COPA-DATA GmbH

Bevor aus Getreide Mehl und schließlich Gebäck wird, durchläuft es diverse Verfahrensschritte.h

Bild: iStock, sankai

Mehlherstellung in Schälmühle Automatisiertes Getreide

06.06.2019

Bis Getreide zu Mehl gemahlen wird und letztendlich als Brot und Gebäck auf dem Tisch landet, müssen die Getreidekörner schon einige Arbeitsschritte und Stationen vom Feld bis in die Backstube durchlaufen. Für einen vollautomatischen Betrieb setzt die Schäl- und Speichermühle Nestelberger im oberösterreichischen Perg auf eine Automatisierungslösung mit Yaskawa-Komponenten.

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Nach einer Ernte sind die Speicher in der Nestelberger-Schälmühle voll – und zwar mit Bio-Getreide. „Wir haben rund 2.500 t, unter anderem Dinkel, Weizen, Gerste und Hafer, in 24 Zellen eingelagert“, erklärt Peter Pilsl, Produktionsverantwortlicher in der Schälmühle Nestelberger. Bevor es allerdings soweit ist, durchlaufen die Getreidekörner einige Arbeitsschritte: Das gelieferte Getreide wird in der Mühle von Steinen, Unkraut und dergleichen gereinigt sowie gewogen. Anschließend wird es geschält und für die Einlagerung in die entsprechenden Silos gefördert.

Eine vollautomatisch betriebene Getreidemühle spart dabei einiges an Arbeit. Um eine Automatisierung in Anlagen dieser Größenordnung jedoch optimal umsetzen zu können, muss man über die gesamten Abläufe Bescheid wissen: Andreas Stingeder vom Elektrounternehmen Mesta war für die gesamte Planung, den Schaltschrankaufbau, die Verkabelung, Programmierung, Visualisierung sowie Inbetriebnahme verantwortlich. Im Zuge des Aufbaus und der Inbetriebnahme war Stingeder auch teilweise in die Betriebsführung der Schälmühle mit eingebunden.

Mit der Umstellung auf einen vollautomatischen Betrieb kann der Mühlenbetreiber mit der Visualisierung via der Automatisierungssoftware Zenon von Copa-Data alle entsprechenden Parameter einstellen. Zuerst wird die Getreideart ausgewählt und dann kann der gewünschte Prozess dahinter – ob schälen, einlagern oder abfüllen – einfach und anschaulich mit nur wenigen Klicks bestimmt werden.

Ist der gewünschte Weg für das angelieferte Getreide eingestellt, setzt der Anlagenbetreiber den Prozess mit dem Start-Button in Bewegung – und schon läuft die Mühle. So gestaltet sich der Ablauf für den Mühlenverantwortlichen komfortabel, der nun im vollautomatischen Betrieb die Mühle alleine betreiben kann.

Die Wahl der Automatisierungskomponenten

Dass eine komplexe Anlage wie die Mühle mit einer derart einfachen Bedienung ausgestattet werden kann, liegt auch an den eingesetzten Automatisierungskomponenten. „Das war das erste Projekt, das wir gemeinsam mit Vipa Elektronik-Systeme, einem langjährigen Yaskawa-Vertriebspartner aus Wien, umgesetzt haben. Die Lösungen waren für mich schlüssig und haben von Beginn an zu unseren Projekten gepasst“, betont Andreas Stingeder.

Zu Beginn sei jedoch lediglich über eine Steuerung als Gegenstand der Zusammenarbeit gesprochen worden, erinnert sich Martin Zöchling, Geschäftsführer von Vipa Elektronik-Systeme. „Nach einigen Gesprächen haben wir aber erkannt, dass wir mehr Schnittstellen haben, an denen wir zusammenarbeiten können.“

Am Anfang des Projekts war auf Seiten der Mühlenbetreiber das Ausmaß des Automatisierungsgrads noch nicht bekannt. „Erst im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, was alles automatisiert werden soll“, so Stingeder. Nun setzt die Mühle alle Yaskawa-Komponenten von der Steuerung bis zur Antriebstechnik aus dem Hause Vipa Elektronik-Systeme ein. Vorteil: Alles kommt aus einer Hand.

Zwei Anlagenteile, eine Steuerung

Die Schälmühle Nestelberger besteht im Prinzip aus zwei Anlagenteilen: Einerseits gibt es die Siloanlage zur Einlagerung des Getreides, andererseits die Schälanlage. Gesteuert werden beide Anlagenteile über eine Vipa Slio CPU 015 mit Speichererweiterung. Die Steuerung ist somit für alle Motoren von Förderanlagen – senkrecht und waagrecht – sowie Förderschnecken, Ventile zur Dosierung, Füllstandsüberwachung und Kontaktmelder von Schiebern verantwortlich. Weiter ist die Steuerung mit einer Kopplung über Ethernet für die Visualisierung mittels Zenon ausgestattet.

„Die Kommunikation läuft generell über Profibus, obwohl die Frequenzumrichter von Yaskawa mit allen gängigen Bussystemen kompatibel sind“, so Zöchling. In Summe kommen drei Frequenzumrichter der Serie V1000 für die Ansteuerung der Antriebe zum Einsatz. Sie weisen nicht nur eine geringe Baugröße auf, sondern auch eine robuste Elektronik und gute Leistungswerte.

Für eventuell auftretende Probleme im Betrieb der Anlage hat Stingeder textbasierte Fehlermeldungen in die Visualisierung mittels Zenon eingebaut. Damit ist sofort ersichtlich, wo welcher Fehler aufgetreten ist. Den technischen Abschluss in der Schälmühle bildet eine Fernwartungslösung, die mit einem Vipa-TM-C-Teleservice-Router ausgestattet ist. Die Geschäftsführung der Nestelberger Schälmühle hat so die Möglichkeit, alle Produktionsdaten und Anlagenzustände via Internet und Mobilgeräten abzufragen.

Bildergalerie

  • Peter Pilsi, Produktionsverantwortlicher in der Schälmühle Nestelberger, bei seiner täglichen Arbeit: Die Visualisierung mittels Zenon ist übersichtlich und einfach gestaltet.

    Bild: Yaskawa

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