HARTING Technologiegruppe

Norbert Gemmeke, Managing Director der Global Business Unit bei Harting Electric, erklärt im Interview, was sich hinter der Connectivity+ Strategie verbirgt.

Bild: Harting

Menschen und Technik miteinander verbinden Interview zur Connectivity+ Strategie bei Harting

24.03.2022

Wenn es um Verbindungstechnik geht, gehört Harting für Kunden aus allen Industriebereichen und darüber hinaus zu den ersten Anlaufstellen. Einen Teil seiner Produkte, Lösungen und Services hebt Harting nun als „Connectivity+“ hervor. Ziel eines jeden Connectivity+ Produkts ist es, dem Kunden einen konkreten Mehrwert zu verschaffen. Im Interview verrät Norbert Gemmeke, Harting, was hinter der Connectivity+ Strategie steckt.

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Harting gehört in puncto Steckverbindungen zu den Pionieren. Rasante technologische Fortschritte in allen Bereichen der Industrie und damit auch in den Anforderungen machen ein Umdenken in Bezug auf Konnektivität notwendig. Neben neuen Technologien rückt der Faktor Mensch immer mehr in den Focus. Doch was bleibt? Daten und Energie müssen über ein Medium zu einem Ziel transportiert werden. Dies geschieht kabelgebunden oder kabellos – und dabei spielen Steckverbinder eine essenzielle Rolle. Sie haben jetzt den Begriff „Connectivity+“ als zentrales Konzept bei Harting ausgerufen. Was verbirgt sich dahinter?

In unserer Unternehmensvision ist schon seither fest verankert „Wir wollen die Zukunft mit Technologien für Menschen gestalten.“ Mit Connectivity+ haben wir nun ein Narrativ entwickelt, diese Vision ganz konkret in unseren Produkten und Applikationen umzusetzen. Ein sehr holistischer Ansatz, der das Selbstverständnis der Harting Technologiegruppe perfekt zusammenfasst. Wir stellen mit dem Konzept „Connectivity+“ heraus, dass unser Handeln von mehr bestimmt wird als von einem singulären Steckverbinder, der – wie Sie so schön sagen – Daten und Energie über ein Medium zu einem Ziel transportiert: Die gesellschaftlichen Megatrends Nachhaltigkeit, (De-)Globalisierung und der demografische Wandel sind Treiber für technologische Megatrends – insbesondere Modularität, Autonomie und der digitale Zwilling. Die Produkte, Services, Lösungen und das Mindset, das die Technologiegruppe mit dem Konzept Connectivity+ kennzeichnet, zahlt auf genau diese Megatrends ein und liefert Antworten auf Herausforderungen der Zukunft. Mehr noch: Wir schaffen immer einen ganz konkreten Mehrwert für unsere Kunden und Partner. Wir antizipieren also schon heute, was Morgen wichtig wird und gestalten die Connectivity der Zukunft mit Lösungen, die einen innovativen benefit für den Kunden darstellen.

Wo holen Sie sich die Inspirationen für diese neuen Denkweisen, Konzepte und Strategien?

Die großen gesellschaftlichen und technologischen Megatrends sind die Treiber unseres Connectivity+ Konzeptes. Jeder unser Mitarbeitenden ist dazu eingeladen, einen Beitrag zu Connectivity+ zu leisten. Wir stehen neuen Ideen und Konzepten offen und mutig gegenüber und schaffen so noch mehr Raum für Innovationen als ohnehin schon. Da der konkrete Mehrwert für Kunden und Anwender aber mindestens genauso im Fokus steht wie die Analyse der Megatrends, ist die Kollaboration mit Kunden, Marktteilnehmern und Experten unabdingbar. Aus dem Dialog und der Diskussion von Pain Points und Zukunftsszenarien lassen wir uns inspirieren, einen Schritt weiterzugehen und der Connectivity das „Plus“ einzuhauchen.

Virtuelle Welten als Datendepots oder als Abbildung ganzer Industrieanlagen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dabei verkörpern Steckverbinder die traditionelle Industriewelt. Welche Rolle spielt das Konzept Connectivity+ ?

Eine Große! Die digitalen Services von Harting ermöglichen den Brückenschlag zwischen diesen beiden Welten. Die Schaffung eines Digital-Twins ist einer der technologischen Trends, die besonders relevant für die industrielle Transformation sind und die wir für die Ausgestaltung von Connectivity+ im Blick haben. In einer realen Anwendung beginnt der Lebenszyklus des Steckverbinders weit vor der Bereitstellung der eigentlichen Komponente. Mit Hilfe digitaler Services und Daten kann das Design der individuellen Schnittstelle perfekt auf die Kundenapplikation abgestimmt werden. Die nahtlose Integration beginnt also noch vor dem Design-In-Prozess. Der Kunde kann die Komponente und deren digitales Abbild beeinflussen und damit über den gesamten Lebenszyklus – beispielsweise als Bauteil für einen Zug oder eine Maschine – transparent machen. Das macht die Wartung einfacher und steigert die Verfügbarkeit des Systems.

Gerade im Industrieumfeld spielen Normen eine wichtige Rolle. Sie legen die einheitlichen Spielregeln fest. Wie ist das Verhältnis von Connectivity+ zur Standardisierung?

In einer von Modularisierung geprägten Welt basiert die Verbindungstechnik immer auf einem Standard. Wie weit dieser Standard in die entsprechende Lösung eingreift, ist aber vom Applikationsfeld abhängig. Klassische Steckverbinder befinden sich immer in einer industriellen Infrastruktur, die durch weitgehende Standardisierung geprägt ist und sich in Normen oder Konsortialstandards ausdrückt. Bei einzelnen Maschinen bilden diese Standards den Rahmen, der die sichere Funktion gewährleistet, daher kann die individuelle Ausführung von Schnittstellen sehr flexibel gewählt werden. Wenn wir allerdings von Software-Services sprechen, dann muss eine Verbindung – eine Sprache - zwischen den unterschiedlichen Tools geschaffen werden. Das geht nur mit Standards, wie beispielsweise einem abgestimmten Datenformat. Die Harting Technologiegruppe hat sich schon sehr früh bereit erklärt, Daten für Engineering-System-Anbieter zur Verfügung zu stellen und den Standards dieser Services gerecht zu werden. Mit der Bereitstellung von CADENAS Multi CAD deckt Harting über 95 Prozent des Marktes an CAD Systemen ab. Die zeitaufwändige Umwandlung für den Kunden entfällt und führt somit zu Zeitersparnissen. Die Daten sind hierbei auch für komplette Konfigurationen von Steckverbindern verfügbar. ECAD Daten (ZUKEN E3, EPLAN und andere) sind ebenfalls per Knopfdruck integrierbar. Die Einhaltung dieses Standards oder der Norm ist daher in diesem Fall sogar eine notwendige Voraussetzung, um den Connectivity+ Ansatz und die Mehrwerte beim Kunden zu erfüllen. Eine Norm und Connectivity+ sind daher keinesfalls als Gegensatz zu sehen, hinreichend für den Erfolg sind dann weitere Connectivity+ Faktoren.

Erfahren Sie mehr über Harting Connectivity+ im zugehörigen Artikel.

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