Mehr Sicherheit für EV-Laden

Dünnschicht-Sensorik überwacht Hochstromkontakte in Echtzeit

Sensorischer Hochstrom-Kontaktpartner mit sechs Dünnschichtsensoren zur Temperaturmessung.

Bild: Fraunhofer IST
26.05.2026

Wie lassen sich Hochstromkontakte zuverlässig überwachen? Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST präsentiert dazu vom 9. bis 11. Juni 2026 auf der Sensor+Test in Nürnberg eine Lösung. In der Condition Monitoring Area (Halle 1, Stand 1-551/2) präsentiert das Institut neue Ansätze der Dünnschichtsensorik. Mit diesen lassen sich Temperaturen in hochbelasteten elektrischen Systemen direkt und verlässlich erfassen.

Die neu entwickelte Dünnschicht-Temperatursensorik wurde speziell für den Einsatz in Hochstromübertragungsanwendungen konzipiert. Die Technologie ermöglicht es, Temperaturentwicklungen direkt an der Wirkstelle zu erfassen und damit besonders kritische Zustände elektrischer Kontaktverbindungen in Echtzeit zu überwachen. Gerade bei der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, wo hohe Ströme sicher übertragen werden müssen, trägt diese Form der direkten Messung wesentlich zur Betriebssicherheit und zur Verlängerung der Lebensdauer der Komponenten bei.

Die Sensorik kann dabei entweder unmittelbar auf Kupfer-Kontaktelemente appliziert oder in Form flexibler, kostengünstiger Polyimid-Folieneinleger integriert werden. Dadurch entsteht eine anwendungsspezifisch anpassbare Lösung, die sowohl hochpräzise Messungen direkt an der Wirkstelle als auch eine einfache Integration in bestehende Systeme ermöglicht. Gleichzeitig erlaubt der modulare Ansatz bei Bedarf einen unkomplizierten Austausch von Kontaktkomponenten. Beide Varianten sind für den Einsatz in Hochstromkontakten ausgelegt und können am Messestand besichtigt werden.

Früherkennung und vorausschauende Wartung

Der besondere Nutzen dieser Entwicklungen liegt in der frühzeitigen Erkennung kritischer Temperaturzustände, die etwa durch fehlerhafte Kontaktbedingungen entstehen können. So lassen sich potenzielle Schäden an Ladeinfrastrukturkomponenten vermeiden, bevor sicherheitsrelevante Grenzwerte erreicht werden. Gleichzeitig erlaubt die Technologie eine vorausschauende Instandhaltung, da der Zustand der Kontakte kontinuierlich überwacht wird und so Wartungsintervalle optimiert werden. Neben der Elektromobilität eröffnen sich damit unter anderem Anwendungen in der Leistungselektronik, in Stromschienen sowie in stationären und mobilen Energiespeichersystemen.

Mit den vorgestellten Entwicklungen zeigt das Fraunhofer IST, wie Dünnschichtsensorik neue Möglichkeiten für das Condition Monitoring in stark elektrisch belasteten Anwendungen eröffnet und damit einen wichtigen Beitrag zur sicheren und effizienten Energienutzung der Zukunft leistet. Die Expertinnen und Experten des Instituts freuen sich auf den Austausch mit Fachbesucherinnen und Fachbesuchern auf der Sensor+Test 2026 in Nürnberg.

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