Die kommende Mobilfunkgeneration wird das Rückgrat der fortschreitenden Digitalisierung in Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft bilden. Ziel ist es, Innovationen frühzeitig in internationale Standards einzubringen und so die technologische Souveränität Deutschlands und Europas nachhaltig zu sichern. Die 6G-Plattform bündelt die Aktivitäten von Akteuren aus Forschung, Industrie und Politik. Sie fungiert als strategisches Bindeglied zwischen Forschung, Anwendung und internationaler Standardisierung. Die 6G-Plattform ist eng mit den nationalen 6G-Transfer-Hubs (xG-RIC, 6G-Life, 6GEM+ & Open6GHub+) für sichere und resiliente Kommunikationssysteme verzahnt.
Starke Rolle in internationalen Standards
Ziel der Plattform ist es, gemeinsame Positionen für die internationale 6G-Entwicklung zu erarbeiten, deutsche Initiativen koordiniert nach außen zu vertreten und die Sichtbarkeit deutscher Expertise weltweit zu erhöhen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Mitgestaltung globaler 6G-Standards. So sollen technologische Entwicklungen „Made in Germany“ frühzeitig in internationale Spezifikationen einfließen. Dies ist entscheidend, da Mobilfunkstandards weltweit einheitlich in internationalen Gremien festgelegt werden und maßgeblich über künftige Märkte und Wertschöpfung entscheiden.
Vernetzung, Dialog und Nachwuchsförderung
Die 6G-Plattform fördert aktiv den Austausch zwischen nationalen und internationalen Partnern – unter anderem durch Veranstaltungen, Dialogformate und gezielte Outreach-Aktivitäten. Ein Highlight ist die Berlin 6G Conference, die als internationale Bühne für deutsche Forschung dient und Kooperationen über Ländergrenzen hinweg stärkt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Fachkräften: Die Plattform unterstützt gezielt den Aufbau von Kompetenzen und die Vernetzung junger Talente entlang der gesamten Innovationskette.
Starkes Konsortium mit führenden Partnern
Koordiniert wird die 6G-Plattform Phase II von Professor Hans D. Schotten, der an der RPTU Kaiserslautern-Landau das Fachgebiet Funkkommunikation und Navigation sowie die Forschungsgruppe Intelligente Netze am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) leitet.
„Die eng verzahnte 6G-Forschung unter dem Dach der 6G-Plattform ist der entscheidende Hebel, um Deutschland im internationalen Umfeld als starken Player zu positionieren, die Innovationspotenziale des künftigen Mobilfunkstandards für Wirtschaft und Gesellschaft zu erschließen und nicht zuletzt die Zukunft der deutschen Industrie zu sichern. Gemeinsam treiben wir den Austausch mit internationalen Partnern voran, schaffen ein Innovationsnetzwerk für kleine und mittelständische Unternehmen und Start-ups und bilden spezialisierte Fachkräfte aus“, so Schotten.
Neu im Konsortium sind das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI), sowie die Technische Universität Berlin unter der Leitung von Professor Slawomir Stanczak. Das Fraunhofer HHI bringt umfassende Expertise in der Forschung, Entwicklung und Standardisierung moderner Kommunikationssysteme ein und stärkt damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Plattform.
„Für den Erfolg von 6G ist es entscheidend, dass wir wissenschaftliche Exzellenz frühzeitig und koordiniert in internationale Standardisierungsprozesse einbringen. Nur so können Innovationen aus Deutschland und Europa tatsächlich eine globale Wirkung entfalten. Die 6G-Plattform Phase II stärkt die Vernetzung zwischen Forschung, Industrie und Standardisierungsgremien gezielt und schafft so die Grundlage für eine strategische Positionierung in zentralen Organisationen wie 3GPP, ITU und ETSI. Gleichzeitig spielt die Wissenschaftskommunikation eine zentrale Rolle: Wir müssen technologische Entwicklungen verständlich vermitteln und den Dialog mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aktiv stärken. Die Verbindung von Standardisierung und Wissenschaftskommunikation ist ein entscheidender Faktor, um die internationale Sichtbarkeit der deutschen 6G-Forschung zu erhöhen,“ sagt Schotten.
Beitrag zur Hightech-Agenda Deutschland
Die 6G-Plattform ist eng mit der nationalen Forschungsroadmap für sichere und resiliente Kommunikationssysteme verzahnt und leistet einen zentralen Beitrag zur Umsetzung der Hightech-Agenda Deutschland. Gemeinsam mit den 6G-Transfer-Hubs bildet sie eine Schlüsselstruktur für Innovation, Wertschöpfung und technologische Unabhängigkeit. Für die zweite Phase stellt das BMFTR Fördermittel in Höhe von rund 8 Millionen Euro für den Zeitraum von 2026 bis 2030 bereit. Der offizielle Projektstart erfolgte am 01. Mai 2026.