Sonnen möchte den Einsatz der Blockchain-Technologie im Energiesektor weiter vorantreiben.

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EU-Projekt NEMoGrid Energiehandel per Blockchain

19.03.2018

Der Anbieter von Solarstromspeichern und Energiedienstleister Sonnen beteiligt sich an dem EU-Projekt NEMoGrid. Im Rahmen des Projekts wird der zukünftige Energiehandel zwischen einzelnen Haushalten per Blockchain getestet.

Mit der Teilnahme an dem EU-Projekt NEMoGrid möchte Sonnen den Einsatz der Blockchain-Technologie im Energiesektor weiter vorantreiben. Daran nehmen verschiedene Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, der Schweiz und Schweden teil.

Wirtschaftliche und technische Auswirkungen des Stromhandels

In dem Projekt wird untersucht, welche wirtschaftlichen und technischen Auswirkungen der Stromhandel zwischen privaten Haushalten in einer Region hat. Beispielsweise dann, wenn sie ihren selbst erzeugten Solarstrom an andere Haushalte verkaufen. Eines der Ziele ist es, herauszufinden wie sich unterschiedliche Stromtarife zu unterschiedlichen Zeiten oder der direkte Peer-to-Peer-Handel, auf die Stromkosten sowie die Stabilität der lokalen Verteilnetze auswirken. Um dies zu erörtern werden unterschiedliche Szenarien simuliert, unter anderen wie sich der direkte Handel in einer Region auf die Strompreise auswirkt. Die vielversprechendsten Szenarien werden dann in Testgebieten in der Schweiz und Schweden in der Praxis getestet.

Bestmögliche Kombination flexibler Strompreise und Netzstabilität

Damit soll das Projekt Erkenntnisse darüber liefern, wie sich flexible Strompreise und die Netzstabilität auf lokaler Ebene bestmöglich kombinieren lassen. Die Erkenntnisse könnten sich dann auch auf größere Regionen übertragen lassen. Laut dem Geschäftsführer von Sonnen eService Jean-Baptiste Cornefert wäre der Idealfall, dass Menschen Strom handeln und somit gleichzeitig die lokalen Netze stabilisieren. So könnten teure Netzeingriffe vermieden werden. Die Blockchain könnte die richtige dezentrale Technik sein, um solch ein sich selbst ausgleichendes System in Echtzeit zu steuern.

Netzentlastung durch Energiespeicherung

Mit einem Stromspeicher ließe sich so in Zeiten hoher Erzeugung und damit niedriger Preise, Energie für wenig Geld speichern. Gleichzeitig würde auch das Netz entlastet werden. Somit könnte zu Zeiten hohen Bedarfs und hoher Preise, der Strom aus dem Speicher bereitgestellt werden. Flexible Preise würden sich damit automatisch netzstabilisierend auswirken. Dabei hat der Einsatz der Blockchain-Technologie den Vorteil, dass sowohl die Haushalte als auch die Verteilnetzbetreiber Transparenz über jede Kilowattstunde haben, die zwischen den Teilnehmern gehandelt wird. Gleichzeitig sind die Transaktionen transparent und es fallen keine zusätzlichen Kosten für den Stromhandel an.

Chance sowie Herausforderung für Netzbetreiber

Das Energiesystem der Zukunft ist dezentral und basiert auf erneuerbaren Energien. Jedoch bringt das nicht nur neue Geschäftsmodelle sondern auch neue Herausforderungen für die Netzbetreiber mit sich. Da Energie immer häufiger von Haushalten oder kleinen, privaten Erzeugern hergestellt wird, wirkt sich das zuerst auf die Verteilnetze aus. Die Netzstabilität soll mit dem Projekt also möglichst an der Basis optimiert werden.

An dem von der EU geförderten Projekt sind neben Sonnen außerdem das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung beteiligt, die TU Chemnitz, Slock.it, die Gemeinde Wüstenrot und europäische Partner wie Upplands Energie, Ngenic.se, Sustainable Innovation sowie die Fachhochschule Südschweiz.

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