die Remira-Software liefert dafür die entscheidungsrelevanten Daten.

25 Prozent weniger Bestand bei gleicher Lieferfähigkeit

Die Remira-Software unterstützt acht Mitarbeitende bei ihren Aufgaben, zu denen die Planung der Bedarfe und die Disposition der Lagerbestände zählen. Der Nutzen der Lösung zeigt sich in den Zahlen: „Nach der Einführung konnten wir die Bestände ohne großen Aufwand um 25 Prozent reduzieren – und das bei gleichbleibender Lieferfähigkeit“, so Wanders. Neben der Bestandsreduktion konnte Eismann außerdem interne Prozesse verschlanken. Heute sind weniger Mitarbeitende in die Disposition eingebunden, da viele Schritte automatisiert und datenbasiert ablaufen.

Besonders die neuen KI-basierten Prognosen bieten dabei ein großes Potenzial: „Ich hoffe, dass gerade im C-Segment die Prognosen besser werden und Trends im Absatz schneller erkannt werden“, sagt Wanders. Das Ziel besteht darin, mithilfe verbesserter Forecasts den optimalen Bestand zu erreichen. Dies ist ein entscheidender Faktor in einem Markt, der stark von Aktionen und Werbeimpulsen geprägt ist. Langfristig soll zudem geprüft werden, ob auch die Disposition der Eismann-Servicefahrzeuge über Remira abgebildet werden kann.

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  • Bild: eismann, Rupert Warren

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