Digitalisierung im Lebenszyklus: So wird Kreislaufwirtschaft planbar

Druck auf industrielle Lieferketten steigt weiter

Exportbeschränkungen für seltene Erden erhöhen den Druck. Ebm‑papst setzt deshalb unter anderem auf regionale Wertschöpfung und Kreislaufwirtschaft.

Bild: iStock, sankai
17.02.2026

Die verschärften Exportbeschränkungen Chinas für seltene Erden zeigen die Verwundbarkeit von Lieferketten. Ebm-papst stärkt die regionale Wertschöpfung und setzt dabei auf digitales Produktdesign für die Kreislaufwirtschaft. Durch die Aufbereitung gebrauchter Ventilatoren kann der Product Carbon Footprint um über 90 Prozent gesenkt werden.

Globale Krisen und die zunehmende Verknappung kritischer Rohstoffe machen die Verletzlichkeit internationaler Lieferketten deutlicher denn je. So haben beispielsweise die seit Mitte 2025 von China verschärften Exportbeschränkungen für seltene Erden die Abhängigkeit vieler Industriezweige offengelegt. Für Ebm-papst ist dies ein klarer Auftrag, lokale Wertschöpfungskreisläufe konsequent weiter zu stärken und die Transformation hin zu einer Circular Economy zu beschleunigen. In einer solchen Kreislaufwirtschaft werden Materialien und Produkte möglichst lange im Umlauf gehalten, wodurch sowohl der Ressourcenverbrauch als auch die Abfallmenge deutlich reduziert werden.

Resiliente regionale Wertschöpfung

Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung resilienter, regionaler Wertschöpfungsstrukturen. Seit der Unternehmensgründung gilt der Anspruch: „Jedes Produkt muss seinen Vorgänger ökologisch und ökonomisch übertreffen.” Diese Leitlinie treibt Ebm-papst auch heute an, technologische Innovation mit verantwortungsvollem Ressourceneinsatz zu verbinden und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für Kunden weltweit nachhaltig abzusichern.

Da natürliche Ressourcen endlich sind, beginnt nachhaltiges Wirtschaften bereits in der Entwicklung neuer Produkte. „Die Weichen für die Kreislaufwirtschaft stellt das Produktdesign, nicht der Recyclingprozess. Daher betrachten wir den kompletten Lebenszyklus von der Entwicklung bis zur Wiederverwendung und setzen dabei auf die konsequente Nutzung der Digitalisierung“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Tomas Smetana, CTO der Ebm-papst-Gruppe, in seinem Impuls gemeinsam mit Dr. Niclas-Alexander Mauß, Co-Founder von Circular Pepublic, beim Gipfeltreffen.

Bereits in der frühen Phase lassen sich kritische Materialabhängigkeiten reduzieren und die Reparatur- sowie Wiederverwendungsfähigkeit kann systematisch mitbedacht werden. Ein besonders wirksamer Ansatz ist die Aufbereitung von Produkten, die bereits im Einsatz waren. So kann der Product Carbon Footprint (CO2-Bilanz eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus) eines Ventilators um mehr als 90 Prozent gesenkt werden.

Zusammenarbeit ist entscheidend

Für diesen Wandel ist Zusammenarbeit entscheidend. Nur im Schulterschluss mit Kunden, Lieferanten und Partnern wie Circular Pepublic können neue zirkuläre Geschäftsmodelle und Innovationen entstehen. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Innovationsnetzwerken entwickelt Ebm-papst daher die nächste Generation kreislauffähiger Produkte und Dienstleistungen. Ein zentraler Baustein ist dabei der Aufbau maßgeschneiderter zirkulärer Dienstleistungen rund um den Ventilator, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind.

Circular Economy ist für Ebm‑papst ein zentraler Hebel für Ressourceneffizienz, neue Wertschöpfungsmöglichkeiten, eine höhere Resilienz der Lieferketten und für langfristiges Wachstum – im Sinne der Kunden, Partner und einer zukunftsfähigen Industrie.

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  • Das Gipfeltreffen der Weltmarktführer fand am 4. und 5. Februar 2026 in Schwäbisch Hall statt. Auf dem Bild ist Prof. Dr. Tomas Smetana zu sehen, der CTO von Ebm-papst.

    Das Gipfeltreffen der Weltmarktführer fand am 4. und 5. Februar 2026 in Schwäbisch Hall statt. Auf dem Bild ist Prof. Dr. Tomas Smetana zu sehen, der CTO von Ebm-papst.

    Bild: ebm‑papst

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