Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) gelten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft – und die Zahlen belegen das: Trotz der seit Jahren andauernden geopolitischen Herausforderungen erwirtschafteten KMUs im Jahr 2024 rund 2,8 Billionen Euro, wie aus den aktuellsten verfügbaren Daten hervorgeht. Das entsprach 29 Prozent des gesamten Umsatzes in Deutschland. In Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission mehr als 3,5 Millionen Unternehmen zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Das sind über 99 Prozent aller Unternehmen der Privatwirtschaft.
Beschäftigung und Ausbildung: KMU als größter Arbeitgeber
In den Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen ist weiterhin mehr als die Hälfte aller abhängig Beschäftigten tätig (knapp 22 Millionen von rund 40 Millionen). Auch die Ausbildung von Fachkräften findet überwiegend in Unternehmen dieser Größenklassen (68 Prozent) statt. Allerdings sinkt seit Jahren der Anteil der Auszubildenden in Kleinst- und Kleinbetrieben, während er in größeren Betrieben stetig steigt.
In der breiten Öffentlichkeit werden kleine und mittlere Unternehmen oft mit dem Mittelstand gleichgesetzt. Nach Definition des IfM Bonn zählen hierzu aber nur die Unternehmen, bei denen die Einheit von Eigentum und Leitung – unabhängig von ihrer Größe – gegeben ist. Daher gehören Unternehmen wie Bahlsen, Ottobock oder Miele mit mehr als 250 Beschäftigten zum Mittelstand, sofern zwei natürliche Personen oder ihre Familienangehörigen mindestens 50 Prozent der Unternehmensanteile halten und zugleich in der Geschäftsführung aktiv sind. KMU, die in Abhängigkeit zu einem anderen Unternehmen stehen, zählen dagegen nicht zum Mittelstand, beispielsweise Wagner Pizza oder Bübchen Bodycare.
Da die qualitativen Merkmale des Mittelstands – Art der Geschäftsführung, Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit – nicht in den amtlichen Statistiken berücksichtigt sind, ermittelt das IfM Bonn jährlich die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands auf Basis der KMU-Definition der Europäischen Kommission. Zugleich schätzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unregelmäßigen Abständen die Anzahl aller Familienunternehmen. Demnach waren im Jahr 2019 insgesamt gut 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland im Besitz von Familien und wurden auch von ihnen geführt. Diese erwirtschafteten zu diesem Zeitpunkt mehr als ein Drittel aller Umsätze und beschäftigten über die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erfahren Sie hier mehr!