Logistik-Manager müssen sich neuen Herausforderungen stellen.

Bild: EU Automation

Automatisierte Logistik Das Warenlager der Zukunft

29.10.2018

Konsumenten erwarten eine ganze Menge, wenn sie online einkaufen, und entscheiden sich häufig für eine Lieferung der bestellten Güter bereits am nächsten Tag. Ein Amazon-Kunde war 2017 ziemlich beeindruckt, als seine Bestellung bereits nach weniger als 15 Minuten bei ihm eintraf. Aufgrund der steigenden Erwartungen der Konsumenten an Lieferdienste müssen Hersteller ihre Lagerlogistik straffen und verschlanken.

Die UK Cards Association stellte fest, dass britische Konsumenten im Jahr 2016 etwa 154 Milliarden Pfund für Online-Einkäufe ausgegeben haben. Unternehmen müssen all diese Produkte nicht in 15 Minuten ausliefern, doch zweifelsohne müssen Sie eine rasche Lieferung ihrer Güter anbieten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der zügige technologische Fortschritt trägt zur Verbesserung von Dienstleistungen über die gesamte Lieferkette hinweg sowie zur Steigerung der Produktivität in Fertigungsanlagen bei. Hersteller investieren in derartige Ausrüstung, um den sich ständig wandelnden Anforderungen der Konsumenten entsprechen zu können, die vermehrt personalisierte Produkte verlangen.

Und da sie an die Produkte selbst höhere Ansprüche stellen, sind ihre Erwartungen in Bezug auf die damit verbundenen Dienstleistungen ebenfalls sehr hoch, insbesondere in puncto Lieferung. Zahlreiche Onlineshops bieten heute bereits die Zustellung der bestellten Waren in nur einem Tag an, manche sogar in noch kürzeren Zeiträumen. Heute müssen Lagerlogistik-Manager neue Methoden anwenden, um die Nachfrage zeitgerecht decken zu können. Je schneller eine Bestellung beim Käufer ankommt, desto besser.

Mehrwert schaffen

Bei der Suche nach zusätzlichen technologischen Lösungen für die Lagerlogistik sollte der zuständige Manager die entsprechende Technologie in Bezug darauf auswählen, auf welche Art sie die Effizienz steigern, Kosten einsparen und einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen kann. So kann ein Lagerlogistik-Manager beispielsweise ein Netz mit drahtloser Übertragung ins Lager integrieren, da zahlreiche Prozesse auf Basis von Wireless-Technologien ablaufen. Wenn es allerdings nicht zusammen mit anderen Geräten wie zum Beispiel intelligenten Brillen, sogenannten Smart Glasses, eingesetzt wird, bietet das Wireless-Netz allein dem Unternehmen keinen Mehrwert.

Warenlager sind, wie der Name schon sagt, voller Waren, und Hersteller müssen dafür Sorge tragen, dass Menschen in der gesamten Anlage problemlos manövrieren und mit der vorhandenen Technologie arbeiten können.

Maschinen, die dem Menschen helfen

Warenlager sind üblicherweise überaus geschäftige Orte, wo zahlreiche Vorgänge gleichzeitig ablaufen. Eine solche Umgebung birgt für den Menschen vielfältige Verletzungsrisiken: Bei der Handhabung schwerer Lasten, beim Herausholen von Gegenständen auf hohen Regalen und beim Arbeiten rund um große Infrastrukturanlagen. Manche der im Warenlager verwendeten Technologien werden die menschliche Interaktion mit verpackten Waren völlig verändern. Fahrerlose Transportfahrzeuge (Automated Guided Vehicles, AGVs) können schwere Lasten befördern, deren Transport ein Mensch nicht bewältigen könnte. Damit ist der Mensch wiederum frei, sich Aufgaben zu widmen, die mehr Kreativität erfordern.

Wearables - also am Körper tragbare Datenverarbeitungsgeräte - zählen ebenfalls zu den Faktoren, die die Art und Weise verändern, wie Mitarbeiter im Lagerbereich ihre Aufgaben erledigen können. Intelligente Brillen, sogenannte Smart Glasses oder Datenbrillen, die sich bei den Verbrauchern zum privaten Gebrauch nicht durchsetzen konnten, werden mittlerweile von Mitarbeitern verwendet, um Informationen über die zu erledigende Aufgabe zu erhalten und sie so rascher und effizienter ausführen zu können. Datenbrillen können den Mitarbeitern Informationen direkt ins Sichtfeld einblenden, sodass beide Hände für eine schnelle und effiziente Erledigung der jeweiligen Aufgabe frei bleiben.

Mit am Körper tragbaren Datenverarbeitungsgeräten verfügen Arbeiter außerdem über eine größere Bewegungsfreiheit im Lagerbereich, können dabei ihre Interaktionen mit Produkten optimieren und haben von überall aus Zugriff auf erforderliche Informationen.

Smart Monitoring - intelligente Überwachung

Mit der ständig steigenden Anzahl von Produkten, die ins Lager aufgenommen werden, müssen Betriebsleiter sich vermehrt damit auseinandersetzen, dass sie nach wie vor jedes einzelne Produkt auf seiner Reise zum Kunden genau nachverfolgen können. Etiketten mit Funkfrequenzkennzeichnung (Radio frequency identification, RFID), auch als RFID-Tags bezeichnet, sind keine neue Technologie, doch nun halten sie Einzug in die Lieferkette und tragen zur Verbesserung von Lieferdiensten bei. Mitarbeiter werden in Zukunft über Echtzeit-Daten verfügen, die jederzeit den genauen Aufenthaltsort jedes einzelnen Produkts anzeigen.

Manche Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit noch fortschrittlicheren Technologien für raschere Lieferung, zum Beispiel mit Drohnen. Auch mit der besten Technologie wird es in absehbarer Zeit nicht möglich sein, die Lieferzeit für jeden Kunden auf nur 15 Minuten zu beschränken, doch sie hilft zweifelsohne bei der Straffung der Prozesse im Warenlager und trägt dazu bei, den Lieferprozess in einem ständig wachsenden Verbrauchermarkt zu optimieren.

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