Testturbine des Typs SGT-800.

Bild: Siemens
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Kooperation für Tests Erneuerbare Brennstoffe

16.12.2019

Die Fernwärmeversorgung in Göteborg, Schweden, soll bis 2030 komplett auf erneuerbare beziehungsweise zurückgewonnene Energie umgestellt werden. Mit Blick auf dieses Ziel haben Göteborg Energi und Siemens einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit soll moderne Gasturbinentechnologie getestet werden, die den Betrieb der auf Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) basierenden Anlage in Rya mit erneuerbaren Energien ermöglicht, statt wie bisher mit Erdgas. Im ersten Schritt wurde im Heizkraftwerk Rya eine Testturbine des Typs SGT-800 zur Erprobung der mittels 3D-Druck gefertigten Brenner installiert. Im nächsten Schritt sollen Tests unterschiedlicher nicht-fossiler Brennstoffe folgen. Die Fertigung von Gasturbinenbrennern mittels additiver Fertigung trägt wesentlich dazu bei, den Forschungs- und Entwicklungsprozess für neue Technologien zugunsten einer umweltfreundlicheren Energieversorgung zu beschleunigen.

Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Das Additive-Manufacturing-Team von Siemens Gas and Power begann kürzlich mit der Entwicklung eines neuen, beschleunigten Prozesses zum Test neuer Technologien und Komponenten, der im Heizkraftwerk Rya bereits eingesetzt wird. Mit der Installation der speziellen Testturbine in der Anlage sollen neue Entwicklungen unterstützt werden.

„Das Heizkraftwerk Rya spielt eine wichtige Rolle für die Energieversorgung von Göteborg“, so Alf Engqvist, CEO von Göteborg Energi. „Gemeinsam mit Siemens wollen wir Möglichkeiten untersuchen, wie wir im Rahmen der angestrebten Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen die Strom- und Wärmeerzeugung neugestalten können.“

Kohlendioxid-Emissionen um zwei Drittel reduzieren

Siemens liefert Technologien und Lösungen, die der weltweiten Nachfrage nach neuen, klimabewussten Lösungen gerecht werden sollen. Beispielsweise lassen sich mit der Umwandlung eines kohlebefeuerten Kraftwerks in ein modernes, gasbefeuertes Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk, wie das Heizkraftwerk Rya in Göteborg, die Kohlendioxid-Emissionen um rund zwei Drittel reduzieren. Eine schrittweise weitere Reduzierung der Emissionen wird erreicht, indem zusammen mit Erdgas ein steigender Anteil von Wasserstoff oder Biokraftstoff verbrannt wird.

„Unsere Zusammenarbeit mit Göteborg Energi gibt uns die Möglichkeit, die Eignung unterschiedlicher erneuerbarer Brennstoffe wie Wasserstoff in größerem Maßstab zunächst in Schweden und dann in anderen Teilen der Welt zu prüfen“, sagt Thorbjoern Fors, CEO Distributed Generation and Oil & Gas Services. „Durch diese Kooperation treiben Göteborg Energi und das Heizkraftwerk Rya gemeinsam mit uns Innovationen im Bereich neuer Lösungen und grüner Energie voran.“

„Unser Ziel ist es, die Brenner der Gasturbinen SGT-600, -700 und -800 in naher Zukunft ganz ohne fossile Brennstoffe, zum Beispiel mit Wasserstoff, zu betreiben“, so Fors weiter. „Während Industrie und Gesellschaften weltweit versuchen, den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren, zeigt diese besondere Kooperation zwischen Siemens und einem Kunden die verschiedenen Möglichkeiten zum Einsatz nachhaltiger und kosteneffektiver Brennstoffe auf.“

Das von Siemens schlüsselfertig errichtete Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Rya, das im Jahr 2006 in Betrieb genommen wurde, beinhaltet drei Gasturbinen des Typs SGT-800.

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