Fluggeräte versorgten Gebiet von 20 km2 Größe

Fliegende Funkantennen sorgen für unterbrechungsfreie Netzversorgung

Die Deutsche Telekom und Primoco UAV demonstrieren erstmals unterbrechungsfreie Mobilfunkversorgung aus der Luft.

Bild: iStock, jamesteohart
06.08.2026

Die Deutsche Telekom hat erfolgreich demonstriert, wie sich Mobilfunk aus der Luft bereitstellen lässt: Zwei fliegende Mobilfunkantennen, die über eine direkte Satellitenanbindung mit dem Kernnetz verbunden sind, sorgten bei einer Großveranstaltung für nahtlose Mobilfunkversorgung. Der erfolgreiche Test eröffnet neue Perspektiven für einen resilienten Mobilfunk in besonderen Einsatzlagen.

Nach dem ersten Einsatz einer fliegenden Mobilfunkantenne im kommerziellen Live-Netz im vergangenen Jahr folgte nun der nächste Entwicklungsschritt: Gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und Primoco UAV testete die Telekom den nahtlosen Wechselbetrieb zweier fliegender Antennen bei einer Großveranstaltung. Der erfolgreiche Feldversuch bringt eine resiliente Mobilfunkversorgung aus der Luft der praktischen Anwendung einen weiteren Schritt näher.

„Innovation entsteht dort, wo neue Technologien unter realen Bedingungen überzeugen. Die Erkenntnisse aus diesem erfolgreichen Test weisen den Weg für die nächsten Entwicklungsschritte. Unser Ziel bleibt eine resiliente Mobilfunkversorgung für besondere Einsatzlagen“, sagt Jaroslav Holiš, Senior Manager Research & Trials bei der Deutschen Telekom.

Nahtloser Wechsel sichert die Mobilfunkversorgung

Während des Feldversuchs in Tschechien verbanden sich Smartphones automatisch mit der jeweils aktiven Mobilfunkzelle. Telefonate und Datenverbindungen liefen unterbrechungsfrei weiter.

„Der entscheidende Vorteil beim Einsatz von zwei Fluggeräten des Typs Primoco One 150 liegt in der durchgehenden Versorgung rund um die Uhr“, sagt Ladislav Semetkovský, CEO von Primoco UAV. „Während ein Flugzeug am Boden betankt wird, bleibt das zweite im Einsatz und stellt die Verbindung sicher. Das macht die Lösung besonders wertvoll in Krisensituationen, in denen zuverlässige Kommunikation jederzeit verfügbar sein muss.“

Zusätzliche Satellitenanbindung erweitert Einsatzmöglichkeiten

Zum Test gehörte außerdem eine Satellitenanbindung an Bord der Flugzeuge. Sie ermöglichte die direkte Anbindung der fliegenden Mobilfunkantennen an das Mobilfunkkernnetz, ohne dass dafür eine zusätzliche Bodenstation erforderlich war.

Zusammen ermöglichen Wechselbetrieb und Satellitenanbindung neue Einsatzszenarien für Mobilfunk aus der Luft. So könnte die Technologie stationäre Netze künftig dort ergänzen, wo Infrastruktur fehlt, ausfällt oder kurzfristig zusätzliche Kapazität benötigt wird. Mögliche Szenarien sind Waldbrände, Überschwemmungen oder große Veranstaltungen in abgelegenen Regionen.

Feldversuch bei einem Trailrunning-Event

Beim Trailrunning-Event Běhej lesy in Tschechien musste sich das System unter realen Bedingungen bewähren. Die abgelegene Teststrecke im Landschaftsschutzgebiet der Brdy-Berge eignete sich mit ihrer begrenzten Mobilfunkversorgung ideal für den Praxistest.

Ein kompakter „Mobilfunkmast to go“ versorgte den Start- und Zielbereich. Entlang der Laufstrecke stellten fliegende Antennen im nahtlosen Wechselbetrieb die Netzversorgung sicher. Rund 1.900 Läuferinnen und Läufer waren so während der gesamten Veranstaltung zuverlässig mit Mobilfunk versorgt. Der erfolgreiche Wechsel bestätigte die technische Machbarkeit des Konzepts.

Aus einer Flughöhe von 2 bis 3 km versorgten die beiden Flugzeuge im Praxistest ein Gebiet von bis zu 20 km2 mit LTE- und 5G-Mobilfunk. Sie nutzten dieselben Standardfrequenzen wie terrestrische Netze und erreichten über einen 10-MHz-Kanal Datenraten von bis zu 100 Mbit/s. Bei Bedarf lassen sich Netzkapazitäten gezielt priorisieren, etwa für Einsatzkräfte. Die verwendeten Flugsysteme von Primoco verfügen zudem bereits über umfangreiche europäische Zulassungen.

Technologie für resiliente Kommunikationsnetze

Der Feldversuch zeigt das Potenzial fliegender Mobilfunkantennen für die Kommunikationsnetze der Zukunft. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung treibt die Deutsche Telekom die Technologie für fliegende Mobilfunkversorgung weiter voran. Künftig könnte sie Kommunikationsnetze in besonderen Einsatzlagen ergänzen und neue Möglichkeiten für Einsatzkräfte, den Bevölkerungsschutz sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen eröffnen.

Bildergalerie

  • Aus einer Flughöhe von 2 bis 3 km versorgten die beiden Flugzeuge im Praxistest ein Gebiet von bis zu 20 km2 mit LTE- und 5G-Mobilfunk.

    Aus einer Flughöhe von 2 bis 3 km versorgten die beiden Flugzeuge im Praxistest ein Gebiet von bis zu 20 km2 mit LTE- und 5G-Mobilfunk.

    Bild: Deutsche Telekom

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