Thorsten Klöpper ist Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Smart Power GmbH. Dort verantwortet er den Rollout der Speichersysteme in den Marktsegmenten Industrie und Energiewirtschaft. Die Smart Power GmbH ist Entwickler, Hersteller und Betreiber intelligenter Energiemanagement- und Speichersysteme im Megawatt-Maßstab.

Bild: Smart Power

Thorsten Klöpper, Smart Power Energiewende mithilfe intelligenter Energiespeicher

17.11.2021

Eine der größten Herausforderungen der Energiewende ist ihre Finanzierbarkeit. Intelligente Speicher im Megawatt-Bereich lösen dieses Problem nicht nur, sie ermöglichen sogar attraktive neue Geschäftsmodelle. Es wird also höchste Zeit, nicht mehr nur die netzdienliche Rendite von Batterien zu sehen, sondern auch die finanzielle.

Intelligente Batteriespeichersysteme sind eine zentrale Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Ohne sie ließen sich die Herausforderungen einer zunehmend fluktuierenden Erzeugung und immer flexibleren Nachfrage nicht bewältigen – auf keiner Netzebene. Ein großer Auftrag, der sich in den Dimensionen der Anlagen widerspiegeln muss. Die Zukunft gehört großen Lösungen im Megawatt-Bereich, die natürlich mit Investitionen verbunden sind. Smart Power hat bereits eine signifikante Zahl wirtschaftlich und technisch erfolgreich betriebener Großspeicher von insgesamt >60MW realisiert. Mittlerweile erreichen erste Projekte in Planung eine Größenordnung im deutlich zweistelligen Millionenbereich, die eine entsprechende Rendite erzielen sollen.

Der Betrieb von Speichern ist nicht allein Aufgabe der Energiewirtschaft. An diesem Hebel sollten wir ansetzen. Energieversorger, Netzbetreiber, Industrieunternehmen und externe Investoren: Je mehr Akteure, desto besser. Der Ausstieg aus den fossilen Energiequellen kann mithilfe der Speichertechnologie auf eine breitere Basis gestellt und schneller sowie wirtschaftlich attraktiver gestaltet werden.

Dazu müssen zusätzliche Erlösquellen erschlossen und die Auslastung der Systeme optimiert werden. Dabei helfen die Digitalisierung, intelligente Algorithmen und der Zugang zu den wesentlichen Handelsplattformen. So können beispielsweise ungenutzte Ressourcen eines Speichers parallel und automatisiert verschiedenen Anwendungen zugewiesen werden, und zwar umso effizienter, je größer das System ist. Second-Life-Systeme, die gebrauchte Akkus aus Fahrzeugen einsetzen, erhöhen die Rendite nochmals durch geringere Investitionskosten und leisten überdies einen Beitrag für eine nachhaltige E-Mobilität.

Höhere Wirtschaftlichkeit für die bisherigen Zielgruppen und nennenswerte Renditen für Dritte, die keine internen Effekte erzielen, werden für eine steigende Dynamik im Markt sorgen und die Bedeutung der Batteriespeicher weiter erhöhen. Aber nur, wenn das Geschäftsmodell auch realisierbar ist. Die Rahmenbedingungen sind unbestreitbar nicht immer optimal. Der potenzielle Betreiber hat technische, operative und nicht zuletzt bürokratische Hürden zu überwinden, die für den Einzelnen mit vertretbarem Aufwand kaum zu meistern sind. Die Hersteller der Systeme sollten daher bei der Realisierung komplexer Speicherprojekte der beschriebenen Größenordnung die gesamte Kette von der Grundstücksentwicklung und Projektierung über den Bau und Betrieb der Anlage bis zur Vermarktung der Speicherkapazitäten abdecken, was die Projektlaufzeiten verkürzen und die Komplexität verringern kann.

Auf Basis solcher Konzepte – große, effiziente und digitalisierte Speicher, Hilfestellung bei Betrieb und Vermarktung, hoher RoI – werden Batteriespeicher ihre Rolle als Schlüsseltechnologie der Energiewende voll ausspielen können.

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